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Wednesday
February 15, 2012
3:27pm EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Sie war damit zufrieden und legte sich feierlich in das Nest. | Go Back

  Chapter 48: Eine laue Nacht und der erste Arbeitstag   (ID #776800)
    an addition by: yarrek  More by this author

(Ein Kapitel von terralux)

Auch wenn Susan nicht ganz zufrieden war, sie war langsam doch etwas müde und wollte den stolzen Nain nicht noch mehr aufbürden. Es würde schon gehen. Also setzte sie sich demonstrativ ins Nest und nickte Nain zu ihr hinterher zu kommen.
Das ließ sich Nain nicht zweimal zeigen und er sprang freudig zu ihr, war aber doch etwas vorsichtig, als er in das provisorische Nest kletterte und sich an sie schmiegte.
„Ihr dürft uns jetzt schlafen lassen, Mum.“, erklärte Susan halb am Dösen.
„Ich bin nicht…“, begann Jenny erneut
„Ist in Ordnung, komm, wir lassen sie in Ruhe…“, ging Allan beschwichtigend dazwischen.
„Gute Nacht euch beiden.“
Damit schlossen sie die Türen zu und ließen die beiden ‚alleine’.
Während sie ihre Schnäbel noch zärtlich aneinander rieben und ihr Gefieder leise im lauen Wind raschelte tauchte ein winziges rotes Lämpchen ihre Federn in sacht Rote Töne. Lange hielt Susan es nicht aus und so stand sie kurz aus dem mittlerweile gemütlich warmen Nest auf und zwinkerte einmal kurz in die Infrarot Kamera, ehe sie den Deckel davor fallen ließ. Dann kehrte sie mit freudiger Mine zu Nain zurück. Ihr fiel dabei auf, dass er irgendwie nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hatte. Die Federn gefielen ihr einfach und die Schnäbel besaßen mehr Gefühl, als sie gedacht hatte.
So kuschelte sie sich wieder an ihn und rieb noch einige Zeit ihren Schnabel an Nains.

Mit strubbeligem Gefieder schreckte Susan hoch.
Etwas verschlafen schaute sie in den morgendlichen Himmel. Anscheinend schlief sie einfach zu selten unter freiem Himmel, denn normalerweise wäre sie nicht zum Sonnenaufgang aufgewacht, aber es war einfach so hell. Neben sich spürte sie Nain, der noch immer eine Schwinge um sie gelegt da hockte und leicht verträumt aussah.
So sehr Susan den Augenblick auch genoss, in diesem Moment wünschte sie sich eine Uhr. Immerhin würden sie doch irgendwann heute zum Labor gefahren werden…
Neben ihr begann sich Nain aus seinen Träumen zu schälen und erwachte so langsam aber merklich ebenfalls.
„Na, mein Adler, gut geschlafen?“, krächzte Susan fröhlich in seine Richtung und fuhr mit dem Schnabel einmal zärtlich durch sein Gefieder.
„Etwas stachelig war es doch…“, murmelte Nain verschlafen.
„Und da siehst du einmal, warum du das nächste Mal das Nest weicher auspolsterst, mit Moos und so.“
„Jaja, bestimmt…“, brummelte Nain.
Susan ließ ihren Schnabel noch einmal an seinen entlang gleiten, stand dann auf und schüttelte sich kurz.
„So, auf geht’s, Nain, heute ist ein wichtiger Tag, unser erster Arbeitstag.“
„Bist du dir sicher, dass es nicht noch etwas früh ist?“
„Ich bin wach, also ist es früh genug zum Frühstück.“, stellte Susan fest.
„Ich glaube wir haben keinen Fisch mehr…“, wandte Nain ein.
„Zum Glück bin ich da weniger gebunden.“, krächzte Susan vergnügt.
„Außerdem: Fisch zum Frühstück? Ekelig.“
„Schmeckt aber.“, meinte Nain und stand resignierend ebenfalls auf.
Leise verließen sie die Voliere, die sich mehr und mehr mit Vogelgeträllere erfüllte. Sie wollten gerade das Haus betreten, als ein Auto näher zu kommen schien. Ein kurzer Blick genügte, um den silbernen Aufdruck ‚SBL’ zu lesen.
„Die sind aber ganz schön früh…“, murmelte Susan.
„Lass die doch, es ist wahrscheinlich schon sieben oder so und wenn um acht die Arbeitszeit beginnen soll passt es doch.“
„Wahrscheinlich hast du Recht.“, murmelte Susan.
Da das Haus recht einsam stand und in der Nähe keine Nachbarn waren trauten sich die beiden zu sich einfach in die Hofeinfahrt zu stellen.
Der große Wagen bog wie erwartet bei ihnen ein und hielt schließlich vor den beiden. Er war größer als ein normaler Wagen und irgendwie wahrscheinlich eine Spezialanfertigung, denn er passte so zu gar keinem bekannten Modell.
Die Schiebetür an der Seite wurde von zwei Leuten geöffnet, die ihren Dienst routiniert zu meistern schienen, denn kaum waren sie draußen holten sie eine kleine Rampe heraus, stellten diese an den Wagen und kamen auf Nain und Susan zu mit der Bitte doch einzusteigen.
„Ähm, sicher, aber wozu die Rampe und wer seid ihr?“, fragte Nain neugierig.
„Ich bin John und mein Kollege da ist Kevin. Einige der Neuen schätzen ihre Kräfte falsch ein. Spring doch kurz hoch.“, erklärte ein großer, schrankartiger Mann mit kurz geschnittenen Haaren.
Nain zog die Beine kurz an und machte einen kleinen Sprung, wie wenn er in das Auto springen wollte. Tatsächlich sprang er aber fast eine ganze Körperlänge über den Wagen hinaus und fing sich mit den Flügeln fast automatisch ab.
„Ok, das erklärt es.“, gab er nach dem Versuch zu.
„Also, nur zu, drinnen schnallen wir euch fest, Autofahrten könnte euch ungewohnt vorkommen in diesen Körpern.“, meinte der Kleinere mit einer Geste zur Rampe.
Neugierig bestiegen beide den Wagen und fanden sich kurz darauf auf einer Art Sitzstange wieder, auf der sie seitlich im Wagen saßen und wurden an dem Wagen mit gleich zwei Gurten festgeschnallt. Selbst wenn sie herunterfallen würden, besonders weit kämen sie nicht.
„hm, John und Kevin… erinnert mich an irgendetwas… schwarze Anzüge…“, dachte Nain dabei laut.
Kevin lächelte: „Ja, ich vermute ihr kennt die Men in Black, oder?“
„Wir finden den Job so interessanter und uns ist keine Kleidung vorgeschrieben.“, stimmte John lachend ein. Nain und Susan sahen sich nur mit eindeutigen Blicken an.

