This choice: Ja, und wie! | Go Back Chapter 21: Frühstücksschlacht (ID #828502) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Mit einem bösem Lächeln auf den Lefzen schnappte sich Steffen die helle Jacke und wischte damit hastig die Pfütze vom Parkett auf. Innerlich gestand er sich zwar ein, dass er sich vielleicht etwas kindisch verhielt... Aber hey, es machte ihm gerade einen Höllenspaß sich ein wenig für Annegrets Unfreundlichkeit zu revanchieren und außerdem rettete er so seinen Eindruck auf Lena.
Seine Ohren zuckten kurz auf als er hörte wie die beiden in der Küche das letzte Geschirr zusammen geräumt hatten und sich langsam auf die Küchentür zu bewegten. Schnell hing er die nasse Jacke über den Stuhl und war mit einem großen Satz beim Sofa. Er schaffte es gerade noch sich auf dieses fallen zu lassen, da schwang schon die Tür auf.
…
Glücklich vertilgte der Wolf mit seiner Gabel die große Menge an Rührei und die schmackhaft gebratenen Speckstreifen (als Fleischfresser konnte er dem Apfelkuchen einfach nichts abgewinnen...), während Lena und ihre Tante im eher schüchtern an ihren Kuchenstückchen knabberten. Die Tageszeitung war unter den Dreien aufgeteilt, doch Steffen war viel zu sehr auf sein Essen konzentriert, als dass er die Artikel auf dem Blatt lesen könnte. Ein seltsames Merkmal, das aber alle Jagdtieranthros zu haben schienen...
Lauernd wie eine alte Spinne hatte sich Annegret stumm hinter ihrem Teil der Zeitung versteckt und sah immer wieder zu ihm herüber, als warte sie nur darauf dass er irgendeinen Fehlgriff machte, auf den sie sich mit einem giftigen Kommentar stürzen könnte. Gerade als Steffen sich einen großen Schluck stark verdünnten Orangensafts aus seinem Glas gönnte, fragte sie plötzlich in schneidendem Ton „Trinkst du keinen Kaffee?“
„Nein danke, der schmeckt für meine Zunge viel zu...“
„Aber jeder anständige Mann trinkt morgens Kaffee...“, tadelte sie gerümpfter Nase. „Und könntest du mal aufhören ständig mit deinen abnormalen Ohren so herum zu zucken? Das stört ungemein und kann nicht gesund sein!“
Sie schien keine Antwort von ihm hören zu wollen denn sie verbarg sich sogleich kopfschüttelnd hinter ihrem raschelndem Stück Zeitung.
Verwirrt wechselte Steffens Blick zu Lena, die nur verlegen mit den Achseln zuckte und sich dann ein Stück Apfelkuchen in den Mund schob.
Immer wieder tauchte Annegret so hinter ihrer Zeitung hervor und trietzte ihn mehr und mehr mit ihren giftigen Kommentaren, die immer fieser wurden und nur haarscharf an einer offenen Beleidigung vorbei schrammten. Zunächst hatte er versucht sie einfach zu ignorieren, aber dafür war ihre helle Stimme einfach zu grell für seine Ohren. Unangenehm kratzte und kitzelte sie an den feinen Häärchen in seinem Gehörgang, als versuchte Annegret direkt ihre giftigen Wörter in seinen Schädel zu bohren.
Lena versuchte regelmäßig ein Gespräch zwischen den Drei aufzubauen, doch ihre Mühen wurden fast sofort von ihrer Tante zunichte gemacht, die anscheinend versuchte jeden Kontakt zwischen Lena und Steffen zu unterbinden.
Steffens Rute begann immer langsamer hin und her zu pendeln, während sich seine Mine zusehends verfinsterte je länger sich das Frühstück hinzog. In Gedanken spielte er schon mit den Gedanken sich jeden Moment auf Annegret zu stürzen, um ihr einmal zu zeigen wie sich ein wilder Wolf wirklich verhalten würde, doch schien ihn irgendetwas verraten zu haben, denn er spürte Lenas zarte Hand auf seiner Pfote.
„Willst... willst du wirklich nicht mal den Kuchen probieren?“, fragte sie mit einem unsicheren Lächeln, während Steffen eine stärker werdende Nervosität von ihr witterte.
Sie wartete nicht auf seine Antwort, sondern lud ihm einfach das letzte Kuchenstück unbeholfen auf seinen Teller. Zweifelnd hob der Wolf eine Braue und stupste den etwas in sich gefallenen Kuchen skeptisch mit seiner Gabel an. Doch hatte Lenas Sorge um ein friedliches Ende des Frühstücks hatte sein Gemüt wieder etwas abgekühlt, und vielleicht würde der Apfelkuchen ihn ja von Annegrets Nerven zersägenden Stimme ablenken... irgendwie...
Misstrauisch schmeckte er eine Gabel voll Kuchen in seinem Maul ab, und verzog dann unzufrieden das Gesicht. Der Kuchen schmeckte zwar nicht unbedingt schlecht, aber recht viel mehr auch nicht. Ihm fehlte einfach etwas, etwas... fleischiges, lebendiges, etwas wo er seine Zähne hinein graben konnte und sie auf Widerstand trafen und nicht auf irgendeinen süßlichen Brei...
