This choice: ... | Go Back Chapter 51: Willkommen im Zentrallabor! (ID #821671) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author „Guten Morgen...“, brummte ein ruhige und rauchige Bärenstimme hinter ihnen.
Verwundert drehten die beiden ihre Köpfe nach hinten. Ein ergrauter Mann kräftiger Statur umrundete gerade den Brunnen und machte anstallten sich zu ihnen zu setzen. Ein freundliches Lächeln war auf dem zerfurchten Gesicht zu sehen während ihnen seine dunklen Augen unter dichten Brauen gelassen entgegensahen.
„Ihr seid die beiden neuen richtig? Ich bin Professor Dr. van Bachen, der Leiter des Zentrallabors hier.“
Der Mann setzte sich neben Susan, rückte seinen weißen Arztkittel zurecht und nahm erst einmal einen kräftigen Schluck aus dem dampfenden Kaffeebecher, den er in einer seiner großen Hände fest umschlossen hielt.
„Entschuldigt, aber ohne meinen Kaffee bin ich nur ein dösender Zombie der durch sein Labor schlurft“ lachte er gezwungen und reichte den beiden die freie Rechte.
Mit seiner tiefen Stimme und dem kurzen grauen Vollbart erinnerte er viel mehr an einen gutmütigen Weihnachtsmann als an einen Laborprofessor. Nach dem sie sich ihm vorgestellt hatten sagte van Bachen
„Nun, ich denke ihr habt einige Fragen an mich und wir haben ein wenig Zeit bevor eure medizinische Untersuchung beginnt. Also, was wollt ihr wissen?“
Susans Federn raschelten kurz auf. Endlich würden all die unklaren Fragen und Hintergründe geklärt werden! Und von all den Fragen die in ihrem Rabenschädel herumschwirrten, leuchtete eine ganz besonders hervor:
„Warum wir? Warum seid ihr ausgerechnet auf uns gekommen?“
„Je nachdem welche Tierart wir für unsere wissenschaftliche Arbeit benötigen suchen wir uns Leute, die von der Psyche her am besten mit ihrer Veränderung umgehen können. Da du wie deine Eltern von Vögeln fasziniert bist, mit ihrem Verhalten und Angewohnheiten vertraut bist, dachten wir uns dass du am besten mit deiner jetzigen Gestalt umgehen und Leben kannst.
Allerdings haben wir nicht damit gerechnet das du deinem Freund etwas von dem... Tee abgeben würdest“.
Ein leiser Tadel schwang in seinen letzten Worten mit. Doch bevor in Susan wieder Schuldgefühle aufkeimen konnten krächzte Nain lauernd „Ist es nicht sowieso leichtsinnig dieses Zeug in Teepackungen den Leuten in die Hand zu drücken? Was wäre denn gewesen wenn Susan eine rießen Teeparty gemacht hätte?“
„Ganz einfach: Die Menge hätte niemals ausgereicht um so eine Veranstaltung zu versorgen. Nur ein konzentrierte Tasse von AP-37 sorgt für den gewünschten Effekt, stark verdünnt erkennt der Körper es einfach als Schadstoff an und baut es selbständig ab bevor etwas passieren kann. Und in den Teepackungen waren ja auch nur vier Beutel darin, falls jemand mal was verschüttet, damit garantiert ist dass die Person das Mittel trinkt.“
„Da kann immer noch einiges schief gehen“ stellte Nain fest.
„Wie wir bei ihnen gesehen haben. Normalerweise sorgt der Schlaf nach dem Einnehmen dafür das niemand das Zeug weiter verteilt, und mithilfe eines kleinen Schlafmittels ist dafür gesorgt...“
Susan schüttelte zweifelnd den Kopf „Aber sie überwachen doch nicht ganz Maple Valley! Woher wollen sie denn überhaupt mit Sicherheit sagen können das ich hiermit...“ sie hob eine Schwinge „... zurecht komme? Woher nehmen sie sich überhaupt das Recht einfach so das Leben eines Menschen derart krass zu ändern?!“
Für einen Moment glaubten die beiden ein genervtes Funkeln in den dunklen Augen des Professors zu sehen. „In dieser Stadt gibt es nur eine Schule, die meisten unserer Mitarbeiter wohnen hier. Was glauben sie denn wie leicht es für uns ist von ihnen einen Einblick zu gewinnen wie sie ticken.
