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Wednesday
February 15, 2012
11:31am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: zu dem besagtem alten Hof seines Onkels. | Go Back

  Chapter 36: Die herrliche Lichtung   (ID #566383)
    an addition by: yarrek  More by this author

„Wir fahren zu dem Hof von meinem Onkel. Der ist gerade nicht da und arbeitet ebenfalls beim SOB, also macht es nichts wenn wir dort irgendwelche ’spuren ’ hinterlassen. Aber ich ruf dann nochmal beim SBL an und sag wegen Jessa bescheid.“
„Und wie kommen wir an unser Badezeug ran? Ich mein, wegen diesem Beach-Party-Look...“, fragte Susan mit einem kurzen Blick auf Jessa, die gerade ihren letzten Zahn ausspuckte.
Viktor überlegte kurz. „Naja, wir könnten auf den Hinweg zum Hof bei uns zu Hause halt machen und die Sachen holen... Aber ich will nicht unbedingt provozieren das jemand Jessa so sieht.“
„Wenn wir uns beeilen und du...“, Nain blickte zu Jessa, „... deinen Kopf nicht aus dem Autofenster raushälst, dann sollte eigentlich nichts passieren.“
„Iff ducke miff einfach, dann fieht mich keiner...“, piepste sie zustimmend, während ihr Schnabel weiter wuchs.

Und sie sollte recht behalten. Ihre drei Freunde konnten ihr Badezeug holen ohne das jemand Jessa gesehen hatte. Nach einer langen Autofahrt über Landstraßen, durch Wald und Wiese, hatten sie endlich den kleinen Hof von Viktor’s Onkel erreicht.
Der Hof bestand nur aus zwei massiven, aber doch etwas kleinen Holzgebäuden, dem länglichen Stall (an dem noch ein kleiner Schuppen angebaut war) und dem zweistöckigen Wohnhaus.
Während der Autofahrt war Jessa’s Schnabel „ausgewachsen“ und sie bekam nun ein richtiges Gefühl darin, wie sie mit ihrer langen Zunge und dem Schnabel deutlich reden konnte.
„Was für Tiere hält eigentlich dein Onkel, Viktor?“, krächzte sie schüchtern als sie vorsichtig aus dem Auto ausstieg, um nicht mit ihrem Kopf irgendwo anzustoßen.
„Nicht viele, und nichts besonderes. Zwei Kühe, Hühner und weil er Truthahn nicht ausstehen kann, züchtet er noch ein paar Gänse, die wirklich gut schmecken...“
„Roh oder gebraten?“, fragte Nain in scherzhaftem Ton, und das schiefe hungrige Lächeln seines Freundes war Antwort genug.
„Du hast mich gerade auf eine wundervolle Idee gebracht mein Freund...“, zwinkerte Viktor Nain zu und eilte Richtung Stall.
„Er... holt doch nicht etwa das was ich denke, oder?“, fragte Susan zögerlich und sah ihm zweifelnd hinterher.
„Ich glaub schon...“, zwitscherte Jessa ein wenig belustigt und sah sehnsüchtig zum Waldrand. Irgendetwas in ihr wollte unbedingt dort hinein, herumflattern, Insekten jagen, singen...
Sie schüttelte kurz ihren Vogelkopf. Junge Junge, das kann ja was werden mit mir..., dachte sie amüsiert und spürte plötzlich wie ihr Steißbein schmerzhaft gegen ihre Jeans presste.
„Au!“, entfuhr es ihr und sie rieb sich ihren Steiß und zuckte erschrocken zusammen als sie merkte wie lang der schon gewachsen war.
„Du solltest so langsam wirklich deine Jeans ausziehen Jessa.“, riet ihr Nain. „Spätesten wenn die ersten Beinfeder wachsen wünscht du dir die Hose von dir zu haben, glaub mir.“
Unsicher sah sie auf ihre Hose. Eigentlich hatte er ja recht, das wusste sie, aber...
„Na komm schon Jessa, wir wollen dich sicher nicht begaffen... Nicht das du häßlich wärst, aber... Ich glaub du weist was ich mein. Außerdem hab ich eine Freundin, also bin ich schon mal aus dem Spiel.“
„Na hoffentlich.“, schnaubte Susan belustigt, „Komm mit Jessa, ich helf dir.“

Nachdem sie (Jessa und Susan) es geschafft hatten die Jeans von ihr herunter zu bekommen und Viktor breit grinsend mit einer toten Gans und zwei Hühnern unter dem Arm wieder aus dem Stall aufgetaucht war, gingen sie mit ihren Badhosen und Bikini's in den Wald hinein. Die Vier wanderten auf einem Trampelpfad, der anscheinend nur von Tieren verwendet wurde (beziehungsweise von Viktor). Jessa störte es mit jedem Schritt immer weniger ohne ihre Hose aus zukommen, es war nun wirklich bedeutend angenehmer zu laufen, zumal nun auch helle weiße Federn auf ihrem Oberschenkel zu wachsen begannen.

Es dauerte nicht lange bis Viktor sie zu ihrem kleinen „Picknickplatz“ gebracht hatte, und den anderen drei verschlug es förmlich die Sprache als sie diesen herrlichen Ort sahen.

