This choice: ... hinzufliegen, Nain brauchte Hilfe! | Go Back Chapter 44: Immer noch währt der Zweifel (ID #636412) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Es wäre wohl das Beste wenn sie zu ihm flog und mit ihrer „unverfälschten“ Stimme aus der Klemme half, befand Susan. Ein erneutes Telefonat würde nichts bringen, sein Vater hatte ihr ja schon beim ersten Anruf nicht zugehört...
Aber würde sie Nain überhaupt helfen können wenn sie auftauchte? Wahrscheinlich würden seine Eltern sie auch nur als „gewaltigen Vogel“ sehen, selbst wenn sie ihre Stimme hörten...
Sie schüttelte energisch den Kopf, nein, so durfte sie gar nicht erst anfangen, sonst würde sie gar nichts unternehmen!
Nur gab es trotz allem immer noch ein Problem...
Susan streckte ihre großen Rabenschwingen komplett aus und flatterte probeweise mit ihnen. Allerlei lose Zettel und ein paar Zeitschriften wurden von ihren Flügelschlägen durch das Zimmer gewirbelt, doch Susan spürte wie ihre Muskeln von den paar Flatterern schon wieder stark ermüdeten. Etwas außer Atem hörte sie frustriert auf.
Ein enttäuschter Krächzer entfuhr ihr, doch es änderte nichts an der Tatsache dass ihre Flügelmuskeln immer noch zu erschöpf waren.
Aber wie sollte sie sonst schnell zu Nain gelangen?
Mit dem Auto du dumme Nuss!, schalt Susan sich. Sie musste ihrem Vater sicher nur sagen dass Nain ebenfalls ein „Vogelmensch“ ist, dann sorgt sein Forschungseifer für den Rest!
Entschlossen stand sie auf, verließ ihr Zimmer und eilte mit hüpfenden Schritten zum Wohnzimmer hinab. Susan konnte deutlich das Tippen und Schaben ihrer scharfen Klauen auf dem Holzboden hören, spürte mit ihren Federn einen schwachen Luftzug der von Treppe hinauf zum Flur strömte.
Generell nahm sie viel mehr von ihrer Umgebung war, vieles weil sie es als Mensch nicht wahrnehmen konnte, aber auch „gewöhnliche“ Dinge sah und verstand sie anders... Und genau diese Tatsache machte dieses Haus in dem sie aufgewachsen war irgendwie... fremd.
Wieder schüttelte sie ihren Rabenkopf und begann die Treppe herab zum Wohnzimmer zu steigen.
Nervös sah Susan durch die Frontscheibe vor ihr, während sie bäuchlings halb im Kofferraum, halb auf der umgeklappten Rückbank des Fords lag. Es war nicht ausgesprochen schwer gewesen ihren Vater dazu zu überreden sie zu Nain zu fahren.
Susan hatte zwar die hitzige Diskussion zwischen ihren Eltern unterbrechen müssen, doch sie hatte darauf bestanden. „So kann euch zeigen dass meine Geschichte wahr ist und wir helfen so Nain!“
Nun saß ihr Vater seit beginn der Fahrt stumm hinter dem Steuer und grübelte vor sich hin. Ihre Mutter wollte zuhause bleiben und das Abendessen vorbereiten, zwar hatte sie sich für ihren panischen Aufschrei entschuldigt, aber auch sie schien ihr nicht wirklich zu glauben... Immer wieder betrachtete ihr Vater Susan nachdenklich mit dem Rückspiegel, sah dann aber wieder eilig auf die Straße. Plötzlich bemerkte Susan wie er an der Kreuzung, die zu dem Haus der Chinaskies führte, falsch abbog.
Verwundert sagte sie „Dad, du hättest da doch links abbiegen müssen!“
„Nur ein weiterer Test, kleiner Rabe...“, antwortete ihr Vater mit einem traurigem Lächeln und wendete den Ford.
„Ich hab auch einen Namen.“, grummelte Susan leise, doch er tat so als hätte er sie nicht gehört.
So erreichten sie auch bald das Haus der Chinaskies, dass wie das ihre und der meisten Häuser in Maple Valley im landhäuslichen Stil gehalten war. Ein brusthoher Holzzaun umgab das weite Grundstück mit der saftigen Wiese und ein paar Äste des knorrigen alten Kirschbaums streckten sich über ihn hinaus. Susan kletterte ungeduldig aus dem Kofferraum, bis sie plötzlich einen hellen Adlerschrei hörte. Erschrocken sah sie zum Haus, und hörte jetzt ein lautes zerbrechendes Geräusch.
„Was für ein kräftiger Schrei!“, schwärmte ihr Vatern und räusperte sich dann verlegen. Dann schien er zu begreifen was der Schrei wohl bedeutete und seine Mine verfinsterte sich ein wenig, auch wenn in seinen Augen immer noch etwas Neugier flackerte.
