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Wednesday
February 15, 2012
3:21pm EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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This item has no ratings.
Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Matteo überlegt es sich kurz, schiebt es aber lieber auf und geht schlafen | Go Back

  Chapter 9: Die "mickrige" Ausbeute   (ID #559134)
    an addition by: yarrek  More by this author

„Anno Domini 1516,
Wir reisen schon seit vier Wochen durch den Dschungel, schwitzend, Pflanzen zerhackend und voller Mückenstiche, und noch immer ist kein Ende dieses gewaltigen Waldes zu sehen! Es ist beschwerlich bei diesem Dickicht von Pflanzwerk voranzukommen, aber wir schaffen es meistens unsere Durchschnittliche Marschweite abzuschreiten (selbst wenn die letzten Meter jedes mal wie eine Qual sind.).
Den Sklaven und unserem einheimischen Führer, ein mächtiger Krieger namens Qualiotzl, scheint die dampfende Hitze, die uns wie ein Dunst umgibt, wenig zu stören. Doch wir Spanier (und ein Italiener) schleppen uns mehr vorwärts als das wir gehen, schwitzend und von Moskitos verfolgt. Ich bin wahrlich froh das unsere Sklaven Proviant und alles weitere Schleppen müssen, und nicht wir. Ob wir das überhaupt ausgehalten hätten?
Aufgrund der schlechten (aber immer besser werdenden) Spanisch Kenntnisse unseres Führers konnte mein Freund Matteo immer noch nicht herausfinden, was genau Qualiotzl mit seinen rätselhaften Worten gemeint hat... Meiner Meinung nach macht er sich einfach zu viel Sorgen um die Loyalität des Einheimischen...

Gegen Mittag wurden unser Streben auf Reichtum und großen Entdeckungen belohnt: Unser Führer hatte uns zu einem heidnischen Tempel gebracht, der einem Stamm Krieger gehörte, die mit dem von Qualiotzl im Krieg standen.
Der Tempel selbst...“

Jan strich sich nachdenklich durch den Bart und betrachtete das große Steingebilde vor ihm. Wie sollte er es beschreiben? Er tauchte die Federspitze in das kleine Tintengläschen und schrieb weiter in sein Notizbuch, in dem schon einige Seiten mit Beschreibungen und Zeichnungen von Pflanzen und Tieren aller Art vollgeschrieben waren. Ein umgestürzter Baum diente ihm als Sitzbank, einer seiner gewaltigen Äste als wacklige Schreibunterlage.

„Der Tempel selbst ist von imposanter Bauweise. Wundervolle Verzierungen sind in seinen Mauern hineingemeißelt. Der Grundriss des Tempels bildet ein zwanzig Schritt langes und breites Viereck, außerdem ist er pyramidenförmig aufgebaut (die Höhe beträgt um die siebzehn Schritt). Jedoch sind die Wände nicht glatt, sondern stufenförmig, und auch hat der Tempel keine Spitze, sondern einen flachen Steinboden auf dem eine Art Steinhütte aufgebaut ist. Neben den zu steilen und hohen Stufen haben die Heiden auch eine Treppe in dieses Steingebilde gehauen, die hinauf zu der Hütte führt.
Eine riesige (zum Glück aus Stein gehaune) Schlange scheint sich um den Tempel zu winden, ihr gebogener Leib bildete eine Art Torbogen am Fuß der Treppe. Ihr gewaltiger Schädel „liegt“ auf dem Dach der Hütte und blickt lauernd auf denjenigen herab, der die Treppenstufen hinauf schreitet. Durchaus respekteinflößend, das Verwirrenste sind aber die gewaltigen Schwingen die aus dem Reptil wuchsen.“

Tomás tippte ihm auf die Schulter und sagte, das die Söldner nun die letzte der wenigen Tempelwachen überwältigt hätten, und wollte nun wissen was sie jetzt tun sollten – mit dem Tempel und den toten Wachen.

