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Monday
May 28, 2012
2:13am EDT


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: „Wir sollten es ihr sagen, sonst vertraut sie uns in Zukunft nicht." | Go Back

  Chapter 38: Mutterinstinkte   (ID #579525)
    an addition by: yarrek  More by this author

Nachdenklich kratzte sich Victor am Hinterkopf und meinte leise „Wir sollten lieben versuchen sie davon zu überzeugen dass die Spritze notwendig ist. Ich will mich nicht unbedingt auf sie stürzen, sie hat schon genug mitgemacht... und ihr Schnabel sieht wirklich ein wenig spitz aus.“
Grypzeck holte tief Luft und drehte sich dann ein wenig besorgt zu Jessa um, die mit Susan und Nain etwas abseits von ihnen stand. Victor bemerkte seinen Blick und klopfte dem Doktor breit grinsend auf die Schulter.
„Keine Angst Doc, die Anderen und ich passen schon auf das Jessa dir nicht die Augen auspickt.“
Der Mann grummelte irgendetwas unverständliches, Schritt zu den Drei und kramte dabei in seiner Kitteltasche nach der fingergroßen Spritze.
„Ist irgendetwas?“, fragte Susan neugierig, als sie Grypzecks nervösen Blick bemerkte.
Jessa drehte sich zu ihm um und sagte dabei entschuldigend „Es tut mir Leid dass ich vorhin so überreagiert hab, es ist nur... Naja, die Verwandlung, alles über Maple Valley scheint nicht war zu sein und dann taucht aus dem Gebüsch plötzlich ein Weißkittel auf...“
Ihre Backenfedern richteten sich zu einem verlegenem Lächeln auf.

Grypzeck schluckte schwer, legte seinen Kopf in den Nacken um ihr ins Vogelgesicht sehen zu können und sagte stockend
„Kein... Kein Problem, nur... ähm... Du bist ziemlich groß gewachsen, und bei deiner ersten Verwandlung könnten dein Körper ein paar Probleme mit den hohlen Vogelknochen haben, und deshalb... müsste ich dir die Spritze verabreichen, sonst...“
Er verstummte vor Schreck als sich ihre Federn wieder bedrohlich aufplusterten und sie ihn wütend anfunkelte, den Schnabel erhoben.
„Doch eine Spritze! Na warte, dein Giftzeug wirst du niemals in mich rein bekommen, du Irrer!“
Jessa wollte sich schon mit ihren Schnabel auf den Mann stürzen und mit ihren Fußklauen zerfetzten, als sie plötzlich spürte wie Nain und Susan sie mit aller Kraft weg von Grypzeck rissen.
„Hast du den Verstand verloren?! Er tut dir doch nichts, er will dir nur helfen!“, krächzte Nain laut und drückte sie hart zu Boden. Jessa kreischte, piepste und zwitscherte verzweifelt, versuchte sich panisch aus den Griff ihrer Freunde zu befreien während Susan vergeblich versuchte sie zu beruhigen.
Nach einer Viertelstunde voller Kratzern und wüsten Beleidigungen ließ Jessa schließlich endlich mit sich Reden. Nach einer weiteren Stunde und einigem hin und her hatten sie es schließlich geschafft Jessa davon zu überzeugen, dass Grypzeck kein kranker perverser Irrer war, der mit ihr irgendwelche Experimente machen wollte.
Resigniert hatte sie dann sogar den Doktor die Spritze ansetzen lassen und sich dann erschöpft entschuldigt.

Nun schlenderte Jessa durch den Wald und suchte einen Platz um einen Moment lang ihre Gedanken Ordnen zu können, um sich zu sammeln, während die Anderen mit diesem Doktor noch ein paar Sachen besprachen. Was passiert nur alles mit mir?, fragte sie sich immer wieder in Gedanken und setzte sich auf einen alten Baumstupf.
Jessa zuckte kurz zusammen als sie mit ihren Federn am Hintern das morsche Holz fühlte. Es war immer noch ein seltsames Gefühl Federn zu haben... Dieser Grypzeck hatte gesagt, dass sie sich nun in eine „Vogelfrau“, oder wie er so etwas nannte, verwandelt habe...
Hör auf, du bist kein etwas, du bist Jemand! Du bist Jessica Ansell, du hast gute Freunde die mit dir im selben Boot sitzen, die werden dir garantiert helfen zurecht zu kommen!, schalt sie sich in Gedanken. Und deine Famillie...
Meine Famillie. Jessa begann leise zu schluchzen (was mit ihrem Schnabel etwas seltsam klang) und eine Träne rollte durch ihre anthrazitfarbenen Gesichtsfedern. Mein Gott, wie werden sie wohl reagieren? Sie war jetzt schon wegen ihrer Körpergröße ein Sonderling in ihrer sonst kleinwüchsigen Familie. Was sollte sie überhaupt mit ihrem Leben jetzt anfangen?! Den Rest ihres Lebens als Forschungsobjekt verbringen?!
Beruhig dich Jessa... Wie ging das Lied noch einmal dass ihr Vater immer gesungen hatte wenn sie traurig war? Ach ja...

