This choice: Er öffnet erneut die Tür und Lenas Tante Annegret steht da, ihn verblüfft anstar | Go Back Chapter 19: Annegret ante Portas (ID #658267) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Wütend stand Steffen auf und ging zu der ungeduldig bimmelnden Haustür. Vorsichtig öffnete er sie einen Spalt und erwartete schon dass ein Fuß sich zwischen Angel und Tür quetschen würde, doch nichts dergleichen geschah. Auch stach ein stark mit Parfüm zugedeckter fremder Körpergeruch ihm in Nase, nicht der der beiden Reporter.
Etwas beruhigter vergrößerte er den Spalt und sah dann auch den Störenfried. Es war eine kleine Mitte vierzig aussehende Frau die leicht gelocktes, nussbraunes Haar hatte und ihn erschrocken, dann verblüfft ansah.
Die Fremde war relativ modisch angezogen mit ihrer Jeans, der weißen Bluse und der beigen Jacke, doch was ihm am meisten auffiel war, das ihr Gesicht eine leichte Ähnlichkeit mit Lenas hatte... Und genau wie Lena reichte die Frau ihm gerade einmal bis zur Brust.
Doch der Blick ihrer grauen Augen veränderte sich schnell in Ablehnung und sie fragte in abwertenden scharfen Ton „Was macht sowas wie du denn hier?“
Steffen musste sich zusammenreisen um nicht als Antwort drohend zu knurren und stöhnte innerlich auf. Das hatte gerade noch gefehlt, erst Reporter, und jetzt irgendeine Rassistin...
Verärgert verschränkte Steffen die Arme vor der Brust und schnauzte ebenso wenig freundlich zurück
„Was macht denn so ein Parfüm triefendes altes Ding im Treppenhaus? Ihnen auch einen guten Morgen...“
Ihr Blick verfinsterte sich weiter als sie zurück giftete „Also wirklich, hier wohnt meine Nichte! Sowas brauch mir nicht gefallen lassen, Flohschleuder!“
Steffens angelegte Ohren zuckten erschrocken und verwirrt auf als er das gehört hatte. Doch noch bevor er irgendetwas fragen oder sagen konnte, spürte er eine Hand unsicher an der Spitze seines Schwanzes zupfen. Gereizt zuckte sein Rute vor den Fingern weg und er drehte sich fragend nach hinten um. Hinter ihm stand Lena in ihrem flauschigen Bademantel gehüllt und flüsterte ihm beschwichtigend zu „Ich übernehm' schon...“
Etwas wiederwillig trat Steffen zur Seite und ging mit einer bößen Vorahnung zur Couch zurück, die Wolfsohren gen Tür gerichtet. Übertrieben und gespielt freundlich-fröhlich hörte er sie sagen „Hallo Tantchen!“
Steffen stülpte er regelrecht den Magen um. ’Tantchen’?!
Er klatschte sich mit seiner Pfote auf die Stirn und konnte ein leise wehklagen nicht verhindern. Mein Gott, das Schicksal muss mich hassen...
Mit immer finsterer werdenden Mine hörte er den beiden zu und verfluchte dabei sein „Glück“.
„Hallo! Na, wie geht es denn meinem Lenchen? Ich war gerade in der Nähe um was zu besorgen, da dacht ich mir ich schau mal vorbei und bring dir dein Frühstück mit!“
Die Stimme von Lenas Tante war wie ausgewechselt. Nicht mehr kalt, giftig und abwertend, sonder hell, freundlich und warm. Was Steffen freilich nicht verwunderte...
„Ich hab dir einen Apfelkuchen aus der Bäckerei mitgebracht, also wirklich, den musst du unbedingt probieren, sowas gutes hast du schon länger nicht mehr gegessen!“
Plötzlich senkte sie ihre Stimme und begann mit Lena zu flüstern, und Steffen schüttelte nur augenrollend den Kopf. Diese Rassisten wussten wirklich nichts über Anthros... Klipp und klar konnte er Lenas Tante flüstern hören
„Was macht eigentlich dieser seltsame Hund hier bei dir?“
„Er ist ein Anthro-Wolf und heist Steffen, und kein Hund, Anne. Er ist ein Arbeitskollege und guter Freund, der mir ganz nebenbei gestern wahrscheinlich das Leben gerettet hat.“, entgegnete Lena schneidend und ohne die Stimme im minderen zu senken. „Du darfst also ruhig etwas netter zu ihm sein, ja?“
„Zu sowas wie DEM?“, Anne schnaubte verächtlich auf, doch dann änderte sich ihr Tonfall wieder ins freundliche.
„Ach vergiss es... Ich hol jetzt schnell diesen herrlichen Apfelkuchen aus dem Auto. Ich will nicht dass du auf ihn verzichten musst, nur weil wir uns streiten.“
Er hörte wie sich klackende Schritte den Treppenflur entlang entfernten und Lenas Bademantel rascheln als sie eilig ins Wohnzimmer ging.
Lena erschrak ein wenig als sie die düstere Mine Steffens sah, der schlecht gelaunt auf dem Sofa saß und finster ins leere zu starren schien. Sie setzte sich dich neben ihn und räusperte sich dann verlegen.
„Tut mir Leid wegen meiner Tante... Sie hat sehr... konservative Ansichten, weist du?“
Sie hörte ihn nur als Antwort irgendetwas unverständliches knurren. Etwas zögerlich begann sie ihm den Nacken zu kraulen, und lächelte als sie sah wie er sich zunehmend entspannte. Lena hatte die gestrige Nacht auf dem Sofa mit ihm genauso genossen wie er, seine Zärtlichkeit, seine Unsicherheit... Wie er ihr halt geboten hatte... Sie hätte auch viel lieber mit ihm alleine den Morgen verbracht...
„Keine Angst, Anne wird schon nicht ewig dableiben... Sie wird sich jetzt sicher zusammenreisen, und vielleicht schmeckt der Apfelkuchen dir ja auch... Und wenn der dir nicht schmeckt... Naja, ich glaub ich hab noch ein paar Speckstreifen im Kühlschrank...“, sagte Lena versöhnlich, doch wieder knurrte er nur irgendetwas unverständliches. Doch das aufzucken seiner Ohren und der wedelnde Wolfsschwanz hatten ihn verraten.
Sie kicherte belustigt und stand dann auf um zur Küche zu gehen. Hoffentlich riss sich ihre Tante zusammen und das Frühstück würde halbwegs reibungslos vonstatten gehen...
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