Während sie nach Hause fuhr grübelte Susan noch etwas über die Frau nach, doch wurden ihre Gedanken bald vom Hunger auf das Frühstück verdrängt, und wenig später erreichte sie endlich ihr zu Hause.
Sie stellte ihr Fahrrad vor der Haustür ab, eilte in die Küche und kramte Teller und Besteck aus einem Schrank heraus. Ein paar kleinere Vögel, die ständig durch das Haus flogen, beobachteten sie dabei eine Weile, verloren aber bald das Interesse und verschwanden trillernd in den Garten. Susan schaltete den Wasserkocher ein und kramte in einer Schublade in der allerlei Gewürze und normalerweise auch Teesorten waren, doch heute schien ihre Eltern den Rest der Teebeuteln verbraucht zu haben.
„Dann muss es eben Kaffee sein“, seufzte das Mädchen etwas enttäuscht.
Susan mochte keinen Kaffee, sie trank ihn nur wenn es die Höflichkeit gebot oder eben nichts anderes da war. Tee hatte einfach nicht so einen aufdrängenden, fast schon erdigen Geschmack wie diese braune Brühe aus zermahlten Bohnen, fand sie.
Aber war den wirklich nichts anderes im Haus?
Sie sah zum Tisch, auf dem Besteck, Teller, die zerknitterte Bäckertüte und die seltsame Kartonschachtel lagen. Hatte diese Frau nicht gesagt da wäre Tee drin? Neugierig ging Susan zum Tisch und öffnete die Schachtel.
Es waren Teebeutel im Inneren.
Was hatte sie erwartet, eine Bombe? Doch diese Teebeutel sahen nicht so aus wie normale Teebeutel. Die Beutel, die die Kräuter im inneren hielten, hatten alle einen leicht silber-bläulichen Glanz... Auch hatten sie ein starkes, aber angenehm entspannendes Aroma, das etwas süßlich roch.
Der Wasserkocher gab mit einem Piepsen Bescheid, dass das Wasser heiß genug sei zum Tee kochen. Susan wusste immer noch nicht was sie machen sollte - sollte sie einfach einer Fremden blind vertrauen (schließlich konnte weis Gott was in den Kräutern sein) oder ihrer größten Schwäche erliegen – der Neugier?