This choice: Abwarten… | Go Back Chapter 46: Ein Flügelschlag Hoffnung (ID #668090) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Unbeeindruckt von seinem Bruder ging Nain einfach weiter auf die Tür zu.
„Bleibt.... Bleibt bloß dahinten, sonst...“, begann Garcia unsicher, doch seine Stimme kippte und er brach ab.
„Sonst was? Sonst rupfst du uns wieder Federn heraus, Brüderchen?“, sagte Nain bitter, während seine Federn sich wütend aufzuplustern begannen.
Garcia schrumpfte immer mehr und mehr unter dem scharfen Adlerblick in sich zusammen, doch blieb er den Gang versperrend stehen. Zögerlich hob er die Hände als wollte er den Fischadler aufhalten, doch Nain presste ihn mit einem Flügelschlag hart gegen die Wand und hob bedrohlich den spitzen Schnabel.
Susan zuckte erschrocken zusammen als sie dass sah und trat schnell an ihren Freund heran. Solche Ausraster war sie von ihm gar nicht gewohnt... Susan knickte ihren linken Flügel zur Seite und legte ihm beschwichtigen ihre Krallenfinger auf die Schulter.
Das schien Nain wieder zusamen zu reißen. Er blinzelte kurz verwirrt, sah seinen Bruder an und senkte dann beschämt den Kopf. Nain klappte wieder seinen Flügel ein, mit dem er Garcia an die Wand gepresst hatte, und sein Bruder rutschte verängstigt zu Boden.
Er starrt mich an als wäre ich ein Monster..., dachte Nain bekümmert und ging vor ihm in die Hocke. Was war bloß in mich gefahren?
„Garc’, ich... Das jetzt gerade... Tut mir leid...“, krächzte er zögerlich, doch sein Bruder schien ihm gar nicht zuzuhören. Panisch schnellte sein Blick zwischen der Schnabelspitze und den Fußklauen hin und her, als rechne er damit dass Nain sich auf ihn stürzen und zerfetzen wollte. Nain seufzte traurig, lies die Federn hängen und schlurfte geknickt zur Tür weiter. Es würde keinen Sinn haben noch länger hier zu bleiben. Außerdem waren die Polizeisirenen inzwischen schon gefährlich nahe...
Susan versuchte im vorbeigehen Garcia aufmuntern zu zu lächeln, aber das schien eher den gegenteiligen Effekt zu bewirken.
Als sie das Haus verlassen hatten, konnten die drei schon zwei schwarze Ford-Geländewägen mit aufgesetzten Blaulichtern die lange Einfahrt hineinrasen sehen.
„Am besten ist es glaube ich wenn ihr zu mir fliegt, vielleicht kann ich die Jungs da vorne ein wenig aufhalten...“, sagte Susans Vater entschlossen, doch seine Tochter winkte ab.
„Ich will nicht dass du in starke Schwierigkeiten gerätst, dad. Trotzdem danke.“, sagte sie lächelnd und sah fragend Nain an. Der nickte zustimmend und sah mit einer Mischung aus Trauer und Verbitterung zurück zu dem Haus seiner Eltern.
Susan umarmte ihn mit ihren Flügeln zärtlich und rieb tröstend mit ihren Schnabelseite durch sein leicht verschmutztes weißes Brustgefieder.
So leise, das nur Nain es hören konnte, flüsterte sie „Das lag sicher nur am Schock dass sie dich nicht erkannt haben oder dich nicht erkennen wollten... Und dass deine Mutter so ausgerastet ist, später werden sie sicher das alles hier verstehen...“
Er schwieg nur als Antwort, doch in seinem inneren war er unendlich dankbar für ihre Worte, mit denen sie ihm einen Flügelschlag Hoffnung gegeben hatte. Lächelnd sah Nain zu ihr herunter und legte seinen Kopf auf den ihren, vorsichtig, um sie nicht mit seiner Schnabelspitze zu verletzen.
„Was würde ich nur ohne dich machen...“, flüsterte er leise in ihre Haare und schloss entspannt die Augen...
