This choice: Sie spielen mit und lenken ihn so hoffentlich in normale Bahnen. | Go Back Chapter 49: Willkommen im SBL I (ID #805162) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Für einen Augenblick sah es fast so aus als würde der Wissenschaftler nachgeben, doch dann trat der Mitdreißiger blitzschnell zu Nain heran und griff mit seinem Arm nach den weißen Bauchfedern. Der Fischadler wollte erschrocken einen Satz nach hinten machen, doch es war schon zu spät, die Finger des anderen hatten schon seine Federn rau gepackt.
„Au!“, krächzte Nain laut und versuchte sein Gefieder zu befreien. „Nicht so grob!“
Doch Charly Koranson dachte nicht im Traum daran los zu lassen. Sein Mund hatte sich zu einem weiten „Woooow...“ geöffnet während der Blick in seinen Augen zwischen freudiger Bestätigung und unersättlicher Neugier hin und her sprang. Unangenehm grob fuhren seine Finger tiefer in Nains Gefieder, worauf dieser bedrohlich die Federn aufplusterte und Koranson erschrocken zurück sprang.
„Ich... ich hab's doch gewusst das ihr echt seit! Ha! ...Ähm, sie da, sie MÜSSEN mich einfach die beiden hier erforschen lassen, großer Gott, stellten sie sich doch nur einmal vor was für einen Sprung...“
Der Wissenschaftler verstummte langsam als er sah mit welch eisigen Blicken ihn die beiden anderen Menschen durchbohrten.
„Mr. Koranson, würden sie mir bitte für einen Moment folgen...“, sagte der Mann, der versucht hatte die Situation zu retten. In seinen Worten schwang eine unausgesprochene Drohung mit, die kein wenn und aber kannte.
„Aber... Nur ein Mo-...“
„Jetzt.“
…
„Das haben wir wohl ziemlich versaut, was?“, krächzte Nain mit einem nüchternem Federlächeln, als die Tür des Wartezimmers zufiel und die beiden wieder alleine waren.
„Ein bisschen schon, ja... Aber was sollen wir denn schon groß machen wenn plötzlich ein anscheinend nicht Eingeweihter ins Zimmer platzt.“, meinte Susan trocken und setzte sich wieder auf einen der Stühle.
Nain setzte sich dicht neben sie und legte dösend den Kopf auf ihre Schulter während er seine schmerzenden Bauchfedern wieder glatt strich. Neugierig begann Susan wieder in den Modezeitschriften zu blättern.
Es war erstaunlich welche Vielfalt an Kleidungsstücken sich die Leute hier für Tiermenschen ausgedacht hatten, von Hochzeitskleidern bis zu Badebekleidung in allen Farben und Mustern war vertreten. Nur sahen die meisten eher unbequem oder ein wenig lächerlich aus, aber man konnte erkennen dass einige Mühe hinter den Entwurfen gesteckt haben musste...
Interessanter waren die die „Gadgets“, wie sie in der Zeitschrift genannt wurden. Hier wurden allerlei technische und praktische Entwicklungen vorgestellt, die einem das Leben als anthropomorpher Mensch erleichtern sollten. Von Handys und MP3-Player mit angepassten Kopfhörern bis zu einfach speziell geschnittenen Umhänge Taschen waren allerlei Spielereien vertreten, manche mehr manche weniger nützlich.
Besonders angetan hatte es Susan der „Flugsichere Gürtel V1.3“. Es war ein je nach Gefiederfarbe oder Wunsch speziell gefärbter, dünner und robuster Ledergürtel der über dem Bürzelansatz getragen wurde. Am hinteren Stück des Gürtels führte ein langer, dünner Streifen aus dem gleichen Material das Rückgrat entlang zum Hals, wo er an einem schicken Halsband oder einer Halskette verbunden war (je nach Wunsch alles in verschiedenen Farben, Mustern und Formen, der Kunde sei ja König). So konnte der Gürtel während des Fluges nicht einfach von den geschmeidigen Federn abrutschen und verloren gehen.
An dem Gürtel konnte man allerlei Täschchen befestigen, die zugeknöpft werden konnten und einwandfrei Hosen- oder Handtaschen ersetzen konnten („Fliege und jage durch die Lüfte, während du deinen Lieblingsliedern lauschst !“).
