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Wednesday
February 15, 2012
11:13am EST


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Stattdessen begann er langsam immer lauter vor Schmerz zu brüllen. | Go Back

  Chapter 17: Gefahr in den Büschen   (ID #645328)
    an addition by: yarrek  More by this author

Jan begann laut und schmerzerfüllt zu stöhnen, während er allmählich erwachte. Hektisch sauste Qualiotolzs nervöser Blick zwischen den am Boden liegenden Spanier und der Richtung, aus der man ab und zu ein Rascheln hörte.
Als Jan schlaftrunken die Lieder flatternd öffnete, zuckte Matteo erschrocken zusammen als er seine Augen sah. Sie waren komplett gerötet, als wären sie verletzt oder entzündet. Nur undeutlich konnte man die Pupille erkennen, die auch nicht mehr wirklich wie eine menschliche aussah...
Jan atmete schwer und machte Anstalten sich aufzurichten. Erst zögerlich, dann entschlossen, streckte Matteo seinen Arm aus und drückte sanft wieder zurück auf den feuchten Boden. Noch bevor er überhaupt den Mund aufmachen konnte um ihn zu beruhigen, verkrampfte sich Jan und brüllte aus Leibeskräften.
Matteo verzog schuldbewusst sein Gesicht und sah zu den Bäumen hinauf, wo einige tropische Vögel verschreckt wegflatterten.

„Was hast du gemacht?! Sollen wir uns gleich aufrecht hinstellen und abwarten, bis sie uns niederhacken?!“, fuhr Qualiotzl Matteo scharf an und klatschte ihm mit seiner Rechten zornig auf den Hinterkopf.
„Hey! Ich wusste doch nicht...“, wollte sich der Glücksritter verteidigen, doch Qualiotzl unterbrach ihn mit einem eindringlichen „Pscht!“ und sah dann panisch in die Richtung, aus der die Mareudeure näher kamen.
Das Rascheln wurde langsam immer lauter, die Geräusche des Dschungels verdeckten es nicht mehr. Langsam spürte auch Matteo etwas Panik in sich aufsteigen und er versuchte Jan zum Schweigen zu bringen. Doch jede Berührung schien die Schmerzen seines Freundes nur zu verschlimmern. Mal schreiend, dann wieder stöhnend versuchte er sich verkrampft aus Matteos Griff zu befreien und schien kein Wort von dem zu verstehen was sein Freund und Qualiotzl zu ihm sagten.

Während Matteo weiter aussichtslos versuchte Jan zu beruhigen, riss Qualiotzl ein langes Stück Stoff aus der Hose des Spaniers. Eilig rupfte er ein paar der breiten Blätter aus dem Gebüsch, knüllte sie zusammen und umwickelte das Knäuel mit den Stofffetzen.
„Drück ihn zu Boden und sorg’ dafür dass er nicht mehr so herumzappelt. Schnell!“, zischte der Ureinwohner harsch und Matteo tat sein Bestes dem nachzukommen. Gerade als Jan wieder seinen Mund aufmachte um vor Qual zu schreien, bemerkte der Glücksritter etwas an den Zähnen seines Freundes.
Sie sahen nicht aus wie menschliche Zähne, sonder eher wie... noch unfertige Fangzähne eines Rauptiers. Besonders die oberen Eckzähne waren stark ausgeprägt und gebogen. Matteo rieselte ein eisiger Schauer den Rücken entlang und etwas Furcht stieg in ihm auf als er sie sah.

Plötzlich schoss Qualiotzls Hand mit dem provisorischem Knebel in sein Blickfeld. Noch bevor Matteo ihn warnen oder etwas sagen konnte, drückte der schon den Knebel in Jans Mund.
Mit einer unmenschlichen Schnelligkeit klappten Jans Kiefer zusammen und seine oberen gebogenen Eckzähne gruben sich tief in den Daumen und Zeigefinger des Ureinwohners. Schmerz explodierte regelrecht in Qualiotzls Hand, doch er sah nur verwundert auf seine blutenden Finger und war wie gelähmt. Erst als er spürte, wie der Schmerz und... noch irgendetwas anders langsam seinen Arm hinaufkroch, erwachte er wieder aus seiner Starrer.
Vor Qual jaulend versuchte Qualiotzl seine Finger zu befreien, wütend zischte er Matteo an ihm endlich zu helfen und nicht nur mit großen Augen da zu stehen..