Eilig hüpfte Susan an ihrem Vater vorbei zur Gartentür. Sie wollte so schnell es ging zu Nain, wer weis weshalb er geschrien hatte, dieses zerbrechende Geräusch lies auf nichts gutes ahnen...
Natürlich konnte man die Gartentür nicht von außen aufmachen, also breitete sie ihre Schwingen aus um über den Zaun zu flattern.
„Hey, warte do...“, begann ihr Vater, doch da war Susan schon auf der anderen Seite gelandet und öffnete ihm die Gartentür.
„Jetzt steh nicht so verblüfft da, komm schon!“ drängelte sie ungeduldig während ihre Federn sich vor Aufregung etwas aufplusterten. Susan wartete nicht auf ihren Vater und eilte weiter zur Haustür, während ihre Klauen vertraut auf dem Steinweg klackten. Schon stand sie vor der schweren Eichenhaustür und wollte gerade mit ihrem Schnabel die Klingel drücken, als ihr Vater sie vorsichtig an einem Flügel festhielt.
„Jetzt warte doch mal, du verhältst dich wie ein kopfloses Huhn! Findest du nicht dass wir nicht so reinplatzen sollten? Und dass es vielleicht besser wäre wenn die Chinaskies erst mich sehen und nicht dich? Immerhin siehst du nicht gerade aus wie ein Mensch!“
„Ja ja, ist ja gut...“, murmelte Susan zerknirscht und überließ wiederwillig ihren Vater den Vortritt, drückte aber noch schnell die Klingel.
Sie stand rechts neben dem Eingang während die beiden darauf warteten dass jemand kommt und die Tür aufmacht. Sie konnten deutlich laute Stimmen aus dem Haus hören und zwischendurch sogar etwas gekrächze...
Plötzlich ging die Haustür auf und ein kleiner elfjähriger Junge stand im Türrahmen. Er trug eine abgewetzte Bluejeans, dazu ein hellgrünes Polohemd und hatte gegelltes hellbraunes Haar.
Es war Nain’s kleiner Bruder Garcia, der vom Gesicht her eher seiner Mutter glich, als wie Nain seinem Vater (zumindest als Nain noch ein Mensch war...). Susan wusste aus eigener Erfahrung dass Garcia manchmal durchaus witzig und freundlich sein konnte, aber gerne dazu neigte unendlich zu nerven. Er war auch der Grund warum sie und Nain lieber bei ihr die Stunden miteinander verbrachten als bei Nain. Garcia setzte sich immer zu ihnen, selbst wenn die beiden ihm deutlich machten dass sie lieber alleine sein wollten. Und außerdem machte er sich über Susans Leidenschaft zu Vögeln lustig...
„Oh, Mr. Gregorthy, gut dass sie da sind, wir haben so ’nen außerirdischen Riesenvogel der sprechen kann! Hier, ich hab eine Feder von ihm!“, sagte der Junge aufgeregt und hielt triumphierend, aber auch etwas schmerzverzerrt, eine große braun-weiße Federn in die Höhe. Allerdings schienen seine Schmerzen von einer blutenden Wunde auf seinem Handrücken zu stammen...
„Ja, hallo Garcia. Was hast du da an der Hand?“, fragte ihr Vater besorgt und griff dabei aber gleichzeitig nach der Feder.
„Naja, der Vogel fand es nicht gerade nett dass ich ihm die Feder 'raus gerissen hab und hat dann mit seinem Schnabel wütend nach mir ge-...“
Garcia hielt mitten im Satz inne als er Susan bemerkte, die besorgt die braun-weise Feder mit dem bisschen Blut am Kiel ansah. Seine blaugrauen Augen wurden groß und er entließ ein langgezogenes „Wooooow!“
Susan lächelte ihn freundlich an (was er wohl nicht zu bemerken schien) und sagte „Hallo Garcia. Du spielt zu viel Computerspiele, Nain und ich sind keine außerirdischen Vögel.“
Da sie nicht krächzte, erkannte er sofort ihre Stimme und stotterte ungläubig
„Susan, wa...?! Und Nain...?!“
Susans Vater stieg unsicher von einem Fuß auf den anderen und murmelte leise „Es ist noch nicht sicher ob sie meine Tochter ist...“
Susan sah ihn unglücklich an, was die beiden deutlich an den Backenfedern erkennen konnten, die schlaff herab hingen.
„Sieht das so aus wenn du traurig bist?“, fragte Garcia nervös und wich einen Schritt zurück, doch Susans Vater sagte kalt
„Wo sind deine Eltern und dieser... ’außerirdischer’ Vogel?“
Im Hintergrund erklang ein undeutliches Krächzen, dicht gefolgt von einer ungläubig klingenden Stimme und einem neuem Scheppern.
„Nain!“ rief Susan laut und wollte gerade besorgt durch die Tür gehen, als sie erschrocken bemerkte dass Garcia wie gelähmt vor ihr stand und sie anstarrte.
In seinen Augen konnte sie...
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