This choice: Matteo stürzt in eine Falle! | Go Back Chapter 22: Vom Pech verfolgt (ID #866219) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Panisch grapschte Matteo um sich, doch nur totes Geäst und Laub rutschte ihm zwischen die Finger hindurch. Hektisch drehte er den Kopf in allen Richtung, schlug halt suchend mit den Armen um sich.
Sein Kinn krachte schmerzhaft gegen eine glitschige Wurzel während er immer weiter den Hang hinab schlitterte. Zahlreiche Steine und weitere Wurzeln folgten, es war als hätte der gesamte Waldboden beschlossen ihn vor seinem Tod noch einmal ordentlich zu verprügeln.
Entsetzt bemerkte Matteo wie seine Füße in einen haltlosen Abgrund gelangten. Bald folgten die Beine, dann der Oberkörper. Panisch angelte sein Arm noch einmal nach Halt, rutschte wieder ab, tiefer in die Grube. Seine Hand glitt über den Rand und...
Da!
Einem Schraubstock gleich umklammerte seine Rechte die dünne Wurzel, die ein Stückchen in die Grube hineinragte. Mit fahrigen Fingern folgte seine andere Hand dem Beispiel. Matteo schluckte schwer und sah nach unten.
Unter ihm war ein Wald aus brutalen Speerspitzen, die sich Blut lechzend nach ihm zu strecken schienen. Ein paar kleine Tiere waren schon von ihnen aufgespießt, und obwohl das Holz der Speere morsch aussah, versprachen die Steinspitzen weiterhin den sicheren Tod.
„Großer Gott...“, ächzte der Italiener und schickte ein kurzes Dankgebet an alle Heiligen, die ihm gerade in den Sinn kamen. Mühselig kletterte er über den Rand der Grube und blieb dann erst einmal liegen. Schnaufend, mit schmerzenden Gliedern und mit den Nerven am Ende.
Immer noch herrschte eine gespenstische Stille über dem Wald, nur unterbrochen von ein paar raschelnden Ästen. Sicher das unzufriedene Murren dieses verfluchten Waldes, das er immer noch lebte...
Mit zittrigen Beinen rappelte er sich auf und sah grimmig den Hang hinauf, den er unfreiwillig hinab geschlittert war. Matteo stellte fest, das es eigentlich kein Hang gewesen war, mehr ein kleiner Hügeln, in den irgendein Bastard eine etwas steilere Bahn hinein gegraben hatte.
Einstürzende Tempel, gottlose Heiden, blutrünstige Spanier, ein Wald der alles daran setzte einen Umzubringen oder bis in den Wahnsinn zu treiben, explodierende Schießpulverfässer... Allmählich kam ihm sein Venedig mit seinen dunklen Gassen, Schlägern und Mördern richtig einladend vor...
Doch was sollte er jetzt tun?
Bald würde es sicherlich die Sonne anfangen unter zu gehen und der Italiener verspürte keine sonderliche Lust die Nacht alleine in diesem verdammten Urwald zu verbringen. Außerdem konnte er doch seinen Freund nicht einfach so bei den Heiden im Stich lassen, Gott weiß was sie alles mit ihm anstellten... Oder was mit Jan gerade geschah...
Alleine würde er es nie schaffen lebend aus dieser grünen Hölle zu entkommen. In die Gefangenschaft der Ureinwohner wollt er sich aber auch nicht wieder begeben... Und dann war da noch der Weg vor ihm, gespickt von tausend weiteren tödlichen Fallen.
Frustriert trat Matteo gegen einen der feststeckenden Steine im Boden. Er hatte eigentlich keine andere Wahl...
Seufzend machte er sich daran, den hinab geschlitterten Weg wieder hinauf zu klettern.
Für seinen Geschmack viel zu langsam bahnte sich der Italiener mühsam seinen Weg weiter durch den mit Fallen bespickten Weg vor ihm. Es war fast schon faszinierend, was diese Ureinwohner alles für Wege entwickelt hatten, einen unbedachten Wanderer oder Eindringling zu töten. Gift tropfende, rostige Speerspitzen in Gruben waren da fast schon primitiv...
Erschöpft wischte sich Matteo den Schweiß von der Stirn und hielt keuchend inne. Wie viele Fallen hatten diese Irren eigentlich aufgebaut?! Er hatte jetzt schon sicher zweihundert Schritt hinter sich, und immer noch tauchten Stolperseile und dergleichen auf!
Außer seinem Atem und dem Nerven zehrenden Surren der Moskitos hörte er immer noch nichts anderes... Die Tiere schienen immer noch diesen Ort hier zu meiden...
War die Stelle hier vielleicht verflucht?
Unsicher drehte er den Kopf nach links und rechts.
So laut bewegte er sich nun auch wieder nicht das er die alle Tiere verscheuchte... Zumindest sicher nicht die Vögel in den Baumkronen...
Beunruhigende Erinnerungen an die vielen Geschichten über diese grüne Hölle schlichen sich in seine Gedanken. Matteo wusste natürlich das die meisten reines Geschwätz von Betrunkenen waren. Aber trotzdem...