Über ihren Köpfen kletterten allerlei Kleinsäuger und Affen vor den lauten Marodeuren über das Geäst der mächtigen Bäumen weg. Die spanischen Plünderer achteten gar nicht mehr darauf sich leise voran zu arbeiten, sie hatten Beute gewittert, oder besser gesagt gehört...

Matteo fasste sich ein Herz und suchte den Boden nach einem festen Stecken er wie ein Brecheisen dazu verwenden wollte Jans Mund auseinander zu drücken. Mit seinen Fingern wollte er lieber nicht hineinlangen...
Schnell fand er zwar einen recht kurze, aber festen Stecken und versuchte zwischen all dem Blut, Fängen und Fingern irgendwo sein stecken platzieren zu können. Doch plötzlich schloss Jan wieder seine geröteten Augen und schien zu erschlaffen, sein „Biss“ lockerte sich.
Seltsam geschwächt befreite Qualiotzl unter einem hässlich schmatzenden Geräusch seine Finger aus den Fangzähnen und lies sich dann wie ein nasser Sack zu Boden fallen, die blutende Hand an seine Brust gepresst.

Matteo musterte ihn besorgt und stellte erleichtert fest dass der Brustkorb des Mannes sich noch hob und senkte. Allerdings schienen die Augenlider Qualiotzl Probleme zu bereiten, so als könnte er sie nicht mehr richtig benutzen. Das Rechte hing schlaff herunter, während er das Linke nur unter Mühe flatternd offen halten konnte. Nervös sah dann Matteo zu Jan hinüber, der genauso wie ihr Führer schlaff im Gebüsch lag.
Was passierte mit nur mit ihm?! Wie konnte es möglich sein dass er auf einmal diese seltsamen Fänge hatte? Lag das am diesen heidnischen Gebräu? Warum lag Qualiotzl halbtot am Boden? Und warum hatte sich Jans... Biss... plötzlich gelockert?
Hatte Qualiotzl den Knebel zu weit nach hinten gedrückt, und ihm damit die Luft genommen?

Erschrocken zuckte Matteo zusammen. Oh mein Gott, wenn das Stimmt, dann erstickt Jan gerade!, stellte er entsetzt fest und wollte fast schon den einen Meter zu seinen Freund überspringen. Da packte ihn Qualiotzl schwach am Handgelenk und schüttelte mit dem Kopf.
„Aber er erstickt!“, zischte Matteo ungeduldig, doch der Ureinwohner schüttelte wieder seinen Kopf und deutete auf ein kleines Loch im Buschwerk. Durch die kleine Öffnung konnte der Glücksritter ein paar Gestalten umherhuschen sehen, die Arkebusen oder Rapiere in den Händen hielten, und die mordlüstern ihren Blick umherschweifen ließen.

Er entließ einen leisen Fluch und drückte sich wieder tiefer ins Dickicht. Beunruhigt sah Matteo wieder zu Jan herüber und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Wenn es doch hier nur nicht so verdammt schwül wäre...
Aber eines stand fest, egal was mit Jan gerade passiert, er würde ihm zur Seite stehen! Und er würde es auch nicht zu lassen dass er jetzt hier ersticken würde!
Andererseits wollte er auch nicht dass Jan wieder losbrüllte und die Marodeure sie alle drei in Stücke hackten... Oder Jan ihm die Finger abbiss...
So nah und scharf auf Kampf wie die Kerle waren, würden sie sich wohl auf jedes raschelnde Gebüsch stürzen, und wenn ich den Knebel entferne wird es garantiert laut rascheln..., dachte Matteo nüchtern nach. Vielleicht sollte er warten bis die Spanier weiter gezogenen waren , Qualiotzl hatte sicher den Knebel nicht SO weit nach hinten gedrückt...
Aber Matteo wollte das Schicksal auch nicht unnötig herausfordern.
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