Wenn ich genug Geld angespart hab, werde ich mir wohl so einen Gürtel kaufen, beschloss Susan in Gedanken und legte die Zeitschrift an ihren Platz zurück. Und vielleicht noch ein paar Bikinis, selbst wenn die ganzen Sachen ziemlich viel Geld kosten...
Entspannt lehnte sie ihren Kopf an den von Nain und streichelte mit ihrem langem Schnabel sanft durch dessen Kopfgefieder. Langsam wurden ihre Lieder immer schwerer...
Klackend öffnete sich die Tür und die beiden ruckten ihre gefiederten Köpfe zum Türrahmen. Eine streng wirkende, schlaksige Frau betrat tippelnd den Raum. Ihre wilden, rostroten Locken wippten mit jedem Schritt auf und ab, während eine ansteckende Rastlosigkeit von ihr auszugehen schien. Eine kastenförmige Brille saß auf der Stupsnase und ihre grünen Augen blitzten sie ungeduldig an.
„Mrs Gregorthy und Mr Chinaskie nehme ich an?“, fragte sie in Befehls gewohntem Ton.
Die beiden nickten schüchtern und ein eindeutig gezwungenes Vertreterlächeln auf und sagte eine Spur freundlicher „Willkommen im Symbiotiv Biological Lab Industries, dem weltweit heimlichen Führer in der biochemischen und biotechnischen Wissenschaft. Ich bin Dorothy Carson, Chefassistenzsekretärin und werde sie ein wenig durch den Betrieb führen.“
Prompt als sie den Satz gesagt hatte, verhärteten sich ihre Gesichtszüge wieder.
„Also folgen sie mir bitte schnell, wir liegen schon weit genug im Zeitplan zurück und mein Schreibtisch quellt über vor Arbeit, die sonst keiner machen will.“
Eilig folgten sie der ungeduldigen Sekretärin durch einige schmucklose Gänge in eine Art Fotostudio, in der ein gelangweilter Mann schnell ein paar Passfotos von den beiden ablichtete. Die werden dann für den Firmenausweis verwendet, hatte Dorothy gemeint und die beiden gleich danach weiter gescheucht.
Nain kam sich vor als sei er ein kleiner Junge, mitten in einem rießigen Jahrmarkt. Fasziniert und verwundert wanderte sein Blick mal hierhin, mal dorthin. Überall schienen immer ein paar Tiermenschen, oder „Anthros“ wie sie hier genannt wurden, anwesend zu sein, die ihnen freundlich zunickten, aber sonst kein allzu großes Interesse zeigten. Jeder war eine andere Tierart, überall zuckten und wedelten Ruten aller Art und Form, hörte man das rascheln von Federn durch die klimatisierten Abteilungen.
Niemand hier schien sich an dem tierischen Äußeren von Susan und ihn zu stören, es war als seien sie ganz normale Arbeitskollegen die nur gerade einmal vorbei schauten. Die Artenvielfalt von Anthros, wie sie aussahen und einfach so mit einem freundlichem Nicken an ihnen vorbei liefen, machte Nain sprachlos. Nun gut, die anderen waren auch nur wie er oder Susan, bloß in einer anderen Rasse... Trotzdem konnte er nicht umhin die anderen eine Weile lang einfach nur verwundert anzustarren, bis Susan ihn verlegen mit dem Flügel an stupste.
Vorbei an pflanzenreichen, offenen Büros führte Dorothy sie zu einem gläsernen Gang, der wie eine Hauptstraße durch das gesamte Firmengebäude führte. Ihre Vogelklauen klickten und schabten leise über den Fließboden, während die Sekretärin beständig allerlei Dinge über das SBL herunter plapperte, ohne groß einen Wert darauf zu legen ob die beiden Vogelanthros wirklich etwas davon im Kopf behielten.
Susan und Nain waren ohnehin zu sehr damit beschäftigt durch das Glas hindurch die Umgebung zu bewundern. In vielen, großen Sporthallen konnten Anthros trainieren und so ihren Körper besser zu verstehen und zu kontrollieren lernen. Die Trainingsgeräte und Arten sahen fremd, aber auch interessant aus, vor allem die große „Flughalle“, in der die avianen Tiermenschen die Feinheiten des Fliegens zu erlernen. Ein wenig eifersüchtig beobachteten sie eine Weile die paar anderen Anthrovögel bei einigen Flugmanövern, bis Dorothy die beiden weiter scheuchte. Where will this story go next? Your choices are below...
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