This choice: ... | Go Back Chapter 54: Ein fremder Bekannter (ID #961906) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author „Du warst damals nur ein Kind.“, sagte Susan mitfühlend, „Woher hättest du denn wissen sollen was es sich mit dem Tee auf sich hatte? Kinder machen doch am liebsten genau das, was verboten ist. Aber wie kam es dazu, das du auf unsere Schule durftest? Das war doch ein rießen Sicherheitsrisiko! … und ich frage mich immer noch, wie du es geschafft hast, deine füchsische Seite die ganze Zeit vor uns zu verbergen...“
Das letzte fügte sie mit einem verschwörerischen Lächeln hinzu, in der Hoffnung ihn so auf schönere Erinnerungen zu bringen. Tatsächlich hellten sich seine Züge wieder etwas auf.
„Seit meiner Verwandlung habe ich mich nach dem anderen, dem normalen Leben gesehnt. Ich war damals auch der einzige im Kindsalter und wollte deshalb auch eine öffentliche Schule besuchen oder im Sommer einfach mit gleichaltrigen Freunden in ein vollen Schwimmbad oder Kino gehen. Einfach... teilhaben am menschlichen Leben.
Ständig quengelte, forderte und flehte ich meine Oma an, dass man mich in die Grundschule in Mapple Valley hinein schmuggelt. Irgendwann hat sie schließlich nachgegeben, wahrscheinlich in der Hoffnung so einen Teil ihrer Schuldgefühle zu beschwichtigen. Sie ließ ihre Beziehungen spielen und schenkte mir ihren angesammelten Vorrat des Gegenmittels.
Aber glaub mir, einfach so hat man mich nicht auf die Schule losgelassen. Ich war ständig in einem engen Regel- und Kontrollkorsett eingepfercht. Die Lehrer wussten von meiner Besonderheit und sorgten auch dafür das ich meine 'Medizin' nahm. Ich hatte nicht umsonst immer eine Thermoskanne dabei. Tja, und die restlichen Merkmale meines echten Äußeren waren gar nicht so schwer zu verbergen. Zum Beispiel verschleiere ich meine füchsischen Laute beim sprechen, also den rauen Ton oder die yiffigen Laute, mit meinem russischen Akzent. Eigentlich kann ich fast akzentfreies Englisch sprechen, ich lebe ja schließlich seit ich vier bin in Amerika.
Es war eine schöne Zeit, aber mit jedem verstreichenden Jahr wurde es immer komplizierter dieses Doppelleben zu führen. Bis jetzt habe ich immer mit dem Spagat zwischen dem Leben als Mensch und anthropomorphen Fuchs gekämpft. Beide haben einzigartige und wunderschöne Momente, und in beiden habe ich Freunde, die ich nicht missen will, weißt du?“
Susan nickte verständnisvoll während sie einen weiteren Schluck ihres Ei-Shakes aus ihrem Glas löffelte. Sie horchte interessiert zu, es war unheimlich festzustellen, das man fast gar nichts über einen Freund gewusst hatte, den man seit Jahren kannte.
„Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, dass ich doch ein bisschen froh darüber bin das du und Nain nun auch Anthros seid...“, gestand Victor vorsichtig lächelnd, während Ohren und Schwanz dabei nervös zuckten.
Susan wusste nicht, wie sie darauf jetzt reagieren sollte und sah ihm unsicher in die Augen. Doch die wichen schüchtern ihrem Blick aus. Irgendwie verstand Susan ihn, wäre sie an seiner Stelle, wäre sie sicher auch insgeheim froh darüber, das ihre Freunde nun ebenfalls Tiermenschen waren. Genauso sagte Susan es ihm, und sie konnte Victor deutlich seine Erleichterung ansehen.
„Weißt du, ich wünschte wir könnten einfach neben normalen Menschen leben. Dieses ganze verstecken nervt mit der Zeit doch immer mehr...“, seufzte der Fuchs sehnsüchtig, „Aber da draußen würden sicher uns alle nur für Monstrositäten oder Ausgeburten fehlgeschlagener Tierversuche halten.
„Viele sicher, aber garantiert nicht alle. Dieses Gegenmittel würde doch auf jedenfall die Verständigung erleichtern. Die Leute sehen doch dadurch, das wir auch nur Menschen sind bloß eben in einer anderer Gestalt.“, meine Susan, doch Victor warf ihr nur einen zweifelnden Blick entgegen, der durch seine braunen Ohren nur verstärkt wurde.
„Wie funktioniert das eigentlich mit Gegenmittel, gehe ich da einfach an einen Schalter und nehme mir mit so viel wie ich brauche?“
Ein Lächeln huschte über seine Lefzen, anscheinend war er froh darüber wieder über die Lebensweise im Forschungskomplex zu reden.
„Schön wäre es, aber ganz so funktioniert es nicht. Den RT, also den Rücktrank oder Gegenmittel, nenne es wie du willst, kannst du wie ein zweites Gehalt verstehen. Es ist sehr teuer herzustellen und wird deshalb nur sparsam ausgegeben, aber wenn man gut mitarbeitet oder an ein paar Nebenangeboten mitmacht und dergleichen, bekommt man einen Bonus an RT zum Monatsende. Baust du allerdings nur Mist oder versuchst abzuhauen, schränkt man dir die Ration ein oder streicht sie komplett. Wie dein Gehalt kannst du auch dein Gegenmittel ansparen, um es richtig auszunutzen. Das 'Grundgehalt' reicht eigentlich immer für ein, zwei Abstecher mit Freunden in die Stadt, aber recht viel mehr auch nicht.
Soll wahrscheinlich auch eine kleine Aufforderung zu sein, neben den Experimenten noch etwas anderes zu machen als Löcher in die Luft zu starren... Where will this story go next? Your choices are below...
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