Es war eine kleine Lichtung am Fuß eines kleinen Abhangs, die bedeckt war mit kniehohem Gras und einigen bunten Blumen. Ein breiter Bach plätscherte vom Abhang hinab und floss murmelnd quer durch den kleinen baumfreien Platz.
Das Wasser war so klar, das man ohne Probleme den Grund des tiefen Baches erkennen konnte (und Nain die Fische darin...). Ein paar Kletterpflanzen wucherten den Steilen Abhang hinauf , einige Wassertropfen auf deren Blättern glitzerten im Sonnenlicht, das reichlich durch das kleine Loch des gewaltigen Blätterdachs über ihnen hindurch schien.
„Meine Güte, und ich dachte ich kenn schon all diese herrlichen idyllischen Plätze um Maple Valley...“, murmelte Susan fasziniert und Schritt langsam aus dem Dickicht in die Lichtung.
„Ich dachte dich kotzt dieses ganze Maple Valley Idyll an?“, fragte Viktor mit seinem schiefem Grinsen, worauf sie abwinkte „Nur das dem Stätdchen. Hier in der freien Natur ist es klasse... Wenn nicht gerade ein Schulausflug sein unwesen treibt.“

Während Nain irgedwie ein wenig lauernd den kleinen Bach abschritt, setzten sich die Anderen ins hohe Gras unweit vom herabplätschernden Wasser entfernt. Naja, Jessa war eigentlich mehr in der Hocke als das sie saß. Viktor hatte seine „Beute“ vor sich hingelegt und betrachtete die toten Tiere mit musterndem und hungrigen Blick.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Jessa und sah neugierig durch die Runde.
„Wir unterhalten uns und warten darauf das wir uns alle verwandelt haben. Und dann ziehen wir ein wenig durch den Wald hätt ich gesagt.“, antwortete ihr Susan und betrachtete dabei einmal mehr die Federn ihrer Freundin.
Irgendwie vermisste sie ihre eigenen Federn, stellte Susan fest. Keine Angst, du wirst deine Feder noch früh und lang genug haben..., dachte sie kopfschüttelnd und betrachtete wieder genauer die rot-orangen Federn. Hm, rot-orangene Federn im Frontbereich, graubraune am Rücken, weiße Beifedern und dann noch der weiße Kranz um Jessa’s Vogelaugen... Ein kurzer spitzer Schnabel...
Plötzlich schoss ihr endlich der Name der Vogelart durch den Kopf!
„Natürlich... eine Wanderdrossel!“, stöhnte sie auf. Warum war sie nicht schon früher darauf gekommen? „Jessa, du verwandelst dich in eine Wanderdrossel!“
Ihre Freundin lächelte scheu und entließ dann ein vielsagendes „Aha.“
„Keine Angst, ich versteh auch nichts von Vögel, außer das die hier lecker schmecken.“, meinte Viktor lächelnd und deutete auf die toten Tiere vor ihm.

Nain hatte sich inzwischen dicht neben Susan ins Gras gesetzt und die beiden kuschelten sich aneinander. Dann begangen die beiden zu zweit Jessa alles mögliche über Vögel zu erklären, unterbrochen mit ein paar Fragen an Viktor über das SBL.
Nach einer Weile bildete sich eine friedliche Stille, und alle geniesten einfach den Frieden und das herrliche Wetter um sich. Vögel zwitscherten, sie hörten wie die Blätter der Bäume im warmen Wind raschelten und ein paar andere Tiere vorbei huschten...

Ein lautes Rascheln ganz in ihrer Nähe riss Nain aus seinem dösenden Zustand. Susan wachte ebenfalls aus ihrem Halbschlaf auf, da sie mit ihrem Kopf auf seine Brust gelegt hatte, und sah ihn fragend an. Irgendetwas in ihm warnte ihn vor dem, was das Rascheln ausgelöst hatte. Irgendetwas sagte ihm, das es nichts gutes bedeutete...
„Ist irgendetwas?“, fragte Susan flüsternd, um nicht den schlafenden Viktor aufzuwecken. Jessa saß etwas abseits und schien gebannt den Vögeln zu lauschen, ab und zu zwitscherte sie sogar selbst mit wundervollen Melodien mit.
„Irgendwas muss gegen einen Busch oder so gestolpert sein... oder irgendwer...“
murmelte Nain leise und drehte seinen Kopf in verschiedene Richtung, doch trotz seiner Adleraugen konnte er nichts ungewöhnliches entdecken.
Susan lauschte ein Weile, zuckte aber dann mit den Achseln und küsste ihn beruhigend auf die Wange.
„Ich glaub nicht das jemand anderes als wir hier sind. Wahrscheinlich war es nur irgendein unbedachtes Tierchen.“, sagte sie sanft und legte ihren Kopf auf seine Schulter.
„Hm.“

Nain war immer noch etwas beunruhigt. Aber, warum eigentlich? Viktor hatte garantiert den Ort hier gewählt, weil der Abseits aller Wander- oder sonstigen Routen liegt, also würde garantiert kein Mensch hier vorbei schauen.
Oder doch?
Was wenn irgendein kleines Kind sich verlaufen hatte, und nun über sie vier stolperte? Es würde Jessa sehen und kreischend davon rennen... oder fasziniert stehen bleiben und seinen Eltern von einem riesigen Tier berichten.
Oder was wenn irgendein Naturforscher plötzlich aus dem Gebüsch auftaucht? Oder sonst wer?
Vielleicht machst du dir einfach zu viel Sorgen Chinaskie, dachte Nain und kuschelte sich wieder an seine Freundin. Die Unruhe in ihm blieb. Sollte er wirklich diesen beschaulichen Frieden stören, in dem er durch die Büsche schlich und alles absuchte, nur am Ende doch nichts zu finden?
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