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Wednesday
February 15, 2012
11:31am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Matteo verharrt lieber und wartet bis die Mareudeure weitergezogen sind. | Go Back

  Chapter 18: Loderndes Heldenopfer   (ID #648523)
    an addition by: yarrek  More by this author

(Ein Kapitel von terralux)

Andererseits, wie gesagt, er wollte auch nicht das Leben aller drei riskieren, da er Jan auch noch nicht so lange kannte. Sie waren sich per Zufall in der Taverne begegnet und er hatte ihn in dieses aberwitzige Abenteuer hineingezogen.
Wobei sich Matteo offen gestehen musste, dass es bis zu dem Tempeleinsturz kein schlechtes Unternehmen war und er von vornherein wusste, wie gefährlich so ein Unternehmen werden konnte. Sie wäre nicht die ersten, die niemals wieder gesehen wurden. Tatsächlich waren nur sehr wenige überhaupt zurück gekehrt und von denen hatten die Meisten auch nur leere Taschen und kaputte Kleidung vor zu weisen… und Horrorgeschichten vom Wald natürlich.
Matteo seufzte und blickte zu Qualiotzl herüber, der mit einem leise schmatzenden Geräusch das Blut aus der Wunde saugte und ausspuckte. Damit war er bei weitem nicht so laut, wie die Marodeure, die wie ein steter Strom durch das Gebüsch raschelten.
Endlich sah er auch wieder zu Jan herüber und erstarrte. Sein Hals wies eine große Delle auf, fast so groß, wie der Knebel!? Langsam bewegte sich die Delle weiter in Richtung Körper und verschwand endlich irgendwo im Brustkorb. Jan hatte den Knebel anscheinend heruntergeschluckt!
Zwei Ängste Konkurrierten in Matteo: Was geschah da gerade mit Jan und er solle verdammt noch mal keine Geräusche von sich geben. Die Soldaten umkreisten sie schon eine ganze Zeit und es war nicht gerade beruhigend, dass sie im Moment wohl eher die unmittelbare Gegend absuchten.
Viel zu lange dauerte es, bis Matteo den Grund endlich erkannte. Sie wollten hier ein Lager aufschlagen und durchsuchten die Umgebung! Das hatte gerade noch gefehlt. Wenn sie hier ein Lager aufschlugen, genau in ihrer Umgebung, dann wäre ihr Schicksal besiegelt. Irgendwer würde hier herein schauen.
Das Dunkel der herannahenden Nacht war einerseits willkommen, andererseits eine Gefahr. Matteo hätte lieber noch einen Gewaltmarsch hingelegt, als die ganze Nacht hindurch Jan ruhig stellen zu müssen. Er teilte Qualiotzl leise seine Beobachtung mit, der nur nickte. Das Gift oder was immer ihn so fertig machte, schien nicht weiter vor zu dringen, zumindest für den Moment.
Langsam wurde es dunkel, während sie um sich die Geräusche eines Lagerbaus hörten. Herrlich, mit etwas Glück hockten sie mit dem Gebüsch inmitten des Lagers der Marodeure. So ein Gebüsch im Lager war vor allem das „Örtchen“ für dringende Geschäfte.
Qualiotzl bewegte sich wieder, leise wie eine Katze. Er flüsterte langsam:
„Bleibt hier, bis es etwas ruhiger ist und flieht dann weiter in die Richtung, die ich euch gezeigt habe. Warnt meinen Stamm, wenn ich nicht mehr dazu komme. Ich glaube das Gift wird mich nicht töten.“

