This choice: Eigener Wunsch (Horror, Krimi, Action, Dokumentarfilm…) | Go Back Chapter 24: Der Beginn der Flucht (ID #540514) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Auf den Kinokarten stand nicht der eigentlich abgemachte Film sondern ein anderer. „Micheal Clayton?“ fragte Nain überrascht Sharon als die vier sich gerade setzten. „Ja, Micheal Cleyton. Weil ihr solange gebraucht habt, waren die Karten für die Spartaner-verarsche schon weg „ Sie klang ein bisschen schnippisch. „Ihr könnt von Glück reden das ich die hier noch schnell gekauft hab. Keine Angst, Micheal Clayton soll ein echt guter Film sein.“
Die vier eilten durch die mit Postern behangenen Gänge zu dem Kinosaal in dem der Film lief. An der Tür zum Saal stand Sharons Freund Moransk, der im Kino arbeitete und für sie (und ihre Freunde) oftmals ein paar Rabatte sowie Gutscheine besorgen konnte. Ein netter schmächtiger Kerl der für seine Freundin alles tun würde.
„Danke das du für uns noch ein bisschen gewartet hast mit dem Hauptfilm anspielen!“ strahlte Sharon im entgegen, was er mit einem warmen Lächeln erwiderte.
„Kein Problem, ich helfe dir doch gerne.“
Sie eilten ins innere zu ihren Plätzen und begrüßten ihre anderen Freunde, die sie wieder mit strafenden Blicken begrüßten.
Sie machten es sich gemütlich in ihren Kinositzen und warteten darauf das der Film los ging.
Sharon (und Moransk) sei dank hatten sie die „Goldene Mitte“ der Kinositze im Saal bekommen. Links neben Susan sass eine ihr unbekannten Freundin von Sharon, die sie als Jessica (oder kurz Jessa) Ansell vorstellte. Jessa hatte langes blondes Haar und dunkelgrüne Augen, die fröhlich um sich blickten. Sie sah ziemlich sportlich aus und war auch noch ziemlich groß gewachsen (sie war einen Kopf größer als Nain), doch nach ein paar Wörtern stellte sich heraus das sie ziemlich schüchtern war. Jessa und ihre Familie waren erst vorgestern nach Maple Valley gezogen. Ihre Eltern wollten dem Stadt-Streß entkommen und waren deshalb etwas weiter aufs Land gezogen. Susan und sie freundeten sich schnell an, doch Susan wurde das Gefühl nicht los das irgendetwas mit ihrer neuen Freundin nicht stimmte. Sie war irgendwie anders als die Anderen...
„Jessa ist eine wunderbare Sängerin und ihr beiden habt etwas gemeinsam! Sie ist auch so eine Teefanatikerin.“, mischte sich Sharon in ihr Gespräch.
„Schmeckt ja auch besser als Kaffee.“, schmunzelte Jessa worauf Susan ebenfalls schmunzelnd zustimmend nickte. Links neben Susan saß ihre neue Freundin, rechts neben ihr Nain und neben dem Victor, der gerade aufstand um Popcorn zu besorgen. Sharon saß links neben Jessa und schaute gespannt auf die Leinwand, wo nun der Hauptfilm begann.
„Ohne Popcorn halte ich keinen Film aus, da kann der noch so gut sein.“, scherzte er und fragte dann ob sonst noch jemand etwas bräuchte. Als er ging holte Susan ihr Glas mit den Sonnenblumenkernen heraus, schraubte es auf und knabberte genußvoll ein Korn nach dem anderen weg.
Plötzlich fragte Sharon sie „Warum hast du eigentlich deine Haare gefärbt? Und seit wann isst du Sonnenblumenkerne so begeistert?“
„Naja, ich wollt wissen wie ich mit schwarzen Haaren aussehe und ich hab gehört das die Kerne gesund sein sollen. Dann hab ich ein paar probiert und ich muss sagen, die Dinger schmecken echt gut!“
„Aha... Darf ich mal eins probieren?“
„Klar, hier.“
Sie hielt Sharon das Glas hin, die ein paar Kerne herausnahm und probierte. Nachdenklich kaute sie.
„Also ich finde die... naja schmecken halt nach Sonnenblumenkernen... Ich kann mich nicht so recht dafür begeistern.“, sagte sie dann zu Susan.
