This choice: Susan ging hinein. Was sollte schon passieren? | Go Back Chapter 33: Ein Häufchen fedrigen Elends (ID #558434) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author (Ein Kapitel von terralux)
Wenn es wirklich Jessa war, die dort herumwimmerte, dann wäre es wohl am besten, wenn Susan zu ihr ging, Männer hatten da schließlich nicht immer den Nerv für. Sollte es dann wirklich jemand anders sein, der dort vor sich hin jammerte könnte sie zumindest die besorgte Freundin sein, die sich erkundigen wollte.
Vorsichtig ging sie in das fremde Haus und die halbe Treppe hoch. Die Stufen knarzten unangenehm unter ihren Füßen. Immer noch im inneren Zwiespalt, ob sie weiter gehen sollte oder nicht, kam ihr eine Idee.
Sie holte ihr Handy heraus und rief Jessas Nummer zum bestimmt siebten Mal an diesem Tag an. Nach dem Frei Zeichen hielt sie ihr Handy etwas weg und tatsächlich, oben klingelte ein Handy. Das Wimmern wurde dadurch zwar übertönt, aber Susan konnte sich nun zumindest sicher sein, dass es tatsächlich Jessa war, die dort oben saß.
Aber warum jammerte sie so?
Susan musste es einfach herausfinden, ihre Neugier war stärker als alle Gründe, die dagegen sprachen. Sie drückte den Anruf wieder weg, da Jessa eh nicht dran gehen würde, und ging die Treppe langsam immer höher.
Sie fühlte sich ein wenig wie eine Einbrecherin, so verstohlen und leise, wie sie in dem fremden Haus herum schlich und endlich die letzten Stufen der Treppe nahm. Sie orientierte sich kurz und fand zu ihrer linken Seite eine offensichtlich angelehnte Tür, aus der das Wimmern kontinuierlich weiter heraussickerte, wie das Eiweiß aus einem angeschlagenen Ei.
Susan dachte kaum eine Sekunde daran, wie sie auf diesen Vergleich gekommen war, denn es interessierte sie viel mehr, was Jessa dort drinnen trieb…
Sie nahm ihren Mut zusammen und schob die Tür etwas weiter auf, damit sie hinein sehen konnte.
Das Zimmer war nicht unbedingt groß und im selben Terrakotta Stil gehalten, wie der Rest des Hauses. Neben einen Schreibtisch vor dem Fenster genau gegenüber der Tür gab es noch einen großen Kleiderschrank und ein größeres Bett, auf dem ein …
Ihre Gedanken fanden kein passendes Wort für das, was sie entdeckte, aber es schien zu leben, denn es atmete in regelmäßigen Abständen…
Und es wimmerte.
Wie ein Schlag traf sie die Erkenntnis im Gedankenflug: Das musste Jessa sein!
Es war beileibe genug passiert in den vergangenen Stunden, damit Susan verstand, was passiert sein musste. Die Idylle von Maple Valley schien auch hier zugeschlagen zu haben. Ohne länger zu zögern kam Susan vorsichtig herein und ging zu dem Etwas aus Federn und Kleidung, das Jessa sein musste.
„He, Jessa, entschuldige, wenn ich hier so einfach rein platze, aber… glaub mir, ich kann dir helfen.“, begann sie zögerlich.
Der Kopf des anthrazit gefiederten Vogels drehte sich in Richtung von Susan und die Augen von beiden weiteten sich in Erstaunen. Jessas, weil sie wohl nicht mit Besuch gerechnet hatte und Susans, weil Jessas Augen fast vollkommen schwarz waren und ihre Pupillen kaum genau zu sehen waren.
„Was machst du hier?“, brachte sie mit einem leicht piepsigen Krächzen in der Stimme hervor.
„Ich … Ich will dir helfen, ich habe das auch durchgemacht, weißt du?“, brachte Susan mühsam hervor. Sie war erleichtert, dass Jessa noch keinen Schnabel hatte und anscheinend doch noch mehr Mensch war, als man zunächst glauben mochte.
„Dann war das im Kino keine Einbildung?“, fragte Jessa etwas hektisch.
„Nein, aber… vielleicht ziehst du erst deinen Pullover aus, das könnte sonst bald unangenehm werden, weißt du?“, meinte Susan. Sie sollte nur ungern auf das Kino zu sprechen kommen, es war sicher keine angenehme Szene gewesen und auch nicht schmerzfrei, aber sie wollte Jessa nicht noch mehr Angst machen.
„Aber du siehst so … normal aus…“, brachte Jessa hervor ohne Susans Anweisung zu folgen.
„Bitte, zieh erst deinen Pullover aus, dann versuche ich dir alles zu erklären, ich glaube wenn wir noch etwas länger warten könnten deine Flugfedern zu weit ausgebildet sein, um den Pullover noch einigermaßen bequem aus zu ziehen.“, meinte Susan und ging zwei vorsichtige Schritte auf Jessa zu, um ihr zu helfen.
Kurz vor ihr stehend konnte Susan ein paar rötliche Federn in ihrem Ausschnitt erkennen. Was für eine Art sie wohl sein mochte?
Aber das war im Moment egal, der Pullover sollte aus und zwar schnell.
Where will this story go next? Your choices are below...
* indicates the next chapter is blank and needs to be created. |
© Copyright yarrek (UN: yarrek at Writing.Com).
All rights reserved.
yarrek has granted Writing.Com, its affiliates and syndicates non-exclusive rights to display this work within this interactive story. Poster accepts all responsibility, legal and otherwise, for the content uploaded, submitted to and posted on Writing.Com.
| Members who added to this interactive story also contributed to these: |