Unterbrochen von ein paar weiteren Schluchzern begann sie die Melodie mit ihrer wunderschönen Vogelstimme zu singen und zu zwitschern. Langsam beruhigte sie sich wieder, fasste sogar wieder Mut und piepste hell und kräftig das Lied in den Wald hinaus...
Plötzlich hörte sie ein schwaches „Tschielp!“ als Antwort. Erschrocken hielt Jessa inne und drehte ihren Kopf in die Richtung, aus der Geräusch kam.
Da, wieder das „tschielp!“
Es kam vom Fuß des Baumes schräg hinter ihr. Neugierig ging sie zu der alten Eiche, ging vor ihm in die Hocke und musste eine Weile im leicht feuchten Laubwerk unter ihren suchen, bis sie den schwach tschilpenden Vogel gefunden hatte.
Es war ein kleines braun-weißes Kücken, das zwischen all den Blättern lag und sie aus großen Augen ängstlich ansah. Er musste wohl aus dem Nest gefallen sein, das viele Laub hatte seinen Sturz gedämpft und er kam jetzt verständlicherweise nicht mehr rauf. Hatte er ihren Vogelgesang für seine Mutter gehalten, die nach ihm rief?
Jessa lächelte den kleinen Vogel freundlich an. „Keine Angst Kleiner, ich tu dir sicher nichts...“
Zu ihrer Verwunderung schien der kleine Vogel sie verstanden zu haben. Jetzt schaute er sie erleichtert an, und tschilpte dann abermals mit seiner schwachen Stimme. Vorsichtig strich Jessa mit ihrer Fingerklaue über den leiht befiederten Kopf des Kückens.
„Ganz Ruhig...“
Plötzlich spürte sie was den Kleinen bedrückte. Hunger, und zwar ein gewaltiger! Erschrocken zuckte sie zusammen und wich ein wenig vor dem Kücken zurück, dass jetzt flehend piepste. Er klang so erbarmungsvoll, das sie gar nicht anders konnte als ihm etwas zu essen zu besorgen. Aber was?

Jessa konnte nicht glaube was sie da gerade tat. Sie war leise durch ein paar Gebüsche gehüpft und hatte Instinktiv ein paar Käfer und andere Insekten mit ihrem Schnabel gefangen, hatte sie mit der Zunge auf ihrem Gaumendach zerdrückt (.... und es schmeckte ihr unheimlich ...) und war dann zum Kücken zurück geeilt. Der kleine Vogel sah sie mit strahlenden Augen an und öffnete hungrig seinen kleinen Schnabel. Jessa hielt ihre ausgestreckte Zungenspitze dem Kücken ins Maul ließ vorsichtig und nur ein wenig von dem (für sie) köstlich schmeckenden Brei in die Kehle des kleinen gleiten.
Diesen Vorgang wiederholte sie einige male, bis der Kleine satt war. Den Rest von dem Brei schluckte sie selbst hinunter. Vorsichtig hob sie das Kücken hoch und drückte es sich gegen den gefiederten Bauch. Sie spürte wie sich der kleine Vogel an ihr warmes Gefieder kuschelte und zufriedenes „Tschielp...“ entließ. Jessa begann wieder das Kinderlied leise vor sich her zu singen.
Das arme Kücken tat Jessa leid, aus seiner sicheren Welt gefallen und nun Mitten im Chaos und Ungewissen. Fast so wie ich..., dachte sie und betrachtete Lächelnd das kleine Bündel aus dunklen Federn in ihren Händen.
Sie wollte den Kleinen mitnehmen, weis Gott wie lang der Arme jetzt schon hier lag. Ein Wunder das kein Raubtier oder ähnliches ihn gefunden und gefressen hatte. Aber, durfte sie ihn überhaupt mitnehmen? Jessa wusste nicht wie man einen Vogel aufzog oder ihm das Fliegen beibrachte, vor allem wenn man das schon selbst gar nicht konnte.
Noch nicht konnte, korrigierte sie sich in Gedanken.
Sicher waren die Eltern von dem Kleinen nur auf einem längeren Flug nach Beute, vielleicht kämen sie ja jeden Moment und würden ihn wieder nach oben bringen. Wie wusste Jessa nicht, aber sicher taten Vögel so etwas!
Und wenn nicht? Wenn die „Vogeleltern“ ihn nicht bemerkten und er Nachts erfrieren musste, einsam und ängstlich? ... oder gefressen wurde...
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