„Darf ich auch mal...?“ fragte Jessa schüchtern und Susan hielt ihr einladend das Glas hin. Sie pickte ein paar Körner mit den Finger heraus und aß sie.
„Also ich find die schmecken wirklich gut! Ich weis gar nicht was du hast Sharon.“
„Ich mag eben lieber Popcorn zu einem Film...“
„Dann ist mehr für uns da.“ Sie kicherten und wanden sich wieder dem Film zu.
Mitten im Film (George Clooney aka Micheal Clayton entdeckte gerade Kartons mit sehr interessanten Inhalt) knackte plötzlich Nains Kiefer schmerzhaft. Er verzog das Gesicht und befühlte seinen Kiefer, doch es war nichts gebrochen. Susan hatte sein zusammenzucken bemerkt und flüsterte ihm besorgt zu „Stimmt etwas nicht?“
„Mein Kiefer hat vorhin ziemlich übel geknackst... Doch es ist nichts gebrochen oder so...“ Beruhigt wannte sie sich wieder dem Film zu. Kurz darauf stand sie auf und meinte das sie zur Toilette müsse.
Nains Zunge fühlte sich sehr seltsam an, fast so als würde sie sich strecken oder länger werden. Wieder ein schmerzhaftes Knacken in seinem Unterkiefer, doch der Schmerz hielt an, breitete sich jetzt auch auf seinem Oberkiefer und auf die Nase aus. Seine Zunge wurde jetzt länger und die Zähne lockerten sich, als würde sie etwas herausdrücken. Nain betastete vorsichtig seinen Mund und fühlte, dass der Ober- und Unterkiefer sich etwas nach vorne gestreckt hatten. Nach erneutem betasten musste er feststellen das sie sich immer noch nach vorne streckten. Ein plötzliches grauenhaftes Brennen durchfuhr seine Augen sodass Nain schmerzerfüllt aufheulte. Seine Zehen zuckten kurz zusammen, die hintere Klaue bohrte sich in den Boden des Kinosaals und die anderen Klauen schnitten sich durch den Schuh als wäre er nicht weiter als ein Stück Butter. Nain spürte wie auf seinem Rücken lange Federn zu wachsen begannen. Sein Steißbein begann ebenfalls zu wachsen und presste hart gegen Sitz, seine Zähne begannen aus zu fallen...
Victor fragte ihn besorgt „Hey Nain, alles in Ordnung?“ Nain sah zu ihm, wollte gerade etwas sagen da zuckte sein Freund zusammen.
„Was hast du mit deinen Augen gemacht?“ flüsterte Victor besorgt.
„Ich weis nicht... was ist mit ihnen?“
„Die sind total gerötet, fast so als wären die irgendwie verletzt... oder als würden sie sich verändern... und irgendetwas stimmt mit deiner Iris nicht. Du solltest zu einen Arzt und...“ Victor hielt inne und sagte dann „Ach ja, das geht ja jetzt nicht mehr...“
„Ich weis nicht ob ich’s bis zum Ende des Films aushalte... Hoffentlich erlebt Susan nicht gerade das was ich jetzt durchmache...“, keuchte er leise als Antwort.
„Nain... man sieht deine Krallen... Sie haben sich durch...“
„Ich weis... ich weis...“
Das letzte kam nur undeutlich aus seinem Mund. Ich muss wohl lernen mit meiner neuen Zunge zu reden, dachte Nain und zuckte wieder zusammen als das Brennen in seinen Augen kurz verschwand, aber umso heftiger wieder auftauchte...
Susan stand in einer der Kabinen in der Toilette und sah etwas ängstlich in einen kleinen Kosmetik-Spiegel den sie sich von Sharon schnell ausgeliehen hatte. Wie Nain hatte sie ein unangenehmes Knacken im Kiefer gespürt und wollte jetzt genau nachsehen was sich den nun an ihr veränderte. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet was sie jetzt sah. Der Knochen des Ober- und Unterkiefers schob sich nach vorne, aber die Lippen machten nicht mit, sie weiteten sich nur und wurden zu einem harten dünnen Strang. In dem kleinen Spiegel konnte sie sehen, wie das herausstechende Zahnfleisch von etwas durchbrochen wurde, etwas dunkles, hornartiges... ein Schnabel!
