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Wednesday
February 15, 2012
12:43pm EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Sie warten, weil sie keine Idee haben. | Go Back

  Chapter 11: Von den Göttern beschützt?   (ID #565676)
    an addition by: yarrek  More by this author

Jan antwortete ihm ebenfalls schreiend „Ja gerne, aber was?!“

Keiner wusste ein Antwort. Qualiotzl schien in eine Art tiefen Gebets zu versinken, langsam vor und zurück wippend. Wir sollten wohl alle Beten..., dachte Matteo nüchtern und wich vorsichtig einen weiteren Schritt zum Altar zurück, da immer mehr Steinbrocken von der Decke auf sie herab fielen.
Falls man noch wirklich weiter zurückweichen konnte, ihn trennten nur noch ein Schritt von dem finsteren Steingebilde.

Panisch wanderte Jan’s Blick über den schwach beleuchteten Altar. Irgendetwas musste er übersehen haben, irgendeinen Schalter, einen Hebel, was auch immer... Irgendein Ding das sie mit einer Art Rutsche aus diesem zusammenbrechenden Tempel, hinaus in die Freiheit...
Träumer, lachte eine böse Stimme in seinem Kopf. Welchen Sinn hätte so eine Falle, wenn es etwas gäbe, was die vermeintlichen Tempelschänder retten würde?
Trotzdem suchte er weiter und fuhr mit seinen zitternden Finger über die in den Stein gemeißelten Muster.
Oh Herr, ich bete nicht zu wenig zu dir und läster gerne über dich, aber bitte, bitte hab Gnade mit mir! Hab Gnade mit Matteo, Qualiotzl, selbst wen der dich noch nicht richtig kennt, lass mich einen Schalter finden!, flehte Jan in Gedanken und sah (weiterhin das Steingebilde abtastend) zur Decke hinauf.
Moment, war da nicht irgendetwas dunkles das aus dort herausragte, direkt über der Opferplatte?

Ein kleiner quadratischer Stein brach aus dem Deckenfundament über ihm und fiel genau auf seine linke Schulter. Ein heftiger Schmerz schoss durch seine Schulter und Jan schwankte etwas nach links. Doch der junge Spanier lies sich nicht beirren, raffte sich wieder auf und sah abermals zur Decke. Dort oben musste etwas sein!
Schnell kletterte auf die Opferplatte und fuhr gehetzt mit seiner gesunden Rechten über die niedrige Decke, dort wo er geglaubt hatte das dunklen Schemen gesehen zu haben.

Die Anderen standen nun ebenfalls direkt am Altar. Nachdem ein schwerer Stein nur knapp Qualiotzl’s Fuß verfehlt hatte, war er aus seiner Litargie erwacht und mit ihnen zurück gewichen. Etwas trauriges aber auch friedliches war in seinem Blick. Anscheinend war er auf den Tod vorbereitet.
Der Soldat hatte seinen vermeintlich toten Kameraden vor ihnen liegen gelassen und hatte die Augen fest geschlossen, leise etwas vor sich hin murmelnd, was im Getöse der herunterkrachenden Steine hoffnungslos unterging.
Ein Spitzer Schrei entfuhr ihm als sein Kamerad unter noch lauterem Getöse durch den Boden brach und in die Tiefe fiel.
Matteo sah ängstlich zur Decke hinauf. Hoffentlich löst sich nicht noch mehr Gestein von der Decke, dachte er, sonst stürzt uns auch noch das Dach über den Kopf zusammen. Verwirrt sah er seinen Freund an, der mit herunterhängendem linken Arm fest auf dem Altar stand und hektisch über die Decke strich.
„Gottverdammt, du glaubst doch wohl nicht das es hier so eine Art Stoppmechanismus gibt?!“, fragte Matteo ungläubig und war schon fast wieder dabei zu schreien, um das neu entstandene und sehr beunruhigende Grollen über ihnen zu übertönen.
„Hast du eine bessere Idee?“
„Nicht wirklich...“
„Also. Scheiße, da muss doch was sein, ich hab’s doch gerade noch...“

Ein lautes Knacken und Knirschen unterbrach ihn. Für einen Moment wurde es totenstill in dem kleinen Raum, nur vereinzelt hörte man leises rieseln. Ein schmaler Lichtstreif Tageslicht beleuchtete ein Stück der Decke vor dem traurigem Haufen.
Ein gewaltiger Riss, gleich einem Blitz war zu sehen. Und der wurde langsam immer breiter...