Die Fahrt selbst verlief eher ereignislos, sie konnten nicht sonderlich viel sehen durch die getönten Scheiben und das ständige hin und her gefiel ihnen auch nicht besonders.
Endlich hielt der Wagen und die Tür wurde geöffnet. Fast wortlos führten die Männer sie aus der großen Garage hinaus in der der Wagen gefahren war. Es ging einen kurzen, breiten Gang entlang und dann durch eine breite Tür in ein „Wartezimmer“, wo sie warten sollten, während die beiden Männer wieder verschwanden.
Es gibt Zimmer im Universum, die einfach nichts anderes sein können. Ihr Charme beschränkt sich zumeist auf ein paar Stühle und Zeitschriften, je nach Art können auch ein paar Spielzeugkisten für kleine, nervende Kinder vorhanden sein, dieses war allerdings ohne dem Zusatzmodul.
Unschlüssig wanderten die beiden etwas herum und stöberten kurz in den Zeitschriften.
„Guck mal, Nain, die neue Bademode für solche, wie uns.“, bemerkte Susan. „Die geben sich ja echt Mühe, wie?“
„Das sieht aber komisch aus… und die Models sind am PC entstanden.“, widersprach Nain.
„Vielleicht haben sie noch nicht so viele Fotomodelle?“, wandte Susan ein.
Sie hörten das Klicken der Türklinke.
„Nein, nein, das andere Wartezimmer, sie sind zu weit!“, scholl eine Stimme den Gang entlang.
„Ach, jedes Wartezimmer ist mir recht.“, widersprach eine raue Stimme, die mitsamt den dazugehörigen Mann nun das Zimmer betrat und mit weit geöffneten Augen vor den beiden Vögeln stehen blieb.
„Was zum Henker ist DAS?!“, entfuhr es ihm.
Susan und Nain standen wie versteinert da.

„Entschuldigen Professor Koranson, ihr Wartezimmer ist wirklich woanders.“, klang es vom Flur und eine Frau näherte sich mit schnellen Schritten.
„Ähm, Krah?“, sagte Susan.
„Sind die echt?“, fragte der Mann hilfesuchend.
Die beiden Vögel antworteten nur „krächz“ und schüttelten die Köpfe.
„Ihr versteht sogar was ich sage?“, der Mann geriet immer mehr außer sich und nahm seine Brille ungläubig ab, setzte sie aber gleich wieder auf, weil er ohne sie nichts sehen konnte.
„Krah“, sagte Susan und schüttelte den Kopf erneut, während Nain „krächz“ sagte und resignierend nickte.
Die Sekretärin war inzwischen hinter dem Mann aufgetaucht und zuppelte ihm am Hemdärmel.
„Ihr versteht mich… und ihr könnt sprechen!“, entfuhr es dem Mann.
„Nein, äh Krah!“, sagte Susan eindringlich.
„Ein Wunder der Natur! Ihr sagt die ganze Zeit die Vogellaute!“, ereiferte sich der Mann.
Nain und Susan sahen sich an, mehr oder weniger resignierend und im Glauben alles falsch gemacht zu haben.
„Ah, hier sind sie, Charly, sind sie doch glatt einem Scherz unserer Grafiker auf dem Leim gegangen.“, rettete eine Männliche Stimme hinter ihnen die Situation.
„Scherz?“, entfuhr es Charly Koranson, Susan und Nain.
„Ja, unsere 3D Modellbauer hatten viel Spaß mit den beiden Vögeln, sie sind sogar richtig interaktiv.“, erklärte der Mann.
Susan und Nain begannen zu verstehen, aber dieser Charly schien seine gerade gezeigte Begeisterung, die seinen Zügen ein freudiges Lächeln mit glühendem Eifer gegeben hatte, langsam wieder zu verlieren.
Vielleicht war es ja besser, wenn er diese Freude behielt? Konnte das überhaupt großartig schaden?
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