This choice: Sie zu umarmen, so eine Gelegenheit kommt nie wieder! | Go Back Chapter 10: Ende des ersten Arbeitstages (ID #520325) an addition by: yarrek ![View yarrek's Portfolio. [Offline / Private]](http://images.Writing.Com/imgs/writing.com/writers/costumicons/ps-icon-regular-10.gif) More by this author Steffen war es jetzt egal wie Erik, Pjört oder sonst wer in dieser Kneipe darauf reagieren würden – dies hier war DIE Gelegenheit Lena etwas deutlicher seine Gefühle zu ihr zu zeigen! Er würde sie nicht tatenlos an sich vorbei streichen lassen!
Sanft erwiderte er ihre Umarmung, streichelte dabei zärtlich über ihren Rücken und genoss dieses wunderbare Gefühl ihrer Nähe... Ihr Haare dufteten angenehm, ihre Haut war so weich und glatt...
Steffen spürte wie sie sich etwas überrascht verkrampfte als er sie umarmte, er fürchtete schon damit etwas über das Ziel hinaus geschossen zu haben, doch sie entspannte sich wieder und kuschelte sich wieder in sein warmes weiches Fell. Die Zeit schien für einen Moment still zu stehen, die Musik zu verstummen und die Gäste zu verschwinden. Am liebsten hätte er sie gar nicht mehr losgelassen. Doch als er einen flüchtigen Blick an ihrem Kopf vorbei in Richtung Theke warf, sah er seinen Chef, der mit einem Mix aus Besorgnis und Missfallen (wobei letzteres eindeutig überwog) zu ihnen herüber sah.
Als Erik sah das Steffen ihn beunruhigt zu ihm herüber sah, gab er mit einem kurzen Handzeichen zu verstehen das er ihn reden wollte. Jetzt.
Noch einmal streichelte der Anthrowolf verträumt über ihren Rücken, genoss das herrliche Gefühl ihrer Nähe, ihre weiche Haut, den wohligen Duft ihrer Haare...
Dann flüsterte er ihr ins Ohr „Ich... ähm... ich glaub wir sollten das auf... später verschieben...“
Wiederstrebend löste er sich von ihr und lächelte sie dann unsicher an. Lena murmelte etwas traurig aber auch verständnisvoll „sollten wir vielleicht...“, lächelte ihn noch einmal flüchtig an und ging dann etwas unschlüssig zu einem (noch) nicht besetzten Tisch um die leeren Gläser weg zu räumen.
Steffen sah ihr abermals verträumt hinterher, dann eilte er an den mehr oder weniger betrunkenen Gästen vorbei, von denen ein paar ihre frechen Kommentare zu seiner Umarmung ihm hinter her riefen. Endlich bei Erik angekommen, musterte der ihn noch einmal finster und sagte in undeutbaren Ton „Komm, gehen wir kurz in den Hinterhof...“
Beunruhigt und mit leicht eingezogenem Schwanz folgte Steffen seinen Chef in die kühle Frühlingsnacht hinaus. Erik zündete sich eine Zigarette an und murmelte „So, hier ist ruhig genug damit wir uns unterhalten können und kalt genug um unsere Gemüter kühl zu halten...“
Was war denn das für ein Spruch?, wunderte sich Steffen und fragte sich unentwegt ob es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war Lena mitten in der Kneipe eindeutig mehr als nur freundschaftlich zu umarmen. Der Rauch aus der Zigarette seines Chefs biss ihm regelrecht in der Nase, verdrängte die anderen Gerüche die in der klaren Luft lagen. Der Hinterhof war nicht besonders groß, es passte vielleicht ein Lieferwagen hinein, der meiste Teil es restlichen Platzes war mit drei großen Mülltonnen belegt. Eine nahe Straßenlaterne spendete genug Licht damit sich die beiden problemlos sehen konnten, allerdings stand sie etwas schief, als wäre schon mal jemand gegen sie gefahren. Ein kühler Wind blies durch den Hinterhof , und Steffen glaubte, einen Regentropfen auf seiner Nase gespürt zu haben.
Er hatte keine Probleme mit der Kälte (schließlich hatte er ja auch sein dichtes Fell), wohingegen Erik schon bald fröstelte und bald darauf ernst sagte
„Hör zu... und klemm deinen Schwanz nicht so zwischen die Beine...
