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Wednesday
February 15, 2012
11:29am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Sie wachten am nächsten Morgen auf, vollkommen verwandelt. | Go Back

  Chapter 28: Ungebete Besucher?   (ID #764925)
    an addition by: yarrek  More by this author

Es war noch früher Morgen, es konnte nicht später als drei oder vier Uhr Morgens sein. Die Sonne war erst aufgegangen und ein sachter Wind kitzelte seine Federn auf seiner Brust...

Moment, FEDERN?! Nain war mit einem mal wach und sah entsetzt auf sich herab. Erschrocken zuckte er zusammen als er die Federn sah, dann fiel ihm wieder ein was am Vortag geschehen war und er beruhigte sich halbwegs.
„Oh Susan, in was hast du mich da rein gezogen...", krächzte Nain leise, und zuckte abermals durch den ungewohnten Klang seiner Stimme zusammen. Er spürte wie Susan unruhig ihren Kopf auf seinem Schoß bewegte. Nain hielt stille, und bald darauf war sie auch wieder eingeschlafen. Seine Freundin lag komplett entspannt auf der Holzbank, ihren Rabenkopf auf seinen Schoß und machte einen so friedlichen Eindruck dass Nain sie eine Weile lang nur verträumt an zu sehen wagte. Er wollte nicht so grausam sein und sie aus ihrem Schlaf herausreißen.
...Wie sie so da lag, war sie das schönste was er je gesehen hatte...

Verträumt wanderte sein Blick über ihren wohlgeformten gefiederten Körper. Von ihren Klauen über den Bürzel, der etwas aus ihrem Rock herausragte und an dem jetzt lange schwarze Schwanzfedern hingen. Dann weiter ihren schmalen Rücken entlang, der komplett von den Rabenfedern bedeckt war, über ihr hübsches Rabengesicht mit den menschlichen Zügen und bis zum spitzen Ende ihres langen dunklen Schnabels.

Dann bemerkte er das irgendetwas mit seinen Augen nicht stimmen konnte... Nain sah alles so... überdeutlich und scharf. Er konnte deutlich die einzelnen Granen an den Kielen von Susans Federn erkennen, ebenfalls sah er deutlich die kleinen Blattläuse die auf den Blättern der Baumkrone des Baumes vor ihm. Nain sah ihre kleinen Kiefer, wie sie damit Stücke aus den Blättern heraus rissen und durch die winzigen Löcher konnte er das weitere Blattwerk dahinter sehen... Deshalb waren meine Augen gestern so gerötet! Sie haben sich in Adleraugen verwandelt!

Nain streckte seinen Arm und war wenig erstaunt das dieser nun eine Art Flügel war. Sein Ringfinger war jetzt ein dicker Knochen an dem die Daumenfittiche hingen, zwei mehr unscheinbare Federn die beim Landeanflug für einen Vogel sehr wichtig waren. Ohne sie würde der Vogel den beim Landeanflug entstehenden Verwirbelungen der Luft hilflos ausgesetzt sein und ins Trudeln geraten. Sein „kleiner Finger" war jetzt ein sehr langer massiver Knochen an dem fünf noch viel längere große Federn hingen, die Schwungfedern. Sie dienten dem Auftrieb, hielten den Vogel in der Luft und bildeten die Gleitfläche beim Segeln. Ober- und Unterarm waren ebenfalls um einiges Länger geworden und waren mit großen langen Federn bedeckt. Sein Arm / Flügel schien über Nacht muskulöser geworden zu sein, unter den vielen Federn konnte er die starken Muskelstränge erahnen.

Nain schätzte die länge seiner Armfedern auf einen Meter, die Schwungfedern etwas länger. Die großen stabilen Flugfedern an Ober- und Unterarm hatten eine dunkle, schokoladenbraune Farbe, die aber von horizontal gerichteten weiß-braunen Streifen unterbrochen wurden, die wie Linien sich bei den anderen Federn fortsetzten. Seine Schwungfedern waren strahlend weiß, aber wie bei den vorherigen waren sie von horizontalen Streifen unterbrochen, die die Linie der vorherigen Federn fortsetzte nur mit einer dunklen Version dieser. Die Spitzen der Schwungfedern gingen wieder in das dunkle schokoladenbraun über.

