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Monday
May 28, 2012
2:14am EDT


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
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  Chapter 53: Ein fremder Bekannter   (ID #961904)
    an addition by: yarrek  More by this author

„Die kommen sicher gleich nach. Nain habe ich vorhin vor dem Röntgenraum gerochen.“
„Wie...?“
Verwirrt sah Susan von ihrem Shake auf, doch dann wurde ihr Blick betreten. „Ach so, ja, die Fuchsnase...“
Victor verzog seine dunklen Lefzen zu einem weiteren, gutmütigen Lächeln. „Ich muss mich auch daran gewöhnen dich mit einem Schnabel zu sehen.“
Flüchtig erwiderte sie sein Lächeln und wandte sich wieder ihrem Glas zu. Wie so vieles hier war auch dieses den veränderten Körpern der Tiermenschen angepasst worden. Das gläserne Gefäß glich mehr einem Kelch, dessen Kopf besonders flach und oval-förmig war. Ideal zum trinken für jemanden mit einem Schnabel.
Susan hob den Glaskelch auf Schnabelhöhe und lenkte mit ihrer Zunge genüsslich die weiß-gelbe Flüssigkeit in ihren Hals. Zufrieden schloss sie die Augen als der vertraute, schöne Geschmack von Eigelb und -weiß in ihren Magen wanderte, verfeinert mit dem süßen Geschmack der Waldbeeren.
Zufrieden setzte sie das Glas wieder ab und schleckte sich über den Schnabel. Nachdenklich beobachtete Susan den Rotfuchs, der schnell, aber ohne jede Hast, die Bratkartoffeln und ein äußerst blutiges Stück Fleisch vertilgte.
„Sag mal, mit welchem Alter wurdest du eigentlich nochmal zu einem Tiermensch?“
„Mit acht. Wiescho fragscht du?“, fragte Victor zwischen zwei Bissen.
„So jung?! Aber du warst doch noch ein Kind! Warum haben die dir dieses Verwandlungszeug gegeben? Und da haben die dir erlaubt auf die Junior Highschool hier in Maple Valley zu gehen? Ich mein, war das eigentlich nicht viel zu gefährlich? Was wenn du dich in der Schule verwandelt hättest?“
„Oh, das alles wird eine längere Geschichte werden...“, brummte Victor scheinbar gleichgültig, doch seine spitzen Fuchsohren sackten traurig ab.
„Angefangen hat alles mit einem Besuch bei meiner Oma, hier in Montana. Damals hab ich immer geglaubt, sie wäre eine Kräuterhexe, wegen ihren ganzen merkwürdigen Pflanzen, die sie ja als Botanikerin hatte. Es war eine schöne Zeit, ein schönes Haus mit riesigem Garten... Es gab nur einen Ort den ich niemals betreten durfte, und das war der Keller hinter der massiven Sicherheitstür. Und genau deshalb wollte ich um jeden Preis wissen, was dort im Keller war. Rätselhafte Zauberbücher, ein alter Rabe der über einem Hexenkessel seine Kreise zieht...“
Gedankenverloren kaute der Fuchs schmatzen auf einem zähen Stück Fleisch herum.

„Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich es in eigentlich in ihren Keller geschafft habe. Ich glaube, ich habe im letzten Augenblick ein Spielzeugauto zwischen den Türrahmen zu geschubst, bevor die Tür zu fiel. Meine Oma war in dem Moment sehr in Eile und hat es deshalb gar nicht bemerkt.
Sie war weg und mein Weg in ihre 'Zauberküche' frei. Naja, zwischen einem mit Pflanzen vollgestopften Labor und einer Hexenküche kann man als Kind schwer unterscheiden, je mehr es funkelt und blubbert desto aufregender ist es. Auf einem gekachelten Chemietisch stand eine alte Teekanne, die meine Oma gerne einmal verwendet hat. Die ganzen Dämpfe im Raum haben mir nach einiger Zeit einen trockenen Hals eingebracht, und da kam mir die vertraute Teekanne gerade recht. Ich habe mit einen trockenen Becher geschnappt und vorsichtig von der Flüssigkeit in der Kanne probiert, und als die richtig gut schmeckte, naja..."
Auf Victors pelzigen Gesicht entstand ein schüchternes Lächeln und er nuschelte „Den Rest kannst du dir ja denken. Meine Oma macht sich wegen der Sache immer noch schwerste Vorwürfe und Familienfeiern mit ihr dabei sind seitdem sehr rar geworden...“
Eine tiefe Traurigkeit lag in seinen Augen, etwas, was Susan von ihm so noch gar nicht kannte. Victor schien sich wieder zu fassen und ließ eine neue Ladung Bratkartoffeln und Fleisch in seinem Maul verschwinden. Doch seine Augen mieden ihren Blick.
„Als sie wieder zu Hause war, habe ich ihr aus Angst vor einer Bestrafung verschwiegen, das ich in ihrem Labor gewesen war. Aber ab einen bestimmten Verwandlungspunkt kannst du einfach nichts mehr verstecken.“

Ein müdes Lächeln schlich sich auf seine Lefzen.
„Das Gesicht meiner Eltern, als sie meinen Fuchsschwanz entdeckt hatten, hättest du sehen müssen...
Danach brachten sie mich zurück nach Montana, wo es dann gleich ins SBL ging. Zum Glück gab es trotz aller Befürchtungen der Ärzte dort keine Fehlbildungen während des Wachstums. Obwohl es nun wirklich meine Schuld war, als Fuchs zu enden, habe ich mich damals um mein Leben betrogen gefühlt. Ich habe versucht, allen hier das Leben zur Hölle zu machen... Naja, bis in mir endlich die Einsicht meinen Dickschädel geknackt hatte. Das hat allerdings meine Familie auch nicht mehr zusammen gebracht...“
Mit seiner langen Zunge begann er träge seinen leeren Teller aus zu schlecken.
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