This choice: Sie findet nichts und versucht es ihnen anders zu erklären. | Go Back Chapter 42: Unglaube der Eltern (ID #629914) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Da stand sie nun, schwer atmend, erschöpft und mit sich bleischwer anfühlenden Schwingen. Erhitzt von ihrem „Jungfernflug“ und sogar ein wenig krächzend aufgrund der vergangenen Anstrengung.
Nicht gerade der idealste Zustand um mit ihren Eltern zu reden, das war klar... Ich muss irgendwie Zeit gewinnen, Luft ho-...
Susans gehetzter Gedankengang wurde je von dem Geräusch langsam näherkommenden Schritten unterbrochen. Panisch lies sie ihren Blick abermals durch ihr Zimmer schweifen, auf der Suche nach... nach irgendwas dass ihr irgendwie helfen würde!
Es war erstaunlich, alles was sonst so alltäglich und schick an ihrem Zimmer gewesen war, fand sie nun irgendwie... abnormal, oder zumindest unpassend und seltsam. Sie sah die Dinge wohl nun wirklich mit den Augen eines Raben...
Die Schritte ihrer Eltern kamen immer näher und näher und Susan spürte wie Panik in ihr immer mehr aufstieg, ihre Federn vibrierten regelrecht schon vor Aufregung. Da hielt sie inne und schloss ihre Augen. Langsam atmete sie einmal tief ein und wieder aus. Beruhige dich, so aufgewühlt wie du bist wirst du eh nichts hilfreiches finden und nur Mum und Dad mit deinem aufgewühlten Auftreten verschrecken...
Etwas beruhigter und gefasster öffnete sie wieder ihre Augen und lies ihren Blick noch einmal langsam durch ihr Zimmer schweifen. Doch da war nichts was ihr helfen konnte sich“besser zu erklären“. Wie denn auch? Der gute Lemmy Kilmister auf ihrem Türposter konnte ihr nicht irgendwelche Ratschläge zuflüstern und in ihre Klamotten konnte sie sich nicht mehr hineinzwängen.
Nachdenklich sah Susan auf ihren blauen Bikianzug herab. Die Federn auf ihren Brüsten und ihre dichte „Schambefiederung“ quollen ein wenig über den Rand ihres Höschens und des Trägers hinaus. Es sah so aus, als hätte sie sich in die Kleidungsstücke gezwängt und ihre schwarzen Federn versuchten nun diese „wegzusprengen“. Obwohl der Bikini gar nicht mal so unbequem war, nur der Träger zwickte gelgentlich ein paar ihrer langen Flügelfedern ein.
Hoffentlich würde der Bikini als „Erkennungshilfe“ für ihre Eltern ausreichen – sonst hatte sie wohl nichts mehr an sich was an ihr altes menschliches Ich erinnerte. Aber es störte sie auch irgendwie nicht mehr...
Erschöpft und einmal mehr verwirrt über sich selbst setzte sich Susan auf die Kante ihres weichen Bettes, die Tür gebannt im Blick. Ihr Schreibtischstuhl hatte keinen Ausschnitt in der Rückenlehne, sie hätte sich auf ihren Bürzel setzen müssen.
Gebannt sah Susan auf die Türklinke. An ihrem rechten Schwinge knickte sie den dicken hinteren Flügelknochen, ihren ehemaligen kleinen Finger weg. Dann fuhr sie mit ihren Krallenfingern durch ihr federdurchsetztes Haar, ohne dass gleich das Ende ihres Flügels in ihr Gesicht klatschte.
Die Schritte verstummten plötzlich und die Türklinke wurde heruntergedrückt. Erschrocken hielt Susan in ihrer Bewegung inne, die Krallenfinger noch im Haar. Die Tür öffnete sich nach innen und sie hörte ihre Mutter fragen
„Na, wie wie ist es dir denn so ergangen? Wir haben die ganze Zeit...“
Ihre Mutter hatte schon halb das Zimmer betreten, da sah sie endlich Susan auf der Bettkante. Ruckartig hielt sie in ihrer Bewegung inne, ihre Augen weiteten sich vor Schreck.
„... Was ...?!“, brachte sie nur verwirrt stammelnd hervor, wie zu einer Salzsäule erstarrt.
Susan versuchte mit ihren Krallfingern an der rechten Schwinge eine bedächtige Geste zu machen und krächzte beruhigend „Mum, raste bitte nicht...“
Ihre Mutter entließ beim Klang der krächzenden Stimme einen spitzen erschrocken Schrei, machte regelrecht einen Satz nach hinten und aus dem Zimmer, die Türklinke noch in der Hand.
Susan zuckte ein wenig zusammen als die Zimmertür mit einem lauten Knall zu ging, und sah dann etwas betreten zu Boden. Hat ja schon mal super angefangen, dachte sie betrübt und spürte einen kleinen Stich im Herzen. Es war ihr klar dass ihre Mum sie nicht auf den ersten oder zweiten Blick erkennen würde, aber trotzdem... Es tat doch irgendwie weh.
„Wenn ich doch nur nich vor Erschöpfung krächzen würde...“, schnarrte sie leise und stocherte nervös mit ihrem langen Schnabel in ihrem linken Flügel herum. Sie wusste immer noch nicht so recht was sie wohl alles mit ihrem „neuen Mund“ anstellen konnte oder sollte...
Erst jetzt bemerkte Susan dass sie ihren Schnabel ein wenig geöffnet und die lange Zunge ein Stückchen über die Schnabelspitze ausgestreckte hatte.