Dort wo Ring- und der kleine Finger sich trennten, waren Nains Krallenfinger. Er „klappte" den Flügel vor seiner Brust zusammen um die hintere Seite der Federn zu sehen. Die waren dunkelbraun, die Ränder ihrer Spitzen waren strahlend weiß, wie bei seinem Rücken. Nur die Schwungfedern sahen so aus wie bei der Vorderseite.
Rasch (und etwas vorsichtig) strecke er wieder seinen Flügel nach rechts, da seine Armfedern im Gesicht von Susan gelandet waren und sie am Schnabel kitzelten. Er wollte sie nicht wecken, noch nicht. Er konnte seinen Ring- und kleinen Finger, die ja den „äußeren Teil" seines Flügels bildeten, von seinen Fingern wegknicken und drehen damit sie beim greifen von etwas nicht im Weg waren, konnte sie mehr nach oben oder unten richten um seine Flugbahn zu verändern... Träumerisch sah er abwechselnd den linken und den rechten Flügel an. Am liebsten wäre er jetzt aufgesprungen und hätte versucht zu fliegen! Aber Susans Schlaf rauben... Nein lieber nicht, sie hatte ihn nötig...

Ein kleiner Fink landete in der Nähe der Holzbank und hüpfte zu Nains Adlerklauen. Dicht vor ihnen blieb der kleine Vogel stehen und betrachtete den ihm fremden riesigen Vogel. Nain wannte seinen Blick von seinem Flügel ab und sah den Fink freundlich an. Dann hob er seine Klaue und mit seinen Zehen als ob er den kleinen Vogel packen wolle. Der sprang sofort zurück, sah Nain anklagend an und tschilpte verärgert.
„War doch nur Spaß Kleiner!", krächzte Nain gut gelaunt und zwinkerte dem Vogel zu.
Der Vogel schien beruhigt, als hätte er seine Worte verstanden und flatterte ohne Misstrauen oder Vorsicht auf Nains Knie, dicht neben Susans Kopf. Nain glaubte seinen Adleraugen nicht. Hatte der Vogel ihn wirklich verstanden?! Durch seine Federn konnte er die kleinen kühlen Krallen des Finks fühlen, der es sich gerade dort bequem machte. Er knickte den Kleinen Finger etwas zur Seite damit der Vogel nicht in seinen Armfedern zugedeckt wurde und strich mit einen Klauenfinger dem Vogel den Rücken entlang, was dieser zu genießen schien da er fröhlich zwitscherte.

Nain konnte nicht verstehen was der Vogel da zwitscherte, aber irgendwie wusste er wie sich das Tier fühlte... Es war seltsam, fast so als... Naja, als was?, fragte er sich in Gedanken. Er wusste einfach das der Vogel etwas hungrig war und ihm vertraute...
„Ich glaub ich werd zum Vogelflüsterer..." krächzte Nain leise. Sein Ton klang etwas traurig. Der Fink flatterte plötzlich auf seine Schulter und schmuste sich an Nains Hals. Der spürte plötzlich, das der Vogel versuchte... ihn zu trösten...?
Was war mit diesem Vogel los? Oder mit ihm? Hatte der Fink ihn wirklich verstanden?!
„Ist schon gut Kleiner..." murmelte Nain zögernd, als der Vogel nach einer Weile immer noch nicht aufgehört hatte sich ihm „an den Hals zu werfen". Der Vogel tschilpte zufrieden, zwitscherte jedoch dann aufgeregt und sah an Nains Hals vorbei. Der drehte seinen Kopf und folgte dem Blick des Finks. Quer über den Garten und über die Hüfthohe Hecke die als Gartenzaun-ersatz diente sah Nain in weiter Entfernung ein Auto heranfahren. Dank seiner Adleraugen sah er wie das Gefährt gerade in die lange Einfahrt zu Susan's Haus einbog.

Es konnte nicht später als drei oder vier Uhr morgens sein, wer wollte um diese Uhrzeit zu ihnen? Waren es Susan's Eltern sie zurück kamen? Das wäre jetzt kein guter Zeitpunkt... Oder Sharon und der Rest der Clique die auf Victor gepfiffen hatten und jetzt nah ihnen sehen wollten? Vielleicht war es ja auch Victor der irgendetwas gehohlt hatte, schließlich wusste Nain nicht ob sein Freund immer noch im Wohnzimmer lag und vor sich hin schnarchte...

Er sah genau hin und konnte klar erkennen dass er das herankommende Auto...
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