This choice: ... | Go Back Chapter 50: Willkommen im SBL II (ID #816051) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Wieder gingen sie an einem großem Raum vorbei, der wie eine Werkhalle aussah und in der ein paar Anthros in Blaumänner die Maschinen darin bedienten.
„... und hier ist die Werkstatt in der anthropomorphe Menschen wie ihr in mechanischen und verarbeitenden Handwerksberufen ausgebildet werden können.“, sagte Dorothy beiläufig und hielt kurz an um den beiden einen flüchtigen Blick zu gönnen.
„Das SBL bietet allerdings auch noch viele andere Berufe zur Ausbildung an, von Gärtnern bis zum Rechtsanwalt haben wir eigentlich eine sehr großzügige Auswahl. Sofern sie beide sich weiterbilden möchten, sei es um Zeit zu vertreiben oder um noch etwas extra Geld dazu zu verdienen.“
Sie lächelte die überraschten Vogelgesichter spöttisch an. „Was, haben sie etwa gedacht wir würden ihnen keine weiterbildenden Maßnahmen anbieten? Das wir sie einfach versauern lassen?“
Bevor Susan oder Nain etwas sagen konnten, hatte Dorothy sich schon wieder zackig umgedreht. „Kommen sie bitte, nicht bummeln, wir liegen schon weit genug im Zeitplan zurück.“
Die beiden warfen noch einen interessierten Blick auf die Werkmaschinen und folgten dann eilig der schnell davon stacksenden Sekretärin.
Dorothy führte sie vorbei an weiteren Büros, Trainingsräumen und sogar kleinen Café's vorbei, in denen man sich für eine Weile zurück ziehen konnten. Vor ein paar Aufzügen, die in der Seitenwand des Glasganges eingebaut waren, blieb ihre Führerin dann stehen und drehte sich zu ihnen um.
„Ich werde sie nun zum Zentrallabor bringen. Dort werden alle entnommenen Proben, die für diverse Experimente gedacht sind, gelagert und das Mittel hergestellt das sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Genauso wie das Gegenmittel. Außerdem arbeitet dort gerade der leitende Wissenschaftler des SBL's, bei ihm können sie dann all ihre Fragen stellen.“
Mit einem flüchtigen Knopfdruck rief sie den Aufzug, der nur ein paar Sekunden später mit einem „Ping!“ seine Kabinentür den dreien öffnete.
Die Kabine rauschte mit leisem Summen zügig immer weiter in die Tiefe, während im Hintergrund leise die Klänge eines Pianos sanft durch den Raum klimperten. Susans Federn vibrierten vor Unwohlsein und wieder kroch diese fremde Platzangst ihre Fußklauen hinauf. Sie beruhigte sich ein wenig als Nain zärtlich eine Schwinge um sie legte und stupste ihn dankend mit dem Schnabel an.
Sachte bremste der Aufzug auf einmal ab und hielt dann mit typischem „Ping!“ an.
Die Kabinentüren schwang auf und...
Entsetzt zuckten Nain und Susan zusammen, als sie das... Ding sahen, was sich da mühsam atmend in die Kabine bewegte. Beine und Arme des Wesens waren verbogen und verschoben,als wenn sie übel gebrochen und dann grottenschlecht geschient worden wären. Das Gesicht war eine groteskte, kräftig nach vorne gezogene Maske an der vereinzelt Büschel grauen Haars hingen. Fast so, wie wenn alle Gesichtsmerkmale auf einer langen und schlauchartigen Nase entlang verteil wären. Aus dem Mund (zumindest nahm Nain an dass die seltsame Öffnung an der Nase einer war) hing eine viel zu lange Zunge, auf der ungesund wirkenden Haut wuchsen hier und da kleine Fellbüschel.
Nur ein paar trauriger Augen verrieten das Menschliche in dem Wesen, und die beiden Vogelmenschen schämten sich wegen ihrer Reaktion.
Unbewusst drückte sich Nain etwas dichter an die Kabinenwand als der entartete Mensch ihn mit dem Rücken zu berühren drohte und schämte sich dann um so mehr. Aber er konnte irgendwie nichts dagegen machen, er... ekelte sich einfach zu sehr vor dem Fremden, bohrte sich der glühende Stachel der Scham noch so tief in seinen Magen.