Ich persönlich habe nichts dagegen wenn du und Lena ein bisschen miteinander techtel-mächtel betreiben. Gut, ich finde Beziehungen zwischen Leuten wie dir und normalen Menschen sehr fraglich, aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Aber flirtet nicht während der Arbeitszeit! Mal davon abgesehen das es euch vom arbeiten abhält können es die Gäste meistens sehen.Gerade du solltest wissen wie manche weniger tolerante Menschen auf dich reagieren! Wenn diese Leute dann noch sehen wie du und Lena miteinander rummachen, werden sie es vielleicht nicht nur bei Demütigungen und Beleidigungen lassen. Wegen deiner beeindruckenden Erscheinung werden sie dir wohl eher nichts antun, aber bei deiner Kollegin sieht das schon anders aus. Ich will nicht das sie wegen dir auf dem Weg zur Arbeit zusammen geschlagen wird.“
„Also wirklich, glaubst du nicht das du übertreibst?! Nur weil ich sie einmal umarmt habe, wird sie gleich zusammengeschlagen? Wir sind hier in Nürnberg und nicht in der Bronx oder sonst wo!“ – „Mit der Umarmung fängts an, aber glaubst du wirklich damit hört's auf?“
„Und was soll es bringen wenn wir außerhalb unserer Arbeitszeiten zusammen sind? Denkst du, da ist es dann den ganzen Rassisten hier egal oder was?!
Erik schüttelte müde den Kopf „Ich will einfach nicht dass irgendwelche Besoffenen euch in der Kneipe herum flirten sehen und draußen sich dann auf euch stürzen, klar?“
Steffen nickte verstimmt. „Klar.“ – „Falls ihr trotzdem während der Arbeitszeit herum flirtet, werd ich ein paar Konsequenzen ziehen müssen.“
Der Anthrowolf schnaubte spöttisch „Also wirklich...“, doch sein Chef hatte seine Kippe weggeworfen und war wieder ins innere gegangen.
Hatte er sich in Erik getäuscht? Hatte er vielleicht doch etwas gegen Anthro’s? Aber falls ja hätte er ihm doch keinen Job gegeben... Kopfschüttelnd folgte er ihm ins Haus und stellte sich wieder hinter die Theke um weiter zu arbeiten.
Weitere Stunden vergingen durch Bier einschenken, Gläser polieren und die Probleme mancher Leute anhören. Ab und zu warf Steffen einen flüchtigen Blick zu Lena, die weiter Getränke und Rechnungen verteilte. Insgesamt schienen die Gäste nichts gegen die Umarmung von vorhin zu haben, im Gegenteil sie fanden es „total süß!“ (der weibliche Teil von ihnen) oder frotzelten ein bisschen mit ihm herum (der männliche Teil). Er hatte sogar einen Spitznamen von jemanden bekommen, der sich wie ein Lauffeuer unter den Kunden ausgebreitet haben musste. „Kuschelwolf“. Kein wirklich toller Name, aber immer hin besser als wenn sie ihn alle anpöbeln würden. Nur noch ein paar Gäste waren jetzt da, Steffen und die anderen räumten schon die Tische zu recht um endlich Feierabend zu machen.
Dann war es „endlich“ so weit. Die letzten Gäste wurden hinauskomplimentiert nach dem sie gezahlt hatten und Erik sammelte seine Angestellten um die Theke um eine Art „Besprechung des Tages“ zu machen. Zentralthema war natürlich Steffen. Niemand schien etwas dagegen zu haben dass er ab morgen bei ihnen arbeiten würde, er schien einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Chris, der Vegetarier den Steffen heute eigentlich kaum zu Gesicht bekommen hatte, schien es wegen irgendetwas sehr eilig zu haben und hastete schon bald aus der Kneipe. Nach ein paar weiteren Minuten verließen alle das Haus, verabschiedeten sich und gingen nach Hause (wobei Pjört grinsend sagte, das Steffen morgen mit guten Klamotten kommen sollte, er würde ihn morgen so fotografieren wann und wie es seiner Laune entsprach).
Lena musste eine Weile lang den gleichen Weg wie Steffen nehmen, was ihn natürlich überaus erfreute. Jetzt können wir endlich mal ungestört reden, dachte er und sog die frische Nachtluft ein. Nur... über was? Er hatte sich in sie verliebt, keine Frage, aber wie stand sie zu ihm? Vielleicht hatte Steffen erst einmal nur ihr Interesse geweckt?
Wie würde wohl Lena reagieren wenn er ihr jetzt seine Liebe gestand?
Vielleicht sollte er sich auch einfach nur mit ihr Unterhalten, schließlich war es wirklich zu früh um sie zu fragen ob sie ihn liebte oder nicht...
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