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Monday
May 28, 2012
2:20am EDT


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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Content Rating Notice:  Recommended for Readers 18 Years and Older Only
This choice: Er nimmt den schnelleren, aber gefährlicheren Weg | Go Back

  Chapter 23: Willkommen daheim!   (ID #925391)
    an addition by: yarrek  More by this author

Rasch verschwand Steffen vom belebten Gehsteig in die erstbeste Nebengasse. Noch während sich seine Augen an die dunklen Schatten gewöhnten, erfasste seine feine Nase blitzschnell die weitere Umgebung. Schnell hatte er den besten „Fluchtweg“ durch die zahlreichen Gässchen vor ihm erwittert. Deutlich konnte er die Menschen in den schmalen Straßen riechen, wo sie waren, wie viele da standen, ihren Gemütszustand und sogar was sie vor kurzem gegessen hatten. Wobei er darauf bei ein paar gerne Verzichtet hätte...
Instinktiv folgte Steffen dem Weg den seine Nase ihm wies während er den kleineren Gruppen von Menschen auswich, die in den Hinterstraßen herumlungerten.



Steffens Züge entspannten sich sichtlich als er endlich den Wohnkomplex seiner WG am Ende der Straße erkannte. Noch immer klingelte der Lärm der wütenden Menschenmassen in seinen Wolfsohren nach, die ein ganzes Stück weiter weg immer noch marschierte. Flüchtig glitt sein Blick über den schmalen, aber hohen Wohnbau der in der Mitte einer Häuserwand stand. Wie ein Heiligenschein umringten die Häuser einen kleinen, runden Platz in dessen Mitte eine kränkelnde Kastanie ihre Äste müde in den Himmel reckte. Zahlreiche Satellitenschüssel lugten von den engen Balkonen Steffen entgegen, als er über den Platz schritt und nach seinen Schlüsseln kramte.
Es war eine der angenehmeren Plätze um in der Großstadt zu wohnen, zumal die meisten Menschen sich hier schon an seiner Erscheinung gewöhnt hatten. Nur die älteren Herrschaften lugten gerne noch aus ihren Fenstern um zu sehen, wer denn da schon wieder über „ihren“ Platz spazierte.

Schon durch die Tür hindurch schwappten ihm die vertrauten Gerüche des Hausinneren entgegen. Sanft hießen sie ihn willkommen und verrieten doch wieder mehr über das Leben seiner Nachbarn, als er eigentlich wissen wollte. Steffen versuchte nicht weiter auf sie zu achten und eilte das Treppenhaus hinauf zum zweiten Stock. Wieder klimperte kurz sein Schlüsselbund, und endlich war er zu hause angekommen...

Mit einem zufriedenen Brummen ging er den kurzen Holzflur entlang, der von der Eingangstür zur Wohnküche der behaglichen Wohngemeinschaft führte. Es war kein besonders großer Raum, eng an eng schmiegten sich der Küchenteil des Zimmers an den Wohnzimmerbereich an, der eigentlich nur aus einem alten, dafür großen Röhrenfernseher bestand, vor dem ein niedriger Tisch und ein weiches Ledersofa standen. Der dunkle Holzboden bildete einen Kontrast zu den weißen Wänden, die hier und da mit ein paar eingerahmten Fotos und leichten Vorhängen verziert waren. Durch ein paar Fenster fiel Licht in das Zimmer, ebenso durch die Glastür die zu einem der kleinen Balkone führte.