Woher wir uns das Recht nehmen? Das Wohl der Menschheit liegt über allem, seien sie froh das sie etwas zur Verbesserung der Welt beitragen können! Wer weiß denn ob wir nicht in ihnen das Heilmittel gegen Aids und Krebs finden? Die Lösung gegen die Malariaseuche in der Dritten Welt? Oder vielleicht eine ihrer Körpereigenschaften uns dazu verhilft einen Stoff zu entwickeln, der sich von der Isolation her der Umgebung anpasst?
So viele Dinge gibt es noch zu entdecken und noch viel mehr zu verbessern. Der Energieverbrauch durch Heizkosten wäre um vieles niedriger würden alle einen Pelz oder ein Gefieder tragen“, fügte van Bachen trocken hinzu.
Nain schnarrte geringschätzig doch seine Freundin legte ihm sanft die Krallenhand auf die Schulter. Es hatte keinen Sinn mit diesem Weißkittel darüber zu diskutieren und ihn zu verärgern, der würde doch sowieso nicht seine Weltansicht verändern.
„Wie... wie funktioniert eigentlich überhaupt dieses Mittel das uns verwandelt hat?“
Ein dankbares Lächeln entstand im Gesicht des Mannes. „Ich nehme einmal an das ihr wisst das die DNA sozusagen der Bauplan einer jeden Zelle ist. In jeder Zelle ist ein DNA-Strang enthalten, dieser Bauplan wird durch Proteine und Botenstoffe an andere neue Zellen weitergegeben, die sich noch aufbauen.
AP-37 wirkt fast wie eine Art Virus, er korrumpiert die Körperzellen um sich zu verbreiten und seine 'Ladung' an die Gene abzugeben. Da sich das Mittel als Protein tarnt, erkennt unser Immunsystem es nicht, oder zumindest erst wenn es zu spät ist. Diese 'korrupten Proteine' ändern allerdings nicht die DNA selbst in der Zelle, sondern nur die ausgeschütteten Proteine und Botenstoffe.
Sie hängen sich an die normalen Proteine, die die Botenstoffe produzieren, und bauen da ihre Befehle ein. Sie fangen also sozusagen den Boten mit dem Bauplan ab und verändern den genetischen Bauplan. So schleicht sich dann dieser neue Bauplan durch den Körper und verändert die Zellen, bis sie nach dem neuen Bauplan 'stimmen'.
Das Gegenmittel, was ich entwickelt habe nebenbei erwähnt, löst die korrupten Proteine und lässt die 'echten' wieder normal ihre Arbeit machen. Das heißt niemand fängt mehr den Boten mit den Bauplänen ab und verändert sie, der Körper baut nach seiner richtigen DNA seine Zellen auf.
Natürlich ist das alles nur sehr vereinfacht ausgedrückt, da passiert noch viel mehr. Aber im großen und ganzen ist das dann doch irgendwie alles... Ach, Biologie und Chemie können so schön verwirrend sein, nicht?“
Nain hatte nachdenklich den Kopf zur Seite gelegt, doch er nickte dann langsam. „Aber wie kommt es das wir beide zwei völlig andere Vogelrassen sind, obwohl wir vom gleichen Tee getrunken haben?“
„Wir haben die kleine Teeschachtel mit zwei... 'Sorten' gefüllt, die eine hat die 'Baupläne' für einen Kolkraben, die andere für einen Fischadler. Der Rabe kam in Frage da es ihr Lieblingstier war, der Fischadler weil wir uns dachten das es wohl auch in Ordnung ginge, wenn sie sich ins Lieblingstier ihres Freunden verwandelte. Je nachdem welche Tierart wir für unsere Arbeit hier brauchen, suchen wir uns das Mittel mit dem entsprechenden genetischen Bauplan dafür aus.“
„Meine Güte, lohnt sich dieser ganze Aufwand wirklich?“, fragte Susan laut, worauf der Professor nur mit ernstem Blick entschlossen nickte.