Nervös setzte der Italiener seinen Weg weiter fort. Es wurde Zeit aus dieser Hölle zu verschwinden... Er würde schon noch dieses verdammte Heidenlager finden, dann würde Matteo sich Jan schnappen und mit ihm nach Europa zurück kehren. Ein paar kleine Geschäfte in Florenz, dann hätten sie genug Geld beisammen um zum Heiligen Land zu reißen, auch ein Ort in dem man sicherlich gut untertauchen konnte. Das klang doch nach einem guten Plan. Falls Jan überhaupt noch in der Verfassung war für so eine Reise...
…
Keuchend lehnte sich Matteo gegen einen der gewaltigen Bäume und ließ sich langsam gen Boden sinken. Es war einfach sinnlos. Weitere zwei Stunden war durch den Urwald gestapft, hatte sich durch etliche Pflanze und Büsche gekämpft während die Schwüle immer weiter anzusteigen schien. Eine erdrückende Decke aus Hitze und Feuchtigkeit lag schwer auf seinen Schultern und lähmte seine Gedanken.
Wie konnte man nur an so einem Ort leben?, fragte er sich immer wieder, was seine Gedanken in eine immer langsamer drehende Spirale schickte.
„Heda!“
Matteo zuckte erschrocken zusammen und er sah sich verwirrt um.
„Hier drüben, mon ami!“, lachte eine gut gelaunte Stimme ihm entgegen. Ein dicker, französischer Akzent schwang in dem Spanisch des Fremden mit. Irgendwo hatte er schon einmal diese Stimme gehört...
Aus einem nahen Gebüsch trat ein schmächtiger Mann hervor, dem die Schwüle nichts anzuhaben schien. Aufrecht und voller Energie stand er da, nur die beiden azurblauen Federn an der Krempe seines Lederhuts sahen etwas mitgenommen aus.
„Wer...?“, wollte Matteo fragen, doch sein Gegenüber winkte gelassen ab.
„Jaque de Valette. Ich hab dich und deine Freunde aus dem Kerker befreit.“
Die vielen Beutel an seinem robusten Gürtel klimperten leise als er sich neben den Italiener auf den verwurzelten Boden setzte.
„Ach ja, genau... Nochmal vielen Dank.“, sagte Matteo mit einem säuerlichem Lächeln.
„Eure weitere Flucht ist wohl nicht so gut gelaufen, was?“
Der Italiener schnaubte spöttisch auf. „Das kannst du laut sagen... Unser Führer ist tot, mein Freund wurde von Heiden verschleppt während irgendwas ihn... verändert oder so...“
Mitfühlend nickte Jaque und seufzte „Tja, die neue Welt ist eben voll von Gefahren...“
Er schien einen Moment nachzudenken, dann fügte er neugierig hinzu „Sag, du hast nicht zufällig genug Geld dabei um deine Flucht noch nach zu bezahlen?“
Fassungslos starrte Matteo den Franzosen an. „Was?“
„Später.“, meinte Jaque mit einem Lächeln und richtete sich wieder auf. „Wohin gehst du eigentlich?“
„Ich verfolge die Krieger die meinen Freund verschleppt haben. Du weist nicht zufällig wo das nächste Heiden-Dorf liegt, oder?“
„Doch.“
Stille.
„Und... würdest du mir vielleicht sagen wo?“
„Kommt drauf an.“
Wieder Stille. Dann schnaubte Matteo empört auf. „Also wirklich...“
„Ich suche niemanden der von den Primitiven hier verschleppt wurde. Und ich bin nicht derjenige der sich verlaufen hat.“
„'Hab mich nicht verlaufen...“, brummte Matteo leise. „Du bist doch auch nur alleine unterwegs. Zu zweit ist es sicherer zu reißen, vor allem in so einer grünen Hölle, findest du nicht?“
„Wohl war. Doch ich hab meine kleine Handelstruppe schon wieder gefunden, wir machen da hinten nur gerade Rast und ich musste mal.“
„... Ich bin mir sicher Gott würde es dir gut anrechnen wenn...“
„Halte Gott da raus, ich will nicht schon wieder einen Ablass kaufen.“
„Du kannst mich doch nicht einfach hier mitten im Wald lassen!“
„Warum nicht? Du erzeugst nur Kosten, bremst meine Handelskolonne aus und vielleicht sorgst du nur für Ärger mit den Eingeborenen, was meine Geschäfte vermiest.“
Hilflos warf Matteo die Arme in die Luft „Was soll ich denn jetzt machen?!“
„Hm... Es ist noch ein ganzes Stückchen bis zum Dorf und einer meiner Arbeiter schwächelt. Übernehme einfach seine Last bis wir bei der Siedlung sind. Dann hast du schon mal den Weg bis dahin abgezahlt. Na, wie klingt das? Ein gutes Geschäft, oder?“
Am liebsten hätte Matteo dem Kaufmann das selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht geschlagen, aber wieder einmal hatte er nicht wirklich eine Wahl... Where will this story go next? Your choices are below...
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