This choice: Notgedrungen stimmt er zu. | Go Back Chapter 23: Notgedrungen stimmt er zu. (ID #1024323) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author (Ein Kapitel von Terralux!)
Er warf unwillig den Kopf zur Seite, aber im Grunde hatte Matteo keine bessere Wahl. Zudem spürte er ein Ziehen in der Magengegend, das ihn daran erinnerte, dass seine letzte Mahlzeit schon etwas länger her sein dürfte.
„Na gut, ich spiel mit, aber keine neue Abzockerei!“, schnaubte er.
„Wir sind doch Ehrenmänner.“, lächelte Jacques freundlich. „Aber entschuldige mich bitte kurz, ich muss noch schnell ein Geschäft abschließen.“
Der Franzose verschwand kurz hinter einem Busch und ließ das Geräusch eines kleinen Wasserfalls erklingen. Anschließend folgte Matteo ihn zurück zu dem Grüppchen, das Jacques als Handelstruppe vorgestellt hatte. Einige offensichtliche Halsabschneider, dazu Eingeborene und nicht zu vergessen ein paar verblendete Glücksritter, die einen wahrscheinlich nur kurzzeitigen Nebenverdienst als Träger angenommen hatten. Es waren schon arme Hunde, fand Matteo, als ihm das Gepäck des Arbeiters aufgehalst wurde. So viel Hoffnung und dennoch würden sie wohl nie etwas finden.
Der Arbeiter, nun ohne Gepäck, schleppte sich dicht neben Matteo her und brabbelte ein wenig unverständliches Zeug. Wahrscheinlich, dass er aufpassen solle mit den Gepäckstücken, oder etwas in der Richtung. Dabei fiel Matteos Blick auch auf das Bein des Arbeiters, das dieser ein wenig nachzog. Ein dicker Verband am Oberschenkel offenbarte feuchte stellen und einen ziemlichen Blutfleck. Möglicherweise war dieser Arbeiter also den spanischen Truppen begegnet, oder ein anderer Stamm hatte es nicht gut mit ihm gemeint. Vielleicht war er aber auch nur knapp einer Falle entkommen. Matteo schüttelte sich unwillkürlich, als er an seinen Sturz dachte, aber das Hungergefühl in seinem Bauch brachte ihn schnell in die Gegenwart zurück.
Während der Arbeiter brabbelte hantierte er kurz in Matteos Gepäck und förderte eine Feldflasche zutage, aus der er einen guten Schluck nahm und auch Matteo etwas anbot.
Gierig nahm der Italiener einige Mundvoll daraus. Das Wasser betäubte das Hungergefühl und er merkte, dass er auch schon lange nichts mehr getrunken hatte. Wie es wohl Jan ging? Der Freund dürfte wohl auch ziemlich mitgenommen aussehen und Hunger haben.
In Gedanken versunken marschierte Matteo weiter, bergauf und bergab, durch dichten Dschungel und an kleinen Lichtungen entlang. Es wurde nur kurz Rast gemacht, wenn überhaupt, aber eine Kleinigkeit zu essen bekam Matteo durchaus, offensichtlich wollte Jacques ihn nicht als Arbeiter verlieren. Aus irgendeinem Grund fasste Matteo auch langsam etwas zutrauen zu dem fremden Arbeiter, der ihm nicht von der Seite wich und unablässig redete, aber ihn auch mit Wasser versorgte und ihm bei schwierigen Stellen nach Möglichkeit half.
Jacques suchte ihn nur selten auf, meistens ging er mit dem Führer vorne weg und in aller Regel zeigte er keine Erschöpfung.
Nach ein paar Tagen waren sie endlich an einem Dorf angekommen. Matteos Freund, er hatte ihn heimlich Qualiotzl genannt, zog sein Bein zwar immer noch hinter sich her, aber es schien nicht wesentlich schlimmer geworden zu sein, was in dem dichten Dschungel schon fast einem Wunder gleichkam.
Das Dorf begrüßte sie neugierig, aber nicht unbedingt freundlich. Krieger standen mit gefährlich aussehenden Bögen herum, die Pfeile waren teilweise bereits angelegt, als die bunte Truppe anhielt. Jacques ging vorsichtig, aber selbstsicher auf einen der Männer zu und schien sich mit ihm zu unterhalten. Genau konnte Matteo es nicht erkennen, aber die unterstreichenden Gesten und die Körpersprache schienen den stoisch blickenden Mann nach einiger Zeit zu überzeugen. Er nickte einmal und die Männer ließen zumindest die Waffen sinken. Sie machten keine Anstalten die Pfeile herunterzunehmen.
