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Wednesday
February 15, 2012
11:33am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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This item has no ratings.
Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Annegret sieht es nicht im geringsten ein, ihre Ablehnung zu verschleiern. | Go Back

  Chapter 20: Liebe deinen Nächsten   (ID #723189)
    an addition by: yarrek  More by this author

(Ein Kapitel von terralux, mit etwas Text von mir am Ende)

Kurz darauf hörte Steffen auch schon wieder die Tür. Annegret schien sich zu beeilen, wobei Steffen sich fragte, ob sie sich mehr darauf freute ihn zu vertreiben, oder zu verhindern, dass er Lena etwas antat.
Wie verschroben war die Welt doch geworden. In Märchen hatte der Wolf die Großmutter gefressen und allen Angst gemacht. Nun, Angst machte er anderen immer noch, dessen war er sich sicher, aber die Leute gingen eher in die Offensive, als die Angst offen zu zeigen.

Die Schritte trappelten langsam näher. Steffen mochte sich gar nicht ausmalen, was Tante Annegret noch so alles auf den Kasten hatte. Für einen Moment hatte er die Idee einfach zu flüchten. Aber das überzeugte ihn auch nicht so recht. So einfach wollte er Annegret den Sieg auch nicht schenken. Er würde den Kampf aufnehmen und sich so gut wie möglich gegen sie wehren. Natürlich in einem Rahmen, der ihn als den Besseren erscheinen ließ.
Die Schritte trappelten langsamer hinter seinem Sofa her und er konnte quasi ihre dolchartigen Blicke in seinem Nacken spüren, wie sie sich an den Ohren stießen und ihm das Fell abrasieren wollten. Dann trappelte sie endlich weiter in die Küche.
Steffen begann sich wieder soweit etwas fertig zu machen. Immerhin sollte er nicht halbnackt da sitzen. Leider hatte er nur die leicht verrauchten Sachen vom Vortag da. Seufzend begann er sich langsam wieder anzuziehen, wobei er Stimmen aus der Küche hörte.

„Was hast du mit dem Wolfding zu schaffen? Du weißt doch, dass die nicht gottgewollt und natürlich sind, oder?“
„Annegret, ich bitte dich, lass das gleich beim Kuchenessen sein, ja? Ich will keine Schlammschlacht und gerade du müsstest doch wissen, wie man sich ordentlich gibt, oder? Sei ihm doch ein Beispiel.“
„Lena, ich bitte dich! Er ist ein Tier, er wird sich weder am Tisch noch sonst wo benehmen können. Wir sollten ihm gleich einen Napf auf dem Boden stellen.“
„Lass das bitte jetzt. Hast du heute morgen keine Zeitung gelesen? Ich habe ihm viel zu verdanken.“
„Wie bitte? Was ist denn passiert?“
„Stand es heute Morgen noch nicht in der Zeitung? Er hat mir das Leben gerettet.“
„Da stand nichts von einer Rettung… ein Polizist wurde gerettet.“
„Den Polizisten haben wir gerettet. Wir störten versehentlich einen Mann, der ihn umbringen wollte. Der nahm mich als Geisel um ab zu hauen. Dank Steffen lebe ich noch, er hat mich befreit. Der Mann ist nachher in seinem Auto explodiert.“
„Du hast schlecht geträumt. In meiner Zeitung stand nur, dass der Polizist von einem Mann und einer Frau gerettet wurden. Nicht von einem Tier und einer Frau.“
„Annegret, BITTE!“, flüsterte Lena eindringlich. „Ganz egal, was kommt verhalte dich nett und höflich, als sei er ein ganz normaler christlicher Mann, ja?“
„Ich fürchte du solltest einsehen, dass er kein Umgang für dich ist, genauso wenig wie du kein Umgang für ihn bist. Lass ihn zu seinen Tierfreunden gehen, da gehört er hin, er ist und bleibt ein Tier.“
„Das sehe ich immer noch anders. Was unterscheidet uns denn von den Tieren?“
„Wir sind von Gott geschaffen!“

Steffen konnte quasi sehen, wie Lena ihren Kopf schüttelte. Er selbst schüttelte seinen Kopf ebenfalls, allerdings weitaus mehr. Diese Menschen unterschätzten solche wie ihn immer noch. Sie hätten die Konversation genauso gut direkt neben ihm führen können. Jedenfalls hatte Lena irgendwie noch keinen Entschluss gefasst, was genau sie von ihm halten sollte. So jedenfalls hörte es sich an. Vielleicht spielte sie das aber auch nur vor Annegret. Wenn Steffen an vergangene Nacht dachte war das gar nicht so unwahrscheinlich.
Wieder hörte er das Fußgetrappel und zuckte kurz zusammen. Er schien kurz in Gedanken gewesen zu sein und so das Ende verpasst zu haben. Schnell zog er das T-Shirt über und stürmte angezogen zum Tisch, um ihn abzuräumen.
Das tat er dann auch gleich wörtlich, denn er rutschte auf dem glatten Boden in der Stube aus und schlitterte unter dem Tisch. Er nahm die Tischdecke mit und die Vase folgte ihr nach.
Glücklicherweise konnte er die Vase in einem schnellen Reflex noch fangen, aber etwas Wasser verteilte sich schon auf dem Boden.

Steffen hörte wie die beiden in der Küche die letzten Dinge für das gemeinsame Frühstück zusammenräumten und rappelte sich schnell auf. Hastig rutschte er die Tischdecke und alles andere das verrutscht war wieder an seinen Platz und stellte die Vase auf den Tisch.
Sein Eindruck auf Lena schien gerettet, wäre da nicht noch die Wasserlache am Boden. Sein Blick schweifte suchend durch den Raum, doch fand Steffen nichts was er zum aufwischen verwenden konnte.
Außer Annegrets Stoffjäckchen, die über einen Stuhl geworfen ganz in der Nähe war. Ein bößes Lächeln breitete sich auf seinen Lefzen aus, der Wollstoff würde sicher das Wasser gut aufsaugen, es würde schnell gehen und außerdem würde er der Rassistin im wahrsten Sinne des Wortes eins auswischen…
Seine feine Ohren zuckten kurz als er hörte wie Lena zu ihrer Tante sagte „Halt, noch einen Moment, ich hätte den Kaffee fast vergessen…“
Sie würden also noch kurz in der Küche bleiben, jetzt oder nie Steffen. Aber wenn Annegret ihn doch erwischen würde, wie er mit ihrer Jacke über den Boden wischte…
Wieder entstand diesen böse Lächeln auf seinen Lefzen. Doch nein, er würde es nicht wagen.

Oder doch?
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