This choice: (Die beiden reden noch etwas mehr, über das Leben im SBL) | Go Back Chapter 55: Leben im goldenen Käfig (ID #1224314) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author (Ein Kapitel von terralux!)
… was ist?“, fragte Victor, als sich ein nachdenklicher Ausdruck über Susans Stirnfedern gelegt hatte.
Susan sträubte sich kurz, fragte aber dann: „Unter ‚Mist bauen’ fällt wohl auch das herumfliegen draußen, oder?“
Victors Ohren sackten etwas herab, was für Susan Antwort genug war. Er murmelte aber noch: „Ja, die Vögel hier beschweren sich schon länger deswegen. Ihr Instinkt treibt sie zum fliegen, aber das Gelände ist zu klein.“
Susan verschränkte ihre befiederten Arme, was eine beeindruckendere Geste war, seit sie Schwingen hatte. „Das gefällt mir nicht. Aber es ist nicht deine Schuld, Vic.“
„Das vielleicht, aber es ist trotzdem schade. Ich fürchte es wird noch zu Problemen kommen.“, erklärte Victor. Susan hörte allerdings schon am Tonfall, dass die Probleme längst da waren.
„Das heißt man hält uns hier wie in einem großen Vogelkäfig gefangen.“, stellte sie fest.
„Naja, ihr könnt ja durchaus nach draußen…“
„Aber nicht fliegen, das ist nicht dasselbe, Vic. Ich weiß, dass du es nur gut meinst, aber diese Regel gefällt mir gar nicht. Ich habe schon jetzt das Verlangen wieder draußen fliegen zu können. Ich weiß nicht, ob du das nachvollziehen kannst…“
Aber da schien Susan Victor falsch einzuschätzen. „Wenn du wüsstest, was ich schon alles abgezogen habe, um mal so nach draußen zu können. Gerade in der Pubertät wollte ich ständig als Fuchs durch Wälder laufen. Es war ziemlich schwer für die Leitung mich manchmal zu finden.“
„Das hat dich sicher einige Rationen des RT gekostet, oder?“
„Nein, wegen der Schulpflicht war das nicht möglich. Ich musste dafür Extrastunden bei den Versuchen machen. Das war Stress genug, glaub mir. Viel interessanter war, dass der RT in der Pubertät nicht immer ganz gewirkt hat. Einmal ist mein Geruchssinn geblieben, ich wusste genau wer mit wem…“
„Zu viel Information!“, unterbrach Susan ihn schnell, als sie sich das Ergebnis vorstellte.
„Na gut, aber deswegen war ich in den Jahren auch oft ‚krank’ und musste Vieles hier von den Professoren lernen. Das war zwar anstrengend, aber teilweise auch ziemlich interessant. Daher konnte ich in Biologie auch Frau Roland an die Wand reden.“
Bei der Erinnerung an den Tag mussten beide grinsen. Damals hatte Victor fast eine ganze Stunde lang die Lehrerin verbessert, bis sie ihm frustriert angeboten hat doch selbst den Unterricht zu halten. Victor hatte daraufhin viele Kreisläufe anhand kleiner Comics erklärt und einfache Vergleiche gezogen. Sogar Frau Roland hatte eifrig mitgeschrieben.
„Ihr habt ja gute Laune!“, unterbrach eine krächzende Stimme die Erinnerungen. Nain war wieder aufgetaucht und hatte auch den Doktor dabei, der Susan untersuchen wollte. Die Rabin umarmte ihren Freund mit ihren großen Flügeln vermied es aber den Doktor auch nur anzusehen.
„Alles in Ordnung bei dir?“, fragte sie zaghaft.
„War kein Problem, ich bin bei bester Gesundheit.“
„Haben sie dich auch überall untersuchen wollen?“
„Natürlich, Susan, es war halt ein Komplettcheck. Was ist mit dir?“
„Mir wurde auch der Schritt untersucht…“
„Ja, mir auch, aber jetzt weiß ich zumindest, dass ich mit die Kinder… oder Eier bekommen kann.“, erklärte Nain mit einem leichten Grinsen um die Schnabelfedern.