„Was hast du eigentlich gemacht bevor du auf meine Nichte gestoßen bist?“, fragte Annegrets plötzlich mit ihrem typisch-lauernden Unterton.
Steffen seufzte innerlich laut auf, er wusste genau was für Sprüche sie gleich ablassen würde...
„Naja, nach der Schule hab ich Arbeit gesucht. Allerdings ist es für mich besonders schwer Arbeit zu finden, selbst mit einem recht gutem...“
„Papperlappap , wer was taugt und sich halbwegs anstrengt der findet genug Arbeit!“, giftete sie ihm sofort dazwischen.
Sie holte schon Luft um noch mehr zu sagen, doch Steffen knurrte wütend „Als ob gerade DU eine Ahnung davon hättest, wie es ist als Sonderling der Gesellschaft irgendwo Arbeit zu finden.“ während sich sein Nackenfell drohend aufstellte.
„Ich wüsste nicht dass wir per du wären...“, tadelte Lenas Tante ihn mit hochnäsigen Unterton. „Da zeigt sich mal wieder das sowas wie du einfach keine Ahnung hat, wie man sich benimmt... Kein Wunder dass...“
„Aber mich einfach so dudzen und wie einen Straßenköter behandeln, oder was?!“
"Es wäre mir neu dass man ein wildes, verlaustes Vieh siezt, selbst wenn es auf zwei Beinen laufen kann. Vor allem nicht, wenn es und seinesgleichen garantiert nur faul in seiner Wohnung herumlungert, pöbelt, ohne Hemmungen seinen Trieben in der Öffentlichkeit erliegt und nur darauf wartet dass irgendein ein ehrlicher Mensch vorbeikommt an dessen Fersen es sich hängt und wie eine Zecke an dessen Wohl...“
„ANNE!“
Beide zuckte sie erschrocken zusammen als Lena mit der Hand hart auf den Tisch schlug. Drohend richtete sie ihren Finger auf die perplexe Annegret. In einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete fuhr sie ihre Tante wütend an
„Du wirst dich jetzt SOFORT bei Steffen entschuldigen! Was fällt dir ein so über ihn herzuziehen, waren dir deine ständigen Sticheleien wohl nicht genug?!“
Zuerst war ihre Tante, wie auch Steffen, nur erstaunt darüber wie laut Lena auf einmal geworden war, dann verhärteten sich ihre Züge und sie sagte kalt
„Niemals. Niemals werde ich mich bei so einer Floh-...“
„Dann verlass jetzt bitte sofort meine Wohnung.“
…
Unter wütendem Gezeter war Annegret schließlich gegangen, während die beiden anderen nun stumm da saßen, Steffen ein wenig betroffen, aber auch dankbar, und Lena irgendwie traurig.
Wortlos hatten sie auch die Spülmaschine eingeräumt, die nun leise im Hintergrund vor sich hin brummte. Mit einem erschöpften seufze setzte sich Lena auf die Küchentheke und stierte auf den hellen Fließboden. Was wohl in ihr vorgeht?, fragte sich Steffen und setzte sich behutsam neben sie. Es tat ihm weh sie so apathisch da sitzen zu sehen, während in ihrem Kopf sicher tausend Gedanken umher schwirrten und ihr Kopfzerbrechen zu bereiten schien. Vorsichtig legte er einen Arm um ihre Schultern, worauf sie dankbar ihren Kopf auf seine weiche Schulter bettete.
„Danke.“, flüsterte er nach einer Weile ihr ins Ohr
Lena hob kurz den Kopf und sah ihm müde lächelnd ins Gesicht.
„Keine Ursache... Ich konnte sie doch nicht so übel über dich herziehen lassen, oder?
...Und dass obwohl sie sonst so nett ist...“
„Nicht jeder hätte so für Leute wie mich Stellung bezogen, Lena.“
„Ich denke es hätten sich sicher...“
„Nein, nicht viele, glaub mir... Vor allem nicht gegen ihre eigenen Verwandten. Die meisten wären einfach nur stumm da gesessen oder hätten aus Furcht vor Ausgrenzung mitgemacht.“
Er sah ihr ehrlich in die Augen. „Das war sehr mutig von dir.“
Freundschaftlich stupste Steffen ihre Stirn mit seiner feuchten Schnauze an und zauberte so ein Lächeln auf ihr zartes Gesicht. Lena entließ einen langen Atem und kuschelte sich weiter an ihn, während der Gedankensturm in ihr langsam zum erliegen kam. Steffen hatte so etwas beruhigendes und stärkendes, dachte sie entspannt und schloss die Augen. Sollte doch Anne herum erzählen was sie wollte, der Moment war einfach zu schön um sich darüber Sorgen zu machen...
Sie spürte wie er seinen Kopf sachte an den ihren lehnte und das warme Gefühl in ihrem Bauch breitete sich weiter aus. Doch da kamen wieder die zweifelnden Fragen, ob sie den überhaupt mit ihm so innig hier sitzen sollte, ob es richtig war diese schönen Gefühle zu haben, schließlich kannte sie ihn erst seit gestern, ganz davon zu schweigen das er kein Mensch war...
Ach was, das hier ist doch nur ein freundschaftlich..., beruhigte Lena gelassen ihr Bewustsein und genoss weiter das Gefühl der weichen Wolfsbrust. Where will this story go next? Your choices are below...
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