This choice: Sie ziehen weiter, die Gefahr ist zu groß. | Go Back Chapter 16: Qualiotzl's kleines Geheimnis (ID #637367) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author (Ein Kapitel von terralux)
Nun gut, gab er zu, vielleicht wäre er doch lieber nicht gestorben, aber trotzdem hätte er das Zeug nicht getrunken.
Erschöpft blieb Matteo stehen und setzte Jan vorsichtig ab.
„Gut… ich kann keinen Schritt mehr gehen mit Jan auf dem Rücken…“, japste er. „Was auch immer er da trank kann nicht gesund gewesen sein… er verkrampft ständig.“
„Das wundert mich nicht.“, gab Qualiotzl zurück.
„Meinst du das Zeug war vergiftet oder so?“, fragte Matteo besorgt.
„Ich vermute nicht, aber es dürfte trotzdem nicht so gesund gewesen sein das zu trinken.“
„Es ist doch deine Kultur, was ist das überhaupt für Ding gewesen? Sah mir irgendwie okkult aus.“, er betonte das ‚okkult’ wie ein ekelerregendes Etwas.
Qualiotzl seufzte. „Ja, das war es sehr wahrscheinlich auch.“
„Sehr wahrscheinlich? Es ist eure Kultur, du solltest dich damit auskennen!“, setzte Matteo nach.
„Bleib ruhig, wir sind die Spanier noch nicht los und ich mag keine halbgaren Vermutungen, es wäre schlimm genug, wenn es stimmt, was ich vermute und damit meine ich auch schlimm für UNS.“, etwas in seiner Stimme verriet Matteo, das er jetzt besser nicht weiter nach hakte, aber es war an seiner Mine ab zu lesen, dass er die Frage bestimmt nicht vergessen würde.
„Können wir denn ein kleines Feuer machen? Ich hab enormen Hunger.“, maulte er stattdessen weiter.
„Oh ja, sicher, dann laden wir die Spanier auch gleich ein, du stellst ihnen das Essen hin, ich koche und nachher bezahlen sie uns schön von ihrem erbeuteten Gold, oder?“, Matteo hatte Qualiotzl noch nie so giftig und ironisch sprechen gehört. Tatsächlich war ihm eine gewisse Unruhe bei ihm schon vorher aufgefallen, aber jetzt schien sie richtig hervor zu kommen. Sollte er jetzt den Mund halten, oder…
„Sag mal, Qualiotzl, warum kannst du unsere Sprache eigentlich so gut? Anfangs hast du uns immer die sprachlichen Schwierigkeiten vorgespielt und jetzt nicht mehr.“
Qualiotzl ließ die Schultern hängen.
„Na gut, du hältst wohl eh nicht die Klappe, bis ich dir eine gute Nacht Geschichte erzählt habe, oder? Ach, antworte gar nicht.
Ich fasse mich kurz, mein Stamm hat mich verbannt vor einiger Zeit, womit ich noch eine Menge Glück hatte. Um Geld zu verdienen begann ich Fremde irgendwo herum zu führen, hauptsächlich zu kaum genutzten Gebäuden. Selten hat jemand irgendetwas erbeutet, also seid ihr nicht schlimmer dran als andere. Da ich bei der Verbannung noch recht jung war kann ich eure Sprache bald besser als die Meine. Zufrieden?“
„Erstmal schon…“, Matteo war etwas kleinlaut geworden, dieser Qualiotzl war ihm noch etwas unheimlicher.
„Gut, ich möchte aber jetzt so bald wie möglich zu meinem Stamm zurück und ihr habt nur die Wahl mich zu begleiten, oder alleine weiter zu ziehen.“
„Aber du bist doch verbannt, was willst du dann da?“
„Die Spanier wollen in Richtung meines Stammes und das geht bestimmt nicht gut, vielleicht kann ich ihnen einige Informationen überbringen, die ich als Ausgestoßener gesammelt habe. Mit etwas Glück nehmen sie mich auch wieder auf, hoffe ich.“
Langsam verstand Matteo den Grund für Qualiotzls Aufregung. „Ich dachte immer euer Volk hätte eh überall Späher und wüssten über die heranrückenden Armeen schon lange bescheid?“
„Oh, das wissen wir auch, aber über eure Technik, vor allem euren Gewehren, haben wir noch nicht viel heraus gefunden. Jedenfalls sie noch nicht… Warte.“, Qualiotzl hob einen Finger vor die Lippen und richtete sich etwas auf.
Plötzlich lief er gebückt in ein Gebüsch und kurz darauf war er verschwunden. Er war sehr leise gewesen, vermutlich hatte er Übung darin. Noch eine Eigenschaft, die Matteo nicht schätzte und bei ihm auch nicht gerade für vertrauen sorgte.
Lange blieb es ruhig und fast Totenstill. Nur das langsame Atmen von Jan war zu hören, der noch ein paar Mal leicht verkrampfte, aber nicht sehr stark.
Das Warten dehnte sich aus, Matteo dachte schon darüber nach ein Feuer zu machen und ein paar ihrer Vorräte zu plündern, als ein leises Rascheln ihn herumfahren ließ.
Qualitozl war wieder gekommen, sah aber etwas zerschrammt aus und überall klebten Blätter an seinem Körper.
„Was ist passiert?“, brachte Matteo hervor.
„Schlechte Neuigkeiten, keine Zeit, komm schnell da vorne hin!“, er deutete auf ein größeres Gebüsch auf der linken Seite. Er schien hektisch und angespannt zu sein, also fragte Matteo nicht weiter sondern zog mit Qualiotzl zusammen Jans Körper schnell hinter das Gebüsch.
„Sei ganz leise, die Spanier kommen in unsere Richtung, so grob zumindest, aber hier werden sie vermutlich in so 50 Fuß Entfernung entlang schleichen.“
„Was? So nah?“, entfuhr es Matteo. Er hatte bisher keine guten Erfahrungen mit den Conquistadoren gemacht und es hieß sie behandelten Gefangene nicht gerade nett.
Jan regte sich wieder etwas.
Matteo stöhnte, Jan sollte bald aufwachen, fand er. Außerdem wäre es auch schlecht, wenn er mit ein paar Krämpfen zu viel Lärm machen würde.
Doch es kamen keine Krämpfe.
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