„Oh, verdammte Schei...“, begann der Soldat, doch die herabstürzende Decke begrub seine Worte unter einem ohrenbetäubendem Lärm. Eine Wolke aus Staub, Sand und Steinsplittern nahm Jan die Sicht und er spürte die Luftzüge der an ihm vorbei fallenden Deckenteile.
Der junge Spanier stand immer noch Aufrecht und starr vor Schreck auf dem Altar, konnte noch nicht einmal seine Arme zum Schutz hochheben.
Oh Gott, ich werde sterben!, schoss es Jan durch den Kopf. Von wegen ’deine Bestimmung finden’...
Plötzlich krachte etwas gewaltiges von der Decke dicht neben seinem rechten Fuß auf den Altar herab, und grelles Tageslicht flutete in die Dunkelheit hinein.

Langsam legte sich der Dreck in der Luft und seine Augen gewöhnten sich an die Helligkeit. Immer noch zu verkrampft um sich richtig zu bewegen hustete und keuchte Jan nach Luft, und sah mit aufgerissenen Augen ungläubig auf das gewaltige Ding, das neben ihm im Schutt lag.
Es war der Kopf der Riesenschlangenstatue, der nun leicht schräg im Schutt lag und ihn fast schon hämisch aus den Augen ansah.
Herr, du hast einen beschissenen Humor, dachte Jan und glaubte gar nicht das er noch lebte. Das gesamte Steindach war herunter gebrochen und er stand immer noch aufrecht auf dem Altar, neben ihm der gewaltige Steinkopf des Reptils, das ihn ebenfalls verfehlt hatte.
Das konnte doch nicht... So viel Glück gab es doch gar nicht auf der Welt! Das war einfach unglaublich!

Ein trockenes Keuchen riss ihn aus seiner Starre.
„Hey Jan, du hast uns ja doch rausgebracht...“
Matteo’s vom Staub raue Lachen erklang kurz und der junge Spanier konnte so langsam wieder seine Glieder bewegen.
„Matteo? Matteo?! Wo... wo bist du?! Sind wir tot?“
„Ich bin etwas vorm’ Altar ein wenig eingeschüttet... aber mein Kopf sollte rausschauen... Und nach den Schmerzen die ich grad fühl... Nein, ich glaub wir sind nicht tot.“
Kurze Stille.
„Jan, ich glaub Qualiotzl hat es auch überlebt... Hab ihn gerade irgendwas murmeln hören...“
„Ich hoffe die Götter stehen uns weiterhin bei wie vorhin...“, hörte Jan etwas unter sich die Stimme des Kriegers. Qualiotzl hatte eine übel aussehende Kopfwunde und nur ein Stück seines Oberkörpers ragte aus den Steintrümmer hervor.
„Wieso? Wir leben noch alle obwohl fast der komplette Boden samt Decke dieser Steinhölle zusammengebrochen ist, was soll den noch passieren?!“, fauchte Matteo den Einheimischen an, doch Qualiotzl befreite seinen Arm den Steinbrocken und deutete schwach auf den Rand der kleinen Lichtung unter ihnen, die den Tempel umgab.
Sie sahen eine kleine Gruppe Fremder, die so ähnlich gekleidet waren wie Qualiotzl, nur mit mehr Federschmuck in ihren Haaren und einer aggressiven Bemalung auf den Oberkörpern. Jeder von ihnen hielt entweder einen Speer oder zwei kleine Äxte in der Hand.
„Das sind Krieger von dem Stamm mit dem wir im Krieg sind.“, sagte er und etwas bitteres war in seiner Stimme. Jan holte tief Luft.
„Na toll. Wir überleben den Zusammenbruch ihres Tempels nur um von ihnen Massakriert zu werden...“
Plötzlich stand einer der Krieger fast direkt vor Jan und starrte den Spanier ungläubig an, eine Art Holzknüppel zum zuschlagen erhoben. Anscheinend konnte der Einheimische, der wie Qualiotzl einen Kopf kleiner war als er, es nicht glauben das jemand den Zusammensturz überlebt hatte. Und noch dazu aufrecht auf dem Altar seines Gottes stand, der Kopf der Riesenschlange zu den Füßen.
„Ja, ich lebe noch, also komm schon, schlag mich nieder, mach dem Dreck hier ein Ende!“, blaffte Jan den kleinen Mann resigniert an.
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