Jacques erklärte seiner Gruppe: „Meine Freunde, wir machen hier erstmal Rast, sucht euch einen halbwegs trockenen Platz und denkt vor allem daran, dass wir hier nur geduldet sind, mehr nicht! Also keine großen Abenteuer, verstanden?“, die Hälfte der Gruppe nickte und der Führer wiederholte das Gesagte auf der Sprache der Arbeiter, die nun ebenfalls nickten.
Nachdem Matteo sich mit der Hilfe von Qualiotzl einen Platz gesucht hatte und das Gepäck los war suchte er Jacques auf, der ganz in der Nähe mit seinem Führer über eine auf den Boden gezeichnete Karte gebeugt stand.
Neugierig schnappte er ein paar Wortfetzen auf, wie „heiliger Berg“ oder „Dorf der Gottesboten“. Offenbar sollte die Reise noch weitergehen. Einmal meinte er gehört zu haben, wie sie über Jan gesprochen hatten, aber danach war alles unverständlich geworden.
Endlich winkte Jacques ihn näher heran: „Was willst du? Wenn du Informationen brauchst kannst du sie ganz normal von mir kaufen.“
„Mit was denn?“, fragte Matteo leicht gereizt, immerhin hatte der Franzose ihn schon bis aufs letzte Hemd ausgenommen.
„Weitere Arbeit“, grinste Jacques erfreut.
„Nur wenn mir keine andere Wahl bleibt“, erwiderte Matteo darauf, aber eher, weil der Franzose ihn nervte, vor allem wenn er seine Entscheidungen vorweg nahm.
„Mein Freund, man hat immer eine Wahl“, lächelte Jacques unschuldig. „Ich habe noch niemanden zum Kauf gezwungen, das kann jeder Kunde bestätigen.“
Matteo wechselte lieber das Thema, ehe der Verkäufer ihn gänzlich zur Weißglut trieb: „Haben die Eingeborenen etwas von Jan erzählt? Wissen sie in welche Richtung ich gehen muss?“
„Nein, aber das weiß ich selbst ganz gut.“
„Was? Woher? Und warum hast du mir nichts davon erzählt?“
„Nun, es wäre doch Verschwendung gewesen die Information so einfach heraus zu geben, oder? Wer hätte dann das Gepäck getragen?“, erklärte Jacques freimütig.
„Du mieser geldgieriger Franzose!“ Erbost richtete Matteo sich auf.
„Nana, das finde ich aber nicht nett, immerhin habe ich dich auf den richtigen Weg mitgenommen und sogar deinen Hunger gestillt, sei also ein wenig freundlicher zu mir.“ Jacques wirkte nahezu beleidigt.
„Auf den richtigen Weg? Wohin ist er denn unterwegs? Und woher weißt du, wo er ist?“
„Hast du eine Karte hier?“, fragte Jacques neugierig.
„Ähm, nein“, erwiderte der Italiener unsicher.
„Siehst du, ich auch nicht. Meine Karte heißt Tuksal und steht dort drüben. Ich muss mich auf das Verlassen, was er sagt. Von da her werden dir Namen und so nicht viel bringen, außerdem sind wir im Urwald, wenn es so einfach wäre hier zurecht zu kommen bräuchte ich keinen Führer. Zufrieden?“
„Das leuchtet ein“, murmelte Matteo. „Aber woher weißt du von Jans Verbleib?“
„Ich höre manche Dinge und frage hier und da etwas nach. Außerdem habe ich diese Muschel, die mich besser verstehen lässt, die hat auch einen Arbeiter in Babylon vor der Sprachverwirrung gerettet, möchtest du sie kaufen?“
„Jacques! Bleib bitte bei der Sache. Wie komme ich zu Jan?“
Der Franzose lächelte breit: „Diese Information wird dich aber etwas kosten. Sagen wir einen großen Gefallen? Ich bin mir sicher du wirst ihn mir bei Gelegenheit erweisen können.“
„Ja, ist in Ordnung, ich bin dir was schuldig.“, grummelte Matteo, er hatte das aufgesetzte Spielchen von Jacques gründlich satt.
„Schwöre es bei deinem Gott.“, verlangte Jacques.
„Ist er nicht auch dein Gott?“, fragte Matteo leicht spöttisch.
„Das kommt ganz auf meinen Gegenüber an“, grinste der Franzose breit.
„Ja, in Ordnung, ich schwöre bei meinem Gott, dass ich dir einen großen Gefallen schuldig bin.“, gab Matteo nach.
„Gut, dann komm einfach weiter mit und trag das Gepäck des Arbeiters, ich fürchte er wird noch eine Zeit brauchen, bis er wieder in Ordnung ist. Wir sind eh auf dem Weg zu dem Dorf, in dem er stecken dürfte.“
Matteo sah den Franzosen groß an. Where will this story go next? Your choices are below...
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