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Monday
May 28, 2012
2:20am EDT


  >> Interactive Story >> Young Adult >> ID #1377084  |   Show DetailsPrinter Friendly Page Tell A Friend
Rated:
18+
Von Rabentöchtern und der neuen Welt...
Drei spannende, fesselnde Geschichten! Wirkt mit oder lest sie einfach :D
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  Chapter 25: Im Wolfsbau   (ID #1035974)
    an addition by: yarrek  More by this author

Es war ein kleiner, schmaler Raum, aber Steffen störte das nicht im geringsten. Er verbrachte sowieso die meiste Zeit draußen oder im Wohnzimmer. Und wenn er sich mal zurückziehen wollte, fand er sein kleines, aber kuscheliges Zimmerchen doch passend dafür.
Das wichtigste im Raum stand sowieso gleiche wenige Schritte vor ihm. Eng schmiegte sich der Holzrahmen seines Bettes gegen die weißen Zimmerwände. Einladend schien das Licht durch das Fenster darüber auf die Bettdecke, doch zum schlafen war es noch deutlich zu früh.
In seinem Zimmer herrschte stets eine perfekte Balance zwischen Ordnung und Chaos. Ein paar Klamotten waren achtlos über den Schreibtischstuhl geworfen worden, während auf dem Tisch selbst alles aufgeräumt war. Genauso wie in einem Fach seiner Kommode alles seinen Platz hatte und im anderen alles wild durcheinander war.
Steffen war es egal. Er hatte den Überblick, und solange er wusste wo was war, war alles in Ordnung. Er ging vorbei an dem Schreibtisch und ließ dabei flüchtig seinen Blick darüber gleiten. Wie immer stand sein Laptop aufgeklappt und betriebsbereit auf dem hellen Holz. Es war ein top-Gerät, leise und preiswert. Zumindest hatte Kevin ihm das versichert, und wenn sich einer mit so etwas auskennen sollte, dann wohl er.

Über dem kleinen Taschencomputer hingen einige alte Fotos an der Wand. Bilder von kleineren Feiern, die meisten im draußen im grünen statt gefunden hatten. Damalige Bekannte und alte Freunde aus verstichenen Tagen strahlten ihm fröhlich entgegen, Menschen wie Tiermenschen. Auf den meisten Fotos war stets eine Schäferhündin zu sehen, die mit ihrem breiten kecken Grinsen den Betrachter auffordernd anzusehen schien, endlich die Kamera fallen zu lassen und mitzufeiern. Ein warmes Lächeln schlich sich auf Steffens Lefzen als er an sie dachte. Seine Schwester war wohl auch heute noch euforisch bei jeder Feier dabei. Die Dinge standen für Tiermenschen wie ihn wohl viel besser in Amerika, zumindest dort wo sie war. Sie hatte ihm schon oft angeboten ein Haus in Maple Valley zu besorgen, „ihrem“ sicheren Hafen. Doch Steffen hatte es stets abgelehnt, er wollte nicht einfach seine Freunde und Bekannte hinter sich lassen. Außerdem musste es doch möglich sein auch dort friedlich leben zu können, wo man geboren war!

Steffen blieb vor seiner Kommode stehen und kramte frische Wäsche hervor. Zugern würde er seine kleine Schwester mal wieder besuchen, doch im Moment fehlte ihm einfach das Geld dafür. Doch vielleicht wird sich das ja bald ändern, dachte Steffen lächelnd.
Mit frischer Wäsche bewaffnet wandte er sich wieder seiner Zimmertür zu und hörte wieder das vergnügte Lachen seiner WG-Freunde.
Im vorbeigehen warf er einen schnellen Blick auf die Zwei. Beide verrenkten sich wie wild vor dem großen Röhrenfernseher und hatten ihren Spaß dabei. Wobei Jenny konzentrierter und angestrengter wirkte. Kevin schien irgendwie nur halb bei der Sache zu sein, dennoch lag er Führung. Etwas, das Jenny um jeden Preis ändern wollte...

Steffen zuckte mit den Achseln und betrat das Badezimmer. Er benutzte zum duschen ein spezielles Shampoo, das nicht nur tiefer in seinen Pelz eindrang als normales, sondern auch dem „Nassen Hund“-Geruch vorbeugte. Leider bei weitem noch nicht gut genug, weshalb er lieber gleich die Fenster kippte.
Nach der Dusche trocknete der Wolf sich (so gut es für ihn ging) mit einem Handtuch ab und schlüpfte in die frischen Klamotten.
Schon war er wieder bereit für die Alltagsabenteuer, die sicher schon wieder begierig auf ihn warteten. Steffen verließ das Bad, und bemerkte gleich einen neuen, bekannten Geruch im Flur.

„Hey Steffen!“, begrüßte ihn eine unsicher klingende, weibliche Stimme.
„Hey ho!“, erwiederte Steffen ohne große Begeisterung.
Petra zauberte ein etwas krampfhaftes Lächeln auf ihr Gesicht und ging mit kleinen Schritten zu ihm. Steffen konnte ihren unterdrückten Widerwillen, gepaart mit einer Prise Nervosität sprichwörtlich riechen, und wie immer ging es ihm höllisch auf die Nerven.
Sie kannte ihn doch nun schon seit einiger Zeit, allmählich konnte er doch erwarten das sie ihn nicht für einen launischen Werwolf oder so etwas hielt. Naja, immerhin hat sie mich heute freundlich begrüßt, was wohl so etwas wie ein Anfang ist...
Gespielt beiläufig meinte die junge Frau „Jenny hat mir vorhin gesagt, das du vielleicht ein paar Stiling-Tips wegen irgendeinem Foto willst.“

Steffens Magen zog sich zusammen. Petra war wie ein Revolverhel, wenn es um Schminke und Co. ging. Für sie musste alles an einem perfekt sein, den nach dem Aussehen bewerten die Leute einen. Kleider machen Leute, doch nur schicke Kleider sorgen für kein schönes Gesicht. Dafür war Make-up da, und in diesem Gebiet konnte Petra so schnell keiner schlagen, was man ihr gleich ansah.
Ihre rehbraunen Augen waren von einem dunklen Liedschatten kräftig umrandet, der ihrem Blick wohl etwas verschwörerisches verleihen sollte. Doch im Moment sah sie Steffen durch ihre schwarze Retro-Brille mehr an wie ein Reh den reißenden, geifernden Wolf aus den Märchen anstarren würde.
Einige Dinge würden sich wohl nie ändern...
Ihr schulterlanges Haar war modisch eckig geschnitten und umrahmte ihr schmales Gesicht mit seinem blondem Schauer.
„Nun ja... Das ist wirklich nett von dir, aber ich glaube...“
„Braucht dir nicht unangenehm zu sein, ich würde dir wirklich gerne dabei helfen.“
Sie klang nicht wirklich überzeugend, aber Steffen wollte ihr nicht gleich die Hand abhacken die sie ihm gerade reichte.
Etwas wiederwillig stimmte er schließlich zu, worauf Petras Lächeln etwas wacklig wurde.
„Schön.“, hauchte sie nervös, und die beiden gingen zurück ