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Wednesday
February 15, 2012
11:31am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: ... zuckten sie mit den Achseln und trieben sie in die Ecke. | Go Back

  Chapter 15: DIe Kavalarie ist da   (ID #631119)
    an addition by: yarrek  More by this author

Die Wachen schauten sich kurz gegenseitig an, zuckten aber nur gleichgültig mit den Achseln und Schritten weiter auf sie zu. Jan schwenkte drohend die Schale in ihre Richtung, doch die Krieger zuckten nur kurz zusammen, dann marschierten sie weiter auf den traurigen Haufen zu.
Verzweifelt setzte der junge Spanier seinen Mund an eine der vielen Rinnen im Goldgefäß und hob es ein wenig an. Er spürte wie die kühle rötliche Flüssigkeit seinen Lippen berührten und glaubte sogar einen blauen Schimmer über diesem Gebräu zu sehen...
Die Neugier übermannte seine schreiende Vernunft und vorsichtig nahm Jan einen unentschlossenen Schluck, kurz darauf einen weiteren. Die Flüssigkeit schmeckte entgegen ihres Aussehens sogar fast schon köstlich! Herrlich würzig, aber auch gleichzeitig erfrischend. Es klärte seinen Brummschädel, spendete ihm Kraft und innere Ruhe...
... Und vielleicht sogar noch etwas mehr, irgendetwas... wildes...

Erst jetzt bemerkte der Spanier wie ruhig es auf einmal geworden war. Er senkte die Goldschale ein wenig um über den Rand den Rand die Speerträger zu erhaschen, die mit baff geöffnet Mund ihn entgeistert anstarrten.
Verwundert stellte er auch fest, dass nur noch ein kleiner Rest dieses... Gebräus noch in der Schale übrig war... Hatte er so viel davon getrunken?
Ein dumpfes „BOMM!“ ertönte, dicht gefolgt von noch einem, und noch einem!

Plötzlich brach die Hölle im Tempel aus. Unter Gerümpel und Getöse krachte durch die (von Jan aus gesehene) linke Wand irgendetwas kleines, lies Stein- und Holzsplitter durch die Halle spritzen, während dieses Ding inmitten der Speerträger aufschlug und mindestens sieben von ihnen tödlich getroffen zu Boden riss.
Verängstigt schauten die unverletzten Krieger zu Jan hinauf, als wäre er der Verursacher der Katastrophe. Matteo zögerte nicht, er riss die Goldschale aus dem Griff seines Freundes und schleuderte sie auf die jetzt panisch auseinander stobenden Krieger.
Der Glücksritter wartete nicht ab bis die Schale aufschlug, er packte Jan hart am Arm und rannte mit ihm zu einem nahen Fenster, an dem schon Qualiotzl stand und sie zur Eile aufforderte.

Sie flüchteten durch das Fenster ins Freie, hörten wieder dieses dumpfe „BOMM!“ und dazu nu auch ein nur allzu bekanntes pfeifen und zischen...
Entsetzt murmelte der junge Spanier beim hinunterklettern vom Fenstersims „Oh Gott, Kanonen! Das heist...“
„... Cortéz ist mit seinen Truppen hier!“, vervollständigte Matteo den Satz, nicht minder beunruhigt wie sein Freund.
„Noch ein Grund mehr von hier zu verschwinden!“

Die Drei standen am Rande eines großen gepflasterten Platzes, vielleicht das Stadtzentrum, auf den Männer, Frauen und Kindern verstört hin und her flüchteten während inmitten von ihnen die Kanonenkugeln einschlugen und gleich einem flachen Stein auf einem Teich von der Oberfläche weiter abdidschten. In ihren zerstörerischen Bahn rissen und zerfetzten die Geschosse alles und jeden, was die Angst der Menschen in blanke Panik versetzte.
Gebannt und doch auch entsetzt und angewidert von dem Grauen vor ihnen standen beiden Europäer da, unfähig sich zu bewegen, während immer mehr Rauchsäulen aus den Häusern der Stadt auf zu steigen.
„Jetzt kommt endlich! Wir müssen von hier verschwinden!“, sagte Qualiotzl ungeduldig und drängelte die beiden in eine Gasse hinein.

Sie flüchteten wieder einmal unzählige Straßenzüge entlang, verfolgt vom Geruch des beißenden Rauches und Geschrei der Verletzten und Trauernden. Vorbei an verwirrt blickenden Gesichtern und brennenden Häusern. In all dem Chaos schenkte man den Drei keine Beachtung, viel zu sehr interessierte die Leute ihr eigenes Wohlbefinden...

So geschah es dass sie es mit viel Mühe und einer schmale wackligen Leiter über die Stadtmauer und in den Dschungel schafften – ohne Proviant, Waffen oder sonstigen Ausrüstung, aber immer hin am Leben!

Während einer kurzen Fünf-minütigen Pause war Jan, der die ganze Zeit seltsam benommen umherschwankte, eingeschlafen und war nicht mehr wach zu kriegen.
Nun musste Matteo ihn tragen und zu der ohnehin schon unmenschlichen Belastung durch Schwüle, Moskitos und Gestrüpp, über das er regelmäßig stolperte, kam auch noch das Gewicht seines Freundes hinzu, den er im Huckepack mit sich schleppte. Die unruhigen und teilweise krampfhaften Bewegungen Jan’s machten den Italiener noch zusätzlich nervöser, als seien die Kampfschrei und Kanonenschüsse hinter ihnen nicht schon beunruhigend genug...

Die Sonne begann allmählich zu sinken, zumindest nahm Matteo dass an. Bei diesem grässlichen Blätterdach konnte man es nicht wirklich sagen, es wurde nur immer dunkler... Und immer noch hetzte ihn dieser Ureinwohner durch diese grüne Hölle...
„He, Kua... liotzl, sollten wir nicht... für heute mal... Schluss machen oder zumindest... eine Rast einlegen? Ich... Ich...“, japste Matteo, wollte gerade Luft holen um mehr zu sagen, stolperte aber wieder einmal über das Gestrüpp am Boden.

Qualiotzl, der einige Meter vor ihm ging, hielt in seinem schnellen Schritt inne und sah ungeduldig zu dem Italiener und seiner Last. Er wollte noch kein Lager aufschlagen, oder eine Rast einlegen. Für seinen Geschmack waren sie immer noch zu nah an der belagerten Stadt.
Marodeure der Spanischen Armee, oder „Goldesser“ wie sein Stamm sie nannte, und anderes plünderndes Gesindel treffen...
Andererseits war er selbst ziemlich erschöpft und mitgenommen von ihrer Flucht, und dieser misstrauische „Italiener“ schien am Ende seiner Kräfte zu sein, eine weitere Stunde würde er wohl nicht mehr aushalten, und Jan...
Nur die Götter wussten was er wohl gerade durchmachte... Warum hatte der Narr auch von diesem Gebräu getrunken?! Er selbst hätte es nicht gemacht, lieber wäre er als Sklave in der Hand seiner Feinde gestorben...
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