„Aber wer hat mit diesem Wahnsinn angefangen? Ich mein... niemand panscht in einem Labor herum und plötzlich wachsen ihm Federn!“
„Nein natürlich nicht.“
Van Bachen deutete gelassen hinter sie, wo das eingerahmte Foto und der steinerne Waschbärmensch standen. „Unser Firmengründer William Corwind hier hat in den sechzigern mit ein paar Forscherkollegen in Südamerika in einem Gebirgstal einen äußerst Interessanten Fund gemacht. Mitten in den Steintrümmern, die wohl mal Atztekentempel gewesen waren, hat er ein kleines Lederbüchlein gefunden. Die Atzteken kannten keine Schrift, daher konnte dieses Werk nur von einem Europäer stammen.
Doch das eigentlich Interessante dabei war, was in dem Buch stand! Es schien eine Art Bericht von irgendeinem der vielen Abenteurer während des Cortézfeldzugs zu sein.“
Van Bachen nahm einen kräftigen Zug aus der Kaffeetasse. „Das ganze las sich mehr wie irgendeine Korsarengeschichte die sich ein besoffener Seemann ausgedacht hat. Nach einigen Wochen behauptete der Verfasser auf eine ganze Stadt voller anthropomorpher Tierwesen zu sein, die friedfertig mit den Ureinwohner nebeneinander gelebt hätten. Sie sollen den Indianer mit Rat und Tat beiseite gestanden, Technologien und so weiter ausgetauscht haben. Später stellt sich heraus das der Verfasser selbst wohl zu einem Anthro wurde.“
Er erwiderte Nains ungläubiges Grinsen. „Ja, zu aller erst hab ich auch gelacht und gemeint man solle mich mit so einen Unsinn in Ruhe lassen. Doch zwischen den letzten Seiten war eine Handvoll fremdartiger Federn und ein paar Schuppen eingeklemmt. Widerstrebend hab ich DNA-Analysen betrieben und was sich bei denen herausgestellt hat, hat mich zutiefst verwirrt.“
„Sie wollen uns doch nicht etwas weiß machen dass es einmal ohne menschliche Nachhilfe Tiermenschen gegeben hat? ...Und dass die in Südamerika lebten?“
Der Professor zuckte mit den Achseln. „Die Federn hatten das passende Alter zum Buch, Feder wie Schuppen konnten keinem bisher registriertem Tier nachgewiesen werden und der DNA-Strang sah mehr als merkwürdig aus. Auf jeden Fall nicht natürlich genug als das ich eindeutig sagen könnte dass es vollkommen ausgeschlossen sei.“
Die beiden Vögel sahen ihn weiter ungläubig an, was der ergraute Mann geflissentlich ignorierte. „Nach diesem seltsamen Fund und meinem Gutachten hat Corwind alles mögliche Unternommen um das beschriebene Mittel herzustellen, ein 'Nicht möglich' schien es für ihn nicht zu geben. Am Ende hat er sogar geschafft es nach zu brauen. Wie? Das weiß bis heute keiner so genau...
Corwind der Irre hat es gleich an sich selbst ausprobiert und wäre vor Schmerzen fast gestorben. Man muss aber dazu sagen dass sein Magen von den vielen Fehlversuchen zuvor schon einiges mitgenommen hatte...
Auf jeden Fall verließ eines Tages einen übergroßer aufrecht gehender Waschbär sein Labor und erschrak seine Frau fast zu Tode. Das war der Beginn von SBL Industries.
'Anthropomorphus Paremozil 37' ist seitdem weiterentwickelt wurden. Wir haben es geschafft einige schmerzmildende und -betäubende Elemente einzubauen, aber wie ihr gemerkt habt ist diese Verwandlung immer noch ziemlich qualvoll. Aber die Erfolge die wir bisher erreicht haben bügeln das alles aus.“
Van Bachen förderte ein kleines, summendes Handy aus seiner Hosentasche hervor. „Ich würde noch gerne weiter mit euch über unsere Firmengeschichte reden, aber eure medizinische Untersuchung beginnt jetzt gleich. Wir müssen ja sichergehen dass in eurem inneren alles in Ordnung ist“.
Mit einem letzten nachdenklichen Blick auf den Brunnen folgten die beiden dem Weißkittel durch eine Tür in den Nebenraum.
„Was hältst du von dieser Geschichte? Ob er uns nur veralbert?“ fragte Nain seine Freundin leise krächzend, doch die zuckte nur unentschlossen mit den gefiederten Schultern. Where will this story go next? Your choices are below...
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