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Creative Writing / Writer / WritersContent Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older OnlyWriters / Writer / Creative Writing

  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly PageTell A Friend
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18+
 Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei (hoffentlich ;) ) spannende Geschichten. Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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This choice: Nach dem Abendessen wollen die beiden nur noch schlafen... || Go Back

  Chapter 47: Vögel beim Nestbau   (ID #668834)
    an addition by: yarrek  [ More by this author ]

„Mum, reicht du mir bitte noch das letzte Ei da hinten?“
„Ich heise Jenny und bin nicht deine Mum! Aber hier, iss ruhig so viel du willst.“

Die Stimme ihrer Mutter klang wie immer – freundlich und aufmerksam, auch wenn nun eine leichte Unsicherheit in ihren Worten mitschwang, die sie mit einem zaghaften Lächeln zu vertuschen suchte. Sie hielt ihr den Weidenkorb mit dem letzten verbliebenen Ei hin und Susan nahm es dankend mit ihren Krallenfingern entgegen.
Fasziniert beobachtete Jenny, wie die Rabin mit der Schnabelspitze das Dach des Hühnereis eindrückte und dann das kleine Oval mit ihrem ganzen Schnabel umschloss und ihren Kopf anhob. So sickerten Eiweiß und –Dotter langsam die lange agile Zunge entlang und nichts konnte in das glänzende schwarze Gefieder tropfen.
Sie musste amüsiert lächeln als die Rabin genüsslich die Augen schloss und das Ei begann auslutschen.
„Die scheinen dir ja richtig zu schmecken, was?“
„Oh ja, ich könnte immerzu von den Eier naschen... Wir haben nicht zufällig noch welche da, oder? Die Wurst schmeckt zwar eigentlich ganz gut, aber naja...“
Susan lächelte verlegen, doch ihre Mutter schüttelte bedauernd den Kopf. Dann wurde es wieder still am Tisch, nur gelegentlich unterbrochen wenn Nain einen neuen Fisch mit seinem kräftigen Schnabel knackend zerteilte und ihn zufrieden hinunterschluckte.
Ihr Vater hatte seinen Kopf auf einem Arm abgestützt und gaffte regelrecht Nain beim Essen mit offenen Mund an und kaute gedankenverloren auf seinem Brötchen herum.
Jenny schüttelte nur belustigt den Kopf als sie da sah und hörte auch die Rabin leise gurren, wasw irgendwie ein wenig nach einem Kichern klang. Nachdenklich schweifte ihr Blick über die schlanke Statur und das glänzende, dunkle Gefieder dieser Vogelfrau. Wie es sich wohl anfühlte?

Als Nain sich satt gegessen und Susan sich von ihrer Mutter eine „Streicheleinheit“ gegönnt hatte, stand sie müde vom Tisch auf.
„Ich glaube wir beiden sollten so langsam ins Bett gehen, heute war ein anstrengender Tag und wer weis was uns in diesem Labor morgen alles erwarten wird...“
„Leider haben wir kein Zimmer frei, ihr müsstet bei den anderen... äh, ’normalen’ Vögel im Voliere schlafen... Wir haben noch einen ganzen Speicher voller Stroh im Garten, das könnt ihr ja als Matratze verwenden.“, sagte Jenny und stupste ihrem Mann unsanft in die Seite, damit der endlich seinen Mund wieder zumachte.
„Eigentlich hatte ich vor in meinem Zimmer zu schlafen...“, meinte Susan schlecht gelaunt doch ihre Mutter hob beschwichtigend eine Hand.
„Es ist nicht dein... Warten wir einfach den Morgen ab, ok? Ich hoffe dass sich da einiges klären wird... Ich will nicht dass meine Susan spät nach Hause kommt und dann euch zwei in ihrem Bett liegen sieht, verstehst du? Außerdem würdet ihr mit euren Klauen sowieso nur die Matratze zerfetzen, unabsichtlich oder nicht.“
Susan nahm es stumm hin, sie war zu müde um einen weiteren Versuch zu starten ihre Eltern zu überzeugen. Morgen würde sie sowieso ein wenig von dem Gegenmittel mitnehmen und so ihre Eltern überzeugen.
„Öhm... hättet ihr was dagegen wenn ich euch begleite und ein paar Fotos und Aufzeichnungen von euch mache?“, fragte ihr Vater hoffnungsvoll. „Ich helfe euch auch die Strohballen in die Voliere zu schleppen!“

...

Die Vögel im Voliere begrüßtem sie trotz der (für die kleinen Vögel) späten Stunde mit erstauntem Gezwitscher und viele von ihnen hüpften dicht an den Rand ihrer Käfige.
„Na ihr Süßen?“, grüßte Susan glücklich zurück und fühlte wie ihre Lebensgeister wieder wach wurden. Mit sprunghaften Schritten eilte so von Käfigtür zu Käfigtür und öffnete diese, damit die Vögel durch den Raum flattern konnten, während Nain etwas ungeschickt den letzten Strohballen unter eines der kleinen Fenster im Raum legte.
Die beiden hatten sich ihre Badesachen ausgezogen und neben die Tür gelegt. Da ihre privateren Körperbereiche alle reichlich mit Gefieder bedeckt waren und es ihre Eltern nicht zu stören schien, genossen sie es ziemlich von den Klamotten befreit zu sein und ihr Gefieder nun gänzlich „freien Lauf zu lassen“.
Während Susan mit den vielen Blauara’s, Tigerwaldsängern, Rauchschwalben und Buntfalken im Raum spielte und tanzte, und ihr Vater dabei begeistert ein Foto nach dem anderen schoss verteilte Nain das Stroh gleichmäßig auf dem Boden.
Ihre Federn raschelten und schwangen sachte mit wenn sie sich um die eigene Achse drehte, freudig entließ ab und zu einen glücklichen Krächzer. Es fühlte sich an wie ein schneller Foxtrott den sie zu der gezwitscherten Melodie tanzte und es machte ihr einen Höllenspaß! Verzückt sah Nain ihr bei ihrem Spiel zu, doch irgendwann wurde seine Müdigkeit zu stark und er krächzte
„Kommst du dann Spätzchen?“