Bevor Matteo etwas erwidern konnte sah er das aufblitzen eines Dolches und verstummte. War es sinnvoll Qualtiotzl bei diesem aberwitzigen Unternehmen nicht auf zu halten? Wenn er nicht jetzt und hier starb, dann vielleicht in drei Tagen unter deutlich größeren Schmerzen, das konnte selbst Matteo am gelegentlich zuckenden Arm und der etwas unregelmäßigeren Atmung erkennen. Qualiotzl opferte sich für sie, damit sein letzter Wunsch, die Rettung seines Stammes noch ermöglicht wurde.
Matteo nickte langsam. Was blieb ihm auch anderes übrig? Die Entschlossenheit in Qualiotzls Gesicht sprach Bände und da es keine Heilung von den Giften gab, geschweige denn einen Heiler, der hier herumlaufen würde, war dies anscheinend seine Flucht nach vorne. Eine Kriegerseele durch und durch, stellte Matteo mit Bewunderung fest.
Qualiotzl wandte sich ab und huschte nahezu geräuschlos zum Rand des Gebüsches. Er wusste ein wenig von den Eindringlingen, besonders auch über die Waffen, die sie verwendeten. Die Arkebusen mussten immer mit äußerst brennbarem Pulver versorgt sein, damit sie funktionierten und das Pulver durfte nicht nass sein. Außerdem brauchten sie Metallkugeln. Ohne dem Pulver würden ihnen diese Wunderwaffen nichts bringen und sie hätten keine besseren Waffen als sein Stamm mehr, der sich gut auf den Kampf mit den primitiveren Waffen verstand.
Grimmig verzog sich sein Gesicht zu einem lächeln. Die Jahrelange Führung verschiedener Gruppen hatten ihm gelehrt, wie ein Lager aufgebaut war und so war es nicht weiter schwer das Zelt aus zu machen, in dem die Waffen und Munition lagerte.
Er schlich weiter, das Lager beobachtend. Für seinen Plan brauchte er etwas von dem Pulver. Eine kleine Menge führte jeder der Soldaten mit sich. Also bräuchte er nur freundlich ein paar der Soldaten fragen. Ein Stechen in seiner Brust verriet ihm, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb. Er huschte weiter, aber niemand schien sich vom Lager zu entfernen. Er konnte auch nirgends eine Kanone ausmachen, anscheinend kam sie mit einem zweiten Trupp nach und das hier war nur die Vorhut.
Da er nicht wusste, was er tun sollte verfiel er auf den ältesten Trick seit Menschengedenken und warf seine lederne Feldflasche in Richtung des Lagers. Er zielte nicht, aber der Zufall wollte es, dass er einen Mann am Kopf traf. Der fluchte einmal, bückte sich und sah die Feldflasche an. Er schien sie auf zu heben, sah kurz in den Wald und zuckte die Schultern.
„Verdammter Bastard!“, fluchte Qualiotzl leise, als er ein Geräusch hinter sich hörte.
Zwei Männer unterhielten sich, während sie laut mit einigen Ästen beladen durch das Unterholz stapften.
Qualiotzl dankte den Göttern, die ihm dafür einen weiteren schmerzhaften Stich in die Brust sandten und machte sich so leise wie möglich auf den Weg. Er bezog Stellung an einem Baum, den die beiden passieren mussten und duckte sich hinter einem auslaufenden Strang.
„… hätte das alles sicher schon aufgegeben, aber Cortez scheint wie besessen zu sein. Ich denke er sucht mehr als nur Gold und Ruhm…“
„Natürlich, ein paar hübsche Frauen und die Städte, har har…“, lachte der andere los, verstummte aber plötzlich jäh, drehte sich in Richtung des anderen, der eine klaffende Wunde am Hals und eine große Blutfontäne erkannte. Bevor er es realisierte entsprang auch seinem Hals eine solche Fontäne und er ging ebenso leise gurgelnd zu Boden, wie der erste.
„Mögen eure Götter euch aufnehmen…“, murmelte Qualiotzl leise, während er ihnen ihre Pulversäckchen abnahm und das Holz, das am schnellsten brennen würde. Jetzt hatte er, was er wollte, aber viel Zeit blieb ihm nicht mehr. Ebenso leise wie zuvor huschte er weiter. Es war nicht weiter schwer zwischen den Zelten hindurch zu huschen ohne bemerkt zu werden, denn die meisten Soldaten schliefen schon, bis auf denen, die Wache hielten.
Er bewegte sich zielstrebig hinter das Zelt, in dem er die Waffen vermutete und postierte dort das Holz zu einem kleinen Haufen. Dazu kamen noch die Pulversäckchen, die er öffnete und von denen er eins in das Zelt warf, wo es nur leise etwas hinein purzelte.
Ein weiterer Stich unterbrach ihn kurz. Es war keine Gnade der Götter ihn so leiden zu lassen, aber was sollte er machen? Bewegung verteilte das Gift eben schneller. Dennoch war er entschlossen so lange es ihm möglich war zu kämpfen. Er huschte wieder zurück zu den beiden getöteten Soldaten und nahm einem das Hemd und dem anderen die Hose, die er sich schnell und unsauber über zog. Beides war blut befleckt, aber da die Sachen aller Soldaten nicht wirklich sauber waren würde es hoffentlich nicht weiter auffallen.
Er nahm das restliche Holz auf einem großen Stapel mit und verdeckte so den Großteil seines Körpers. Derart getarnt näherte er sich vorsichtig dem Lager und ging zielstrebig zum Feuer hinüber. Es würde schwierig werden, aber machbar, vor allem, wenn man nichts zu verlieren hatte.

So selbstsicher wie möglich näherte er sich dem Feuer und blieb kurz davor stehen. Niemand hatte ihm sonderlich Aufmerksamkeit geschenkt. Er suchte sich schnell ein Stück Holz im Feuer, dass gut brannte und sich schleudern ließ. Gerade, als die ersten fragten, was er da machte, oder ob er einen guten Schluck wolle stand seine Entscheidung fest. Dieser Stich in seiner Brust sollte der letzte gewesen sein.
Er warf die Äste den Umsitzenden entgegen und griff schnell nach dem Ast, der noch nicht ganz in Flammen stand. Ohne sich viel Zeit zum zielen zu lassen schleuderte er ihn zu dem präparierten Zelt und suchte schon das nächste Stück Holz. Sich innerlich für den Schmerz wappnend griff er nach einem großen glühenden Stück Holz und schleuderte auch dies in die ungefähre Richtung des Zeltes. Hände packten ihn, aber er riss eine Hand los, packte den Dolch an seinem Gürtel und hieb wild um sich. Die Hände ließen locker und er beugte sich erneut vor zum Feuer, bekam aber nichts mehr zu packen, denn ein Fußtritt schleuderte ihn auf den Boden. Qualiotzl hoffte, dass Matteo und Jan flohen, sobald sie das Feuer sahen.
Sein eigenes Leben sollte nun enden. Er wünschte sich nur noch zu sehen, was er angerichtet hatte…
Ein weiterer, unbedeutender Schmerz in seiner Brust.
Bald war es vorbei…
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