„Du, Qualiotzl, Matteo und ich werden in diese Hütte da oben gehen und uns den Steinkasten mal genauer anschauen. Ich bin mir sicher da muss noch mehr zu holen sein als ’nur’ das.“
Jan deutete auf ihre ’mickrige’ Ausbeute, die gerade die Sklaven von der Spitze des Tempels hinunter trugen. Vier ungefähr ellenlange goldene Statuen, die seltsame Gesichter darstellten. Dazu dannoch ein paar daumengroße Edelsteine, die die Söldner aus den Steinstatuen im inneren der Steinhütte herausgebrochen hatten.
„Unsere Leute haben schon mehrmals den Tempel durchsucht, wir haben auch schon die Außenwände abgeklappert, nichts, kein Geheimeingang oder so etwas in der Art.“, entgegnete der Söldner.
Jan strich sich nachdenklich durch den Bart. Verdammt, du mussten noch mehr Schätze in diesem Tempel sein! Warum sonst würden sich die Menschen hier so viel Mühe machen und so eine eindrucksvolle Schlangenstatue um das ganze Steingebilde bauen!
Gemeinsam mit dem schnaufenden Tomás eilte er die steilen Treppen hinauf zu der Steinhütte, vorbei an den Sklaven. Oben angekommen wischten sie sich den Schweiß von der Stirn und betraten dann das kleine Gebäude.
Es war relativ dunkel in dem kleinen quadratischen Raum. Gegenüber dem Eingang (der die einzige Lichtquelle zu sein schien) stand ein paar Schritte entfernt und in der Mitte der Hütte ein Opferalter auf einem mit Farbbändern verziertem Sockel. In jeder Ecke des Raums stand ein massiver kleiner Holzschemel, auf denen die Goldstatuen einmal gestanden hatten. Die Wände waren mit seltsamen, irgendwie finster wirkenden aufgemalten Runen verziert.
Qualiotzl saß auf einen der massiven Holzschemel und betrachtete nachdenklich die Wände, während Matteo den Sockel des Altars abtastete.
Als der Italiener Jan und den Söldner bemerkte zuckte er mit den Achseln und sagte fast schon entschuldigend „Tut mir leid, ich hab auch keinen Schalter oder ähnliches gefunden.“
Dann warf er einen misstrauischen Blick zu Qualiotzl hinüber und murmelte leise zu Jan
„Vielleicht verschweigt er uns etwas?“
Doch der winkte nur ab. Er fragte sich immer noch warum Matteo dem Einheimischen einfach nicht traute, selbst nach den vier Wochen in denen Qualiotzl mehrfach bewiesen hat das er Loyal zu ihnen stand.

„Irgendwas haben wir einfach übersehen...“, murmelte der junge Spanier nachdenklich und musterte noch einmal den Raum. Tomás setzte sich auf einen der Schemel und betrachtete gelangweilt den Altar. „Ich glaube nicht das wir was übersehen haben. Wir haben ja förmlich jeden einzelne Fuge und Ritze hier drinnen abgetastet!“

Hm... was wollten die Söldner als erstes rausschleppen lassen? Natürlich die Goldstatuen, allerdings, wer hätte nicht als ersten die Goldstatuen genommen?
Irgendwas hat es also mit den Statuen auf sich, sonst würden die nicht dastehen und aus Gold sein, damit jeder in Versuchung kommt sie mitzunehmen anstatt damit...
Plötzlich schoss Jan ein Gedanke durch den Kopf der einfach wie genial war.
„Qualiotzl, du warst einer der ersten die hier drinnen waren. Wohin haben die Gesichter der Goldstatuen geblickt?“, fragte er ungeduldig den Krieger, dessen Spanisch Kenntnisse mit der Zeit ein wenig zugenommen hatten.
Stumm deutete Qualiotzl in die Mitte des Raumes, dort wo der Altar stand. Dann schien es auch ihm einzuleuchten.
„Tomás, sag den Sklaven sie sollen die Statuen wieder hier rauf bringen! Na los!“, saget Jan in Befehlston zu dem Söldner, der sogleich die entsprechenden Anweisungen förmlich hinausbellte.
„Mein Gott, du glaubst doch nicht... Nein, so einfach kann es doch gar nicht sein!“, sagte Matteo kopfschüttelnd und betrachtete aufgeregt den Altar als der erste Sklave seine schwere last Dankbar auf dem Opferaltar ablud.

Die vier Statuen passten einwandfrei auf die Opferplatte, Jans Vermutung war richtig gewesen. Als ein Sklave die letzte Statue auf dem Altar ablud, sank der langsam und unter dem Geräusch von zermalenden Stein in den Boden hinab und...

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