Nach ein paar Stockwerken stieg er oder sie wieder aus dem Aufzug aus und ließ die drei in unbequemen Schweigen zurück. Erst kurz vor dem untersten Stockwerk, ihrem Ziel, krächzte Nain „Wer oder was war das?“
Die sonst so kalte Dorothy zeigte auf einmal Gefühle. Bedauernd begann sie „Nun, ihr habt ja auch erst verändert nach dem ihr AP-37 eingenommen habt. Meist in Teebeuteln verpackt, aber dazu mehr später im Labor. Allerdings hat keine Medizin, kein chemisches Mittel und dergleichen eine 100% Funktionsgarantie oder eine Garantie auf keine Nebenwirkungen, deshalb entstehen manchmal eben 'Fehlschläge', wie der arme Kerl gerade. Natürlich kümmern wir uns um diese Menschen, die sich nur teilweise verwandelt haben, deren Knochen mitten im Verschiebungsprozess stoppten, die nun qualvoll mit einem entstellten und kaputten Körper leben müssen. Aber ob das ein so großer Trost für sie ist...
Solche Fehlschläge sind sehr, sehr selten, wie die Nebenwirkungen bei diversen Medikamenten, aber geben tut es sie trotzdem immer...“
Sanft bremste der der Aufzug wieder ab und öffnete seine Türen. Sie hatten das unterste Stockwerk erreicht.
„Kommen sie, ich bringe sie jetzt zu dem Mann, der ihnen das alles sehr viel besser erklären kann.“
Sie betraten die kleine kreisrunde Halle, die vor ihnen lag. Leise klackten die Klauen der beiden Vogelmenschen auf dem polierten Marmorboden während auf ihren Federn sanft das warme Licht schimmerte.
„Ich sage nur einmal schnell bescheid dass sie da sind, sie dürfen sich ruhig auf die da Bank setzen...“, sagte Dorothy gehetzt und verschwand hinter einer der in den klinisch weißen Wänden eingebauten Milchglastüren.
Staunend gingen die beiden auf das Holzbankrund zu, das um einen runden, weißen Brunnen angebaut war. Auf einem Podest in dass zahlreiche verworrene Linien gehauen waren, die wohl Wurzeln darstellen sollte, stand die schlanke Statue eines Anthrowaschbären. Freundlich schien er den Neuankömmlingen mit einer Laborflasche zu zu prosten, aus dem leise Wasser zu seinen Pfoten hinab plätscherte. Die spiralförmigen Wurzeln entlang rann das Wasser zurück ins seichte Becken, dessen Boden mit azurblauen Mosaik verziert war. Zu Füßen der Statue stand ein verglastes Foto eines älteren Mannes mit markanten Gesichtszügen und Spitzbart, der ihnen ebenso mit einem vollen Weinglas zu zu prosten schien.
„Den Eingang zu einem Labor hab ich mir irgendwie anders vorgestellt...“, krächzte Nain leise als sie direkt vor dem Brunnen standen.
Susan lächelte nur flüchtig und zog mit ihrem Krallenfinger kleine Kreise im Wasser. „Wenn ich mir vorstelle dass ich so hätte enden können wie dieser... Mensch im Aufzug gerade... Oder du...“
Ihr Freund legte ihr vertraut einen Flügel um die Schulten und drückte sie sanft an sich. „Aber das ist es ja nicht, oder?“
Doch Nain spürte dass immer noch etwas schwer auf dem Herzen seiner Freundin lag. Immer noch zog Susan trübe Kreise im Wasser und scharrte mit einer Klaue sachte über den Marmorboden. Da glaubte er zu wissen, was sie bedrückte. Lächelnd öffnete Nain seinen Adlerschnabel einen Spalt und küsste mit seiner Zungenspitze seine Freundin liebevoll auf die Backenfedern. Susan spürte, wie ein tiefes Vertrauen und die reine, unerschütterliche Liebe entlang seiner weichen Zunge in ihr Inneres floss und jede Sorge hinweg fegte.
„Ich schiebe keine Vorwürfe gegen dich vor mir her, Susan. Ich bin dir sogar dankbar dass du mir gestern den Tee gegeben hast und ich hätte ihn auch genommen wenn du mir gesagt hättest was er bewirkt. Vielleicht hätte ich ihn dann erst recht genommen, so viel aufregendes und verwirrendes...“, hauchte er ihr leise zu.
„'Unser kleines Abenteuer'...“ flüsterte Susan und sah ihm unendlich dankbar in die Adleraugen.
Liebevoll lächelnd rieben sie ihre Schnäbel vertraut aneinander und umarmten sich jeweils mit einer Schwingen. Gurrend genossen sie die innige Zweisamkeit und das Gefühl der übereinander streichelnden Federn...
„Genau, unser kleines Abenteuer.“
Damit löste sich Nain von ihr und stupste sie mit einer braun-weißen Schwinge an. „Und jetzt vergesse mal ganz schnell den Gedanken das ich dir im stillen Vorwürfe mach.“ Where will this story go next? Your choices are below...
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