Ihre Zunge schien sich ebenfalls zu verformen, sie wurde länglicher, ihre Zähne wurden von dem wachsenden Schnabel herausgequetscht und fiele ihr aus dem Mund. Entsetzt sah sie auf die blutigen Zähne am Boden und wieder zu ihrem Mund. Starr vor Schreck verharrte Susan eine Weile. Sie musste aus dem Kino raus, so schnell es ging. Aber Susan wollte nicht ohne Nain nach Hause, außerdem, wer weis was gerade an ihm alles wuchs? Doch sie konnte nicht so einfach quer durch den Kinosaal gehen, vielleicht würde jemand den wachsenden Schnabel bemerken.
Doch hatte sie eine andere Wahl?
Susan lauschte ob sonst noch jemand im Raum war. Keine Geräusche. Vorsichtig öffnete sie die Kabinentür einen Spalt, konnte jedoch niemanden sehen und öffnete sie ganz. Susan hastete zurück in den Kinosaal, ihren Mund mit der Hand verdeckend, und stellte dort erleichtert fest das gerade eine Nachtszene lief, was bedeutete das es im Saal sehr dunkel war. Man würde nur aus nächster Nähe ihren wachsenden Schnabel bemerken. Hoffentlich.
Sicherheitshalber hielt sie immer noch ihre rechte Hand vor dem Mund und ging langsam und etwas traurig zurück zu ihrem Platz. Es hätte so ein schöner Kinoabend werden können. Bis jetzt war alles so abgelaufen wie immer – Nain hatte seine üblichen witzigen Kommentare zum Film abgegeben während Victor stumm sein Popcorn in sich hineinschaufelte oder über die Kommentare seines Freundes lachte. Sharon fühlte wie immer übertrieben mit den Rollen im Film mit (es fehlte nur noch das sie laut kreischte „Pass auf hinter dir!“ wenn irgendein Bösewicht sich dem Helden von hintern näherte) und Susan hatte einfach den Film genossen, über Nains Kommentare gelacht und ihren Kopf auf seine Schulter gelegt. Es war wie immer gewesen.
Gut, anfangs hatten sich Sharon über Nains Aussehen gewundert, aber nach ein paar Erklärungen war sie zufrieden gestellt gewesen. Susan würde das Kino vermissen, die Atmosphäre während eines Films, das Rascheln der vielen Popcorntüten oder -eimer, das leise Lachen und Kichern des Publikums wenn der Held ein lässigen Spruch abließ, das kinotypische Husten mancher Menschen während unpassenden Situation im Film...
Und sie würde es vermissen einfach so und spontan mit ihren Freunden irgendwo hingehen zu können. Trotz ihrer Idee mit dem BBQ wäre es umständlich sich mit ihnen zu treffen... Seufzend lies sich Susan in den Kinositz plumpsen. George Clooney / Micheal Clayton stand auf dem Hügel bei drei Pferden, nahe einem Baum. Genau dieses Bild war auf einem Buch gewesen das er vorher gesehen hatte. Plötzlich explodierte sein Auto, das in der Nähe stand. Das Publikum (inklusive Susan) schreckte kurz zusammen. Sharon hatte sich erschrocken in die Schulter von Jessa gekrallt, die mit einem belustigtem Blick beruhigend auf sie einredetete.
Nain tippte an Susans Schulter und flüsterte ihr ins Ohr „Wir sollten als erste den Saal verlassen wenn der Film vorbei ist, ich glaub mir wächst gerade ein...“
„... Schnabel? Mir auch... Sag Victor bescheid.“
„Ok... Sonst alles in Ordnung bei dir?“ Sie schnaubte belustigt. „Du weist wie ich es gemeint hab Susan.“
Sie lächelte flüchtig „Nein, Nein, alles in Ordnung, nur ich werde das alles hier so schrecklich vermissen.“
Er nickte zustimmend und murmelte traurig „Ich auch... Ich auch...“
„Wer zur Hölle ist der Typ überhaupt?“
„Ich bin Shiva, Gott des Todes!“
Alle im Publikum lachten und Nain lobte die Endszene, während Victor sogar bei seines Popcorn-Orgie innehielt um zu lachen. Ein absolut gelungenes Ende, dachte Susan, sah noch einmal durch den Saal und sog regelrecht die Bilder, Gefühle und Gerüche in sich ein, damit sie sich noch lange an diesen Tag erinnern konnte.