Sie spürte wie die mit dem linken Flügel angefächelte Luft den Speichel auf ihrer Zunge abkühlte. Diesen schluckte sie dann hinunter und spürte zufrieden wie dieser ihr Inneres kühlte. So also fühlt sich dass für Vögel an...
Plötzlich spürte sie wie eine stark zitternde Hand vorsichtig und zögerlich über ihre linken Schwungfedern streichelte. Erschrocken drückte Susan den Flügel näher an sich und sah ruckartig nach links.
Dort stand ihr Vater, der gerade dazu ansetzte einen gewaltigen Satz nach hinten. Doch etwas schien ihn bei ihr zu halten, obwohl er doch nervös und unsicher in einer Haltung da stand, als sei sie ein hungriges nach Blut geiferndes Raubtier...
In den nussbraunen Augen die sie von ihm geerbt hatte, konnte Susan deutlich die Furcht hervorstechen sehen, aber auch so was wie ein Mix aus Neugier und Analyse...
„Du... Mein Gott, du bist echt!“, hauchte ihr Vater begeistert.
„Ähm... Schön dass es dich so begeistert, aber...“, begann Susan leicht verwirrt und etwas weniger krächzend, doch ihr Vater fiel ihr mit seiner wissenschaftlicher Begeisterung dazwischen.
„Und... und reden kannst du auch! ... Was für ein prächtiges Gefieder, was für eine seltsame Haltung für eine Vogel... aber du bist ja augenscheinlich keiner, du bist viel zu schwer und groß dafür... Wenn ich auch denk’ dass du keinen schwereres spezifischeres von 50 kg haben solltest...“
Sprachlos starrte sie ihn, wie er langsam wieder näher kam und ihre Klauen im Blick hatte. Er kramte eine Weile in seiner Hosentasche, dann förderte er einen kleinen Brocken Vogelfutterkeks. Den bot Susans Vater ihr unter ihrem ungläubigen Blick vorsichtig und mit einem ermutigenden Grinsen an.
„Schau mal was ich hier habe, das schmeckt dir garantiert!“, murmelte er beruhigend.
Da musste Susan anfangen leise zu lachen (was sich ein wenig gurrend anhörte)
„Dad, ich bin’s, deine Tochter Susan und keine neue Tierart! Naja, oder vielleicht doch...“
Ihr Vater stimmte in ihr Lachen ein und sagte dann trocken „Nein, bist du nicht. Das kann nämlich gar nicht sein.“
Es dauerte eine Weile bis Susan begriff dass er es wirklich nicht glaubte. Sie seufzte und lies ihre Backenfedern schlaff herunterhängen, es wäre wohl doch zu schön gewesen wenn SO schnell und einfach gegangen wäre.
„Glaub mir dad, ich bin’s. Bitte, hör mir zu und schüttel nicht so den Kopf. Aber vorher...“
Sie streckte ihren Hals und schnappte sich mit ihrem Schnabel den Keksbrocken aus seinen Händen. Sie grinste ihn dabei breit an, doch er sah nur fasziniert zu wie der Keks in ihrem Schnabel verschwand.
Dann begann Susan langsam von ihren Erlebnissen zu erzählen, vom Anfang an. Immer wieder musste sie die Aufmerksamkeit ihres Vaters sicherstellen, der immer wieder mit seinem Händen forschend und manchmal träumerisch über ihren Flügel oder ihre gefiederten Oberschenkel streichelte.
Er hatte sich neben sich nach einiger Zeit neben ihr auf dei Bettkante gesetzt, allerdings mit deutlichem Abstand. Etwas nervös hatte ihr Vater reagiert, als Susan immer näher zu ihm rutschte und sich ganz zu ihm zu wandte.
Sie war gerade dabei zu erzählen wie sie hier her geflogen war, als sie bemerkte wie ihr Vater betrübt auf ihren Bikini sah. ’Jetzt hab’ ich ihn, jetzt glaubt er mir!’, dachte Susan glücklich und hörte plötzlich ihren Vater murmeln
„Meine Tochter hat den gleichen schönen Bikini, weist du Räbchen? Du bist ihr Lieblingstier, ein Kolkrabe... Und du siehst auch so umwerfend aus wie sie...
Allerdings kann und will ich dir nicht glauben... Das ganze klingt einfach so... verrückt und unglaublich! Dieser friedliche kleine Ort soll voll sein von so Tieren wie dir? Und du sollst meine Tochter sein?! Nein!“
„Schau mich doch mal genau an, ich hab immer noch ein paar Merkmale von meinem alten menschlichen ich! Ich hab immer noch meine nussbraunen Augen, wie du!“
„Nein Räbchen, so gut wie alle Kolkraben haben braune Augen, dass ist keine Beweis.“
„Dann... Dann stell mir Fragen verdammt! Ich bin deine Tochter, glaub mir! Los, frag mich irgendwas aus meiner Kindheit!“
Und das Tat er auch. Allerdings fielen ihr nicht zu jeder Frage eine Antwort ein (Wieso sollte sie noch wissen welche kleine Cousine an ihrem sechsten Geburtstag ihr einen Plüsch-Raben geschenkt hatte?!). Nach einiger Zeit schien ihr Vater genug gehört zu haben. Er sah sie noch einmal schwer atmend von oben bis oben genau an, dachte noch einmal nach...
„Glaubst’ du mir jetzt endlich, DAD?“, fragte Susan ungeduldig.
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