Wie seine Nase ihm schon im Treppenhaus verraten hatte, blubberte eine ordentliche Portion Chile-Con-Carne auf dem alten Gasherd. Eine rotbraune Pfote rührte bedächtig einen langen Holzlöffel durch den blubbernden Eintopf, doch war sie ganz anders als die fast schon tatzenähnlichen Hände von Steffen. Die einzelnen Finger waren filigraner und zierlicher, hielten aber dennoch den Löffel kraftvoll und sicher.
„Bin wieder da!“, verkündete Steffen laut und ging gemächlich zu seiner pelzigen Freundin, die vor dem Herd stand.
„Typisch, immer dann, wenn es etwas zu essen gibt tauchst du wieder auf.“, begrüßte ihn Janine neckend und ihr freudiges Lächeln verriet zwei kräftige Nagezähne.
„Du kochst einfach zu gut Jenny, da zieht mich meine Nase doch immer rechtzeitig hier her.“, erwiderte er mit einem schelmischen Lächeln und die beiden Tiermenschen umarmten sich freundschaftlich.
„Wo warst du eigentlich die ganze Nacht gestern? Hattest du wohl gestern Erfolg bei deiner 'Jobjagd'?“
Jennys runde, grau befellte Ohren zuckten bei ihrer Frage neugierig auf, während sie sich wieder ihrem Eintopf zu wandte.
„Wenn du wüsstest was ich gestern erlebt hab...“, antwortete Steffen müde lächelnd. Er ignorierte geschickt den fragenden Blick ihrer aquamarin-blauen Augen und begann ihr flüchtig von den gestrigen Ereignissen zu berichten. Allerdings verschwieg er ihr den grausigen Zwischenfall im Friedhof. Steffen wollte jetzt nicht darüber sprechen, vor allem wenn die Aussicht auf Essen bestand.
„Wolltest du nicht eigentlich heute bei deinem Parkour-Wettbewerb dabei sein?“, fragte er, nachdem er geendet hatte.
Die Karamell farbenen Züge ihres spitzen Nagergesichts verfinsterten sich, als sie genervt antwortete
„Der wurde wegen den Unruhen heute abgesagt. Das diese verdammten Rassisten ausgerechnet heute marschieren müssen...“
Steffen konnte sich nur mit Mühe ein amüsiertes Schmunzeln verkneifen. Es sah einfach komisch aus, wenn seine von Natur aus irgendwie süß und putzig aussehende Grauhörnchen-Freundin wütend wurde. Ihre weiß milierten, braunen Pausbäckchen verzogen sich dann zu einem finsteren Gesichtsausdruck, der geradezu aus einem Internetmeme stammen könnte.
Ihr buschiger, braun-grauer Schwanz schmiegte sich dezent an ihren gleichfarbigen Rücken und ragte ihr dabei ein Stückchen über den Kopf. Nun, nicht ganz gleichfarben, ihr Rückenfell hatte einen etwas dunkleren Ton und ab den Schulterblättern eine an Karamell erinnernde Farbe. Die Seiten von Jennys flauschiger Rute hatten hellweiße Spitzen, während das Innenfell des Schwanzes in ein sattes, cremiges Beige getaucht waren. Vom Hals an bis zu der Innenseite ihrer Beine hatte ihr Fell die gleiche Farbe.
„Was schaust du denn so?“, fragte Jenny, die seinen betrachtenden Blick bemerkt hatte.
„Oh nichts, ich hab mich nur gefragt wie du es immer wieder schaffst deinen Schwanz so... flauschig zu halten.“
„Ich verbringe am Morgen von uns Vieren nicht umsonst die Längste Zeit im Bad.“, antwortete sie mit einem milden Lächeln und gab ein paar zerhackte Chilischoten zu dem blubbernden Eintopf hinzu.
Jenny, die mit ganzem Namen Janine Hüßing hieß, war immer noch für ihren Wettbewerb angezogen. Sie trug eine kurze, abgewetzte Jeans, die extra einen Ausschnitt für ihren Schwanz hatte, und dazu ein schulterfreies, buntes Top. Ihre sonst langen, pink gefärbten Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, der sachte auf ihrem Schwanz auflag.
„Gibt es sonst irgendetwas neues?“
„Nein, nicht wirklich. Oder doch, Petra hat beschlossen, das sie nun bei uns in der Wohnküche essen wird. Offenbar hat sie endlich eingesehen, das wir zwei wohl länger bleiben werden...“
„Wer weiß, vielleicht schaffen wir es noch sie dazu zu bringen, mit uns zu reden?“, witzelte Steffen und sah beiläufig zu den beiden Türen hinüber, die zu Janines und Petras Zimmern führten. „Und ich dachte schon, weiter als einen Tiermenschen im Nebenzimmer zu dulden würde sie nicht gehen.“
„Petra kann schon nett sein, nur ist sie lieber etwas eingebildet... und hat eine unheimlich verkorkste Weltansicht. Oder besser gesagt, sie glaubt einfach alles was in der Zeitung steht.“
„Ist sie eigentlich da?“
„Nope, sie ist bei einer ihrer Freundinnen was für ihr Mathe-Studium machen.“
Vorsichtig probierte Janine etwas vom Chili-Con-Carne und machte ein unzufriedenes Gesicht. Schnell schnappte sie vom Küchenboard über ihr einige Gewürze und begann damit das Essen zu verfeinern. Wie ein Druide über seinen Zaubertrank hing sie über ihren Kochtopf, rührte, probierte, fügte wieder eine ihrer unzähligen Zutaten hinzu, die dicht an dicht den Küchenthresen einnahmen. Immer leckerer und schmackhafter begann der Eintopf zu duften, das Steffen erst recht das Wasser im Mund zusammen lief.
„Ist Kevin auch weg?“, fragte der Wolf in der Hoffnung, das so vielleicht noch mehr vom Eintopf für ihn übrig blieb.
Die Grauhörnchendame sah ihn nur zweifelnd an. „Als ob Kevin sich freiwillig von seinem Computer weiter als zehn Meter entfernt, es sei denn er geht zu einer seiner LAN-Partys.“
Sie seufzte schwer. „Er ist wirklich witzig und sympathisch, darum verstehe ich nicht das er sich so ausgrenzt... Und wie er es schafft, mit so wenig Bewegung nicht zu zu nehmen. Manchmal glaube ich fast, das er außer seinen Internetfreunden nur uns kennt. Am liebsten würde ich Kevin einfach mit in die Stadt schleifen, damit er mal wieder wirklich am Leben teilhat.
Was denkst du, wie könnten wir ihn wohl am besten zu den Sonnenstrahlen locken? Mit irgendeinem Kinobesuch?“
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