Auf eine etwas andere Art sollte das Schicksal dafür sorgen.
Susan sah aus den Augenwinkeln wie Sharon sie erstaunt ansah. Dann fragte ihre Freundin „Susan, seit wann hast du so einen Federschal um deinen Hals?“
„Federschal?“ krächzte sie, zuckte jedoch bei dem Klang ihrer Stimme erschrocken zusammen. Es war seltsam mit ihrer neuen Zunge zu sprechen, ihr Kehlkopf fühlte sich seltsam an und sie kratzte sich an der Kehle wobei sie Federn spürte... viele Federn... Eilig versuchte sie eine Erklärung zusammen zu kriegen.
„Ähm... Ich glaub ich hab ’ne Allergie auf irgend so ein Zeug hier drin... Irgendwas mit dem Hals...“ Es war Anstrengend zu reden, viele Wörter waren unverständlich, da sie keine Ahnung hatte wie sie sie aussprechen sollte ohne Zähne, mit ihrer neuen Zunge und ihrem Schnabel...
Scheiße, der Schnabel!
Eilig hob Susan ihre Rechte um ihren Mund zu verdecken, doch es war zu spät. Sharons Augen weiteten sich vor entsetzen.
„Oh mein Gott, Susan was...?!“
Nun sah auch noch Jessa zu Susan, doch ihr Blick hatte nichts entsetztes oder verwirrtes... Nein, sie sah sie eher verwundert und überrascht an! Nain hatte mitbekommen was gerade passiert war, packte Susan an der linken Hand und sagte laut „Susan und ich müssen schnell zu einem Arzt, ich glaub sie hat eine allergische Reaktion. Victor kannst du uns...?“
„Klar kein Problem!“ Ein paar ihrer Freunde beugten sich besorgt vor um Susan sehen zu können, dich Victor und Nain standen so das sie die Sicht halbwegs blockierten. „Komm Susan, Beeilung sonst bemerken noch mehr etwas“ murmelte Nain ihr ins Ohr und zog sie etwas in Richtung Ausgang. Gerade als Susan sich zum Ausgang drehte, glaubte sie Jessa flüstern zu hören „Ihr... ihr auch?“
Susan wollte sich zu ihr umdrehen. Hatte sie gerade richtig gehört?! Ihr auch?! Gab es mehr Menschen die sich in Vögel verwandelten? Oder hatte Jessa gefragt ob sonst noch jemand ihren Schnabel gesehen hatte? Hatte sie überhaut etwas gesagt?! Ehe sie sich umdrehen konnte schob Nain sie weiter Richtung Ausgang.
„Susan wir müssen hier raus, in deinem Gesicht wachsen Federn und...“
„Nain! Die Mütze!“
„Was ist mit der verdammten Mütze?!“
„Du hast sie nicht auf deinem Kopf! Man sieht deine Federn im Haar! Und was hast du mit deinen Augen gemacht? Deine Krallen...“
Er unterbrach sie mit einem gleichgültigen Schnauben und zog sie weiter hinter sich her, während Victor voraus rannte um sein Auto zu starten.
Nain wusste nicht wie viele Leute ihrer beiden Federn, Schnäbel oder was auch immer gesehen hatten, es war ihm auch egal. Die meisten hielten es wahrscheinlich für irgend so eine Maskerade. Ein paar kleine Kinder waren panisch vor ihnen weg gerannt, einige Erwachsene hatten sie nur verwundert angestarrt. Einige die Susans Schnabel (der sich immer noch durch ihr Zahnfleisch bohrte) gesehen hatten, waren entsetzt zur Seite gesprungen. Endlich erreichten sie die Abzweigung zu dem Gang der in den Haupteingang/ -ausgang des Kino führte. Ein anderer Gang führte zu einem Notausgang. Nain wollte nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen, doch er wusste nicht wohin der Notausgang führte, außer nach draußen. Waren dort weniger Menschen unterwegs, oder war er von Angestellten durchsetzt?
Durch die Haupthalle wäre es am schnellsten, doch unweigerlich würden sehr viele Besucher ihn und Susan sehen. Und wer weis was dann alles passieren würde...
„Wohin?“, fragte Susan ihn, doch er schüttelte nur nachdenklich den Kopf. „Ich glaub wir sollten...
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