Susan hielt inne und sah zu ihm herüber. Ihr zufriedener Blick wurde auf einmal ungläubig als sie den Haufen Stroh am Boden sah. Nein, sie würde sich gewiss nicht in dieses stachligen, unordentlichen Haufen legen der sich garantiert in ihr Gefieder verfangen würde wie irgend so ein dreckiger Vierbeiner!
Noch bevor sie sich über dieses seltsamen Gedankengang wundern konnte, antwortete Susan fast schon ein wenig beleidigt
„Was?! In den Batzen Stroh da? Das ist doch nicht dein Ernst, oder?!“

Nain zuckte gescholten zusammen und sah sie verwirrt an. Nun gut, ihm war zwar auch ein unangehmes Gefühl aufgekeimt als er sich das ganze Stroh angesehen hatte, aber es sollte doch nur für eine Nacht sein.
Moment, sie wollte doch nicht etwa...?
„Du... Du willst doch nicht etwa dass ich uns JETZT ein Nest baue, oder?!“, krächzte er ungläubig, doch Susans begeistertes breites Federgrinsen war Antwort genug.
„Aber ich hab doch gar keine Ahnung wie...“
„Ach was, ich hab da volles Vertrauen dass du das schaffst! Da muss doch auch jeder Vogel durch!“
„Ja, aber ich bin kein...!“
„Oh Junge! Jetzt erleben wir mal einen Nestbau in Großformat!“, zischte Allan begeistert seiner Frau zu, die sich im Pyjama zu ihm gesellt hatte, eine Videokamera in der Hand.
„Leise, du verschreckst sie nur und sie verhalten sich dadurch nicht mehr natürlich!“, zischte Jenny zurück und richtete ihre Kamera auf Susan, die ihre Eltern kopfschüttelnd beobachtete.

„Du brauchst gerade was zu sagen mit deiner großen Filmkamera! Als wäre die schon nicht auffälig genug!“
„Sag nichts gegen meine Videocam! Mit der haben wir schon viel mehr Vogelaufnahmen gemacht als mit deinem Foto-klotz!“
„So wie ihr euch beiden gerade herumzankt wären wir sowieso schon weg geflogen...“, kicherte Susan und begann wieder mit den kleinen Vögeln zu spielen.
„... Ich filme mal den Fischadler, das sieht so süß aus wie der da ratlos dasteht!“, lachte Jenny und richtete ihre Videokamera auf Nain, der irgendwie verloren vor dem Heu stand.

Er kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf und sah zu seiner Freundin. „Können wir nicht deine Eltern zumindest um Rat...“
„Nix da, das machst du schön alleine und ich will nachher nicht von irgendeinem Halm gepiekst werden! Nestbau ist Aufgabe des ’Männchens’ und du weist ja auch was passiert wenn das ’Weibchen’ unzufrieden mit dem Machwerk seiner Bräutigams ist!“
Nain seufzte ergeben und ging vor dem Strohhaufen in die Hocke. Anscheinend hatte sich seine Freundin in die Rolle als Vogelweibchen eingelebt...

Ungeschickt begann Nain kleine Bündel des Strohs mit längeren Halmen zusammen zu schnüren, was mit seinen Fingerkrallen ungemein knifflig war. Irgendwie waren sie einfach nicht so feinfühlig und er benutzte des öfteren seinen Schnabel als Unterstützung um die Knoten zu machen und seine Fußklauen um die Bündel zu halten.
Mit Hilfe seines Bürzels hielt er auf einem Bein stehen das Gleichgewicht und griff mit dem anderen einen neuen Packen Stroh um es zu ’verschnüren’. Die kleinen Strohbündel verzweigte und verknotete er wieder miteinander mit Schnabel, Krallen und Klauen, bis nach einer schieren Ewigkeit endlich das Nest fertig war.
Erleichtert stieß Nain die Luft aus, als er das ’Schlussbündel’ gesetzt hatte. Er stand auf und betrachtete kritisch, aber auch mit großem Stolz sein Machwerk. Das Nest war ihm mehr oval als rund gelungen, besonders groß war es auch nicht, aber er und Susan würden aneinander gekuschelt hineinpassen. Ein paar Halme standen trotz seiner Bemühungen unschön ab und einem kräftigen Wind würde es auch nicht standhalten, aber es war eh nur für eine Nacht gedacht.
Probeweise drückte er mit einer Klaue auf den Strohboden des Nests und lächelte erleichtert als er es schön weich und in keinerlei Weise stechen fühlte.
„Spätzchen schau mal, ich bin fertig!“, krächzte er laut und freudig und präsentierte mit ausgestreckten Flügel „sein“ Nest. Seine Brustfedern plusterten sich vor Stolz so sehr auf, dass man meinen könnte er stünde unter Strom. Neugierig drehte sich Susan zu ihm um (sie hatte sich mit ihren Eltern über das Fliegen unterhalten) und besah sich das Nest peinlich genau, stupste gegen den erhöhten Rand und stocherte mit ihrem Schnabel etwas in den Halmen.
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1.   Sie war damit zufrieden und legte sich feierlich in das Nest.

2.   Sie war ganz und gar nicht damit zufrieden! *

  
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