Susans Vater Allan hingegen wusste nicht was eher im Blick behalten sollte. Die heranrasenden Blaulichter, oder die beiden Riesenvögel, die sich so unnatürlich romantisch aneinanderkuschelten. Zu mindestens verhielten sich die beiden Tiere viel menschlicher als er gedacht hätte...
Ist am Ende die Kolkrabin wirklich meine Tochter?, fragte er sich unsicher und verdrängte schnell wieder den Gedanken. Er wollte jetzt nicht darüber grübeln, selbst wenn er wusste dass das die Frage nicht beantworten würde... Aber auf jeden Fall werde ich den beiden helfen! ... Und sie danach ein wenig erforschen, natürlich...
Gefasst sah er zu den Geländewägen, die knirschend vor dem brusthohen Zaun anhielten. Sechs Männer in dunklen Anzügen stiegen ohne Eile aus den Autos aus, sahen gelassen zu ihnen herüber während zwei zielsicher auf die Gartentür zu schritten.
Ein paar von ihnen setzten schwarze Sonnenbrillen auf während einer aus dem Kofferraum einer der Geländewägen einen kleinen Lederkoffer herauskramte.
Verwirrt über die Gleichgültigkeit der FBI-Beamten (zumindest nahm Susan an das FBI-Beamte waren...) standen die Drei regungslos im Garten, während die Gartentür mit einem lauten Krachen aufgetreten wurde. Ohne Hast oder Reue aufgrund der aufgebrochenen Tür gingen die Beamten an ihnen vorbei weiter zur Haustür, ohne die Riesenvögel auch nur eines Blickes zu würdigen.
Mit einem erschöpften Lächeln auf den Lippen schritt einer der Beamten plötzlich direkt auf Susan und Nain zu und nickte ihnen Grüßend zu...
...
„Schatz, wir sind wieder zu Hause!“
Allan schloss die Haustür hinter sich, während die beiden Vogelmenschen erschöpft zur Couch watschelten.
„Ihr könnt euch ruhig auf die...“, begann er gastfreundlich, doch die beiden hatten sich schon auf die Couch gelegt und aneinander gekuschelt. Allan zuckte gleichgültig mit den Achseln und eilte zu seiner Frau in die Küche. Es gab viel zu erzählen, und noch mehr zu bereden, ohne dass ihre zwei ’Gäste’ mithörten. Die augenscheinlichen Beamten hatten sich als Angestellte des SBL herausgestellt, und der Mann, der so sicher und zielgenau auf die beiden Riesenvögel zugegangen war, hatte sich als ein „Dr. Grypzeck“ vorgestellt.
Die beiden ’Vögel’ schienen ihn schon zu kennen, und was Allan noch mehr verwirrt hatte war das, was ihm dieser ’Doktor’ alles weismachen wollte. Über das SBL, den Fortschritt in der Genforschung, Bionik und vor allem über seine Tochter und deren Freund.
Kopfschüttelnd betrat er die Küche. Was für ein Tag...
„Dein Dad scheint ja das alles hier ja ziemlich locker wegzustecken...“, krächzte Nain trübe. „Selbst wenn er dich immer noch nicht erkannt hat.“
Sus schüttelte bedächtig den Kopf. „Nein, in ihm brodelt und bebt es regelrecht...
Viele schleudern ihre Gefühle explosionsartig hinaus, andere machen aus ihrem inneren eine Mördergrube... und wenn die voll ist...“
Sie verstummte und seufzte traurig, während ihr Freund zustimmend nickte und sich noch dichter an sie schmiegte. Er lag jetzt ohnehin schon zur Hälfte mehr auf Susan als auf der Couch, doch das störte sie nicht im minderen. Sein Gewicht, das sacte auf ihr ruhte, wie ihre Federn sich mit den ineinander schoben und dieses starke Gefühl der Nähe beruhigte nicht nur Susan, sondern auch ihn ungemein. Auch spürten sie beide einen gewissen Reiz, den sie lieber nicht im Wohnzimmer näher auskundschaften wollten...
Nach einer Weile hörten sie Susans Mutter laut rufen, dass das Abendessen fertig sei und standen mit knurrenden Mägen auf.
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