„Aber es war ein Kerl!“, brachte Susan mühsam hervor und drückte sich noch einmal an Nain.
„Solang er Arzt war und nicht mehr wollte… Ich dachte die Frauenärzte sind professionell.“
Irgendwie beschämte es Susan, dass sie dem Vorfall so viel Bedeutung beigemessen hat. Sie löst die Umarmung, doch schon sprang der Doktor ein und erklärte:
„Ich glaube an dieser Stelle ist es an mir mich zu entschuldigen. Manchmal geht die Begeisterung mit mir durch, dann denke ich nicht großartig darüber nach, was ich sage. Seien sie sich gewiss, dass ich nie mehr wollte, als sie zu untersuchen, auch wenn sie natürlich sehr attraktiv sind.“
Susan war reichlich perplex. Einerseits war es eine Entschuldigung, andererseits gab er offen zu Interesse an ihr zu haben. Demonstrativ legte sie eine Schwinge um Nain, um zu signalisieren, zu wem sie gehörte. „Na gut, ich akzeptiere die Entschuldigung.“, gab sie schnabelknirschend zu, schwieg aber zu der anderen Andeutung.
„Gut“, nickte der Doktor und erklärte noch schnell: „Ihr könnt noch kurz was Essen, wenn ihr wollt und dann bringt Victor euch zu eure neuen Zimmer.“ Er nickte Victor noch einmal zu, der das Nicken erwiderte und schon verschwand der Mann.
„Tja, das ist unser Frauenarzt. Willkommen bei den Profis.“, lächelte Victor verschmitzt. „Nehmt es ihm nicht übel, er ist fachlich wirklich spitze, aber mit Worten hat er es nicht so.“
„Ja, das sieht man.“, antwortete Susan immer noch etwas verunsichert.
Sie aßen noch schnell etwas und schon brachte der Fuchs sie durch das verwirrende Labyrinth zu einer Tür. Von außen sah sie nicht besser aus als alle anderen Türen, schmucklos und zweckdienlich mit einer Nummer dran. Er erklärte ihnen, dass sie die Tür mit ihren Chipkarten, die sie auch für die Arbeit verwenden, öffnen könnten.
Drinnen war es zwar sauber und ein großes Fenster, das man aufschieben konnte, gewährte einen guten Blick in den Innenhof, aber zugleich war es so unpersönlich und klinisch weiß, dass den beiden neuen Bewohnern die Federn absackten.
„Tja, zweckmäßig, aber nicht schön, oder?“, bemerkte Victor trocken. „Aber macht euch nichts draus, ihr könnt sie umdekorieren, wie ihr wollt, sofern ihr keine Verwüstung anrichtet.“
„Wir dürfen neu einrichten?“, fragte Susan sogleich aufmerksam und Nain schwante Übles.
„Macht es euch so bequem, wie ihr wollt, aber denkt dran, dass nicht alle Sitzgelegenheiten für eure neuen Körper praktisch sind.“, erklärte Victor mit einem schelmischen Grinsen.
Gemeinsam erkundeten sie noch die wenigen Räume, denn außer einem kleinen Flur, einem Wohnzimmer und ein Bad gab es nur das Schlafzimmer, indem ein fertiges Nest auf sie wartete.
„Das ist ja nur etwas Holz und ein paar Decken!“, entfuhr es Susan. „Nain…“
„Oh Gott, bitte nicht schon wieder!“, stöhnte der Fischadler laut. „Bitte, lass uns das auf morgen verschieben.“
Susan seufzte gespielt verärgert. „Ein Fauladler bist du.“
„Danke, meine liebste Rabin.“, erklärte er und drückte seinen Schnabel sacht an ihren, was sie mit leichtem Druck erwiderte.
„Ich glaube ich verabschiede mich dann mal.“, erklärte Victor grinsend und verschwand auf leisen Pfoten. Seine guten Ohren vernahmen noch einige recht eindeutige Liebesbekundungen und er grinste auf seine füchsische Art. Where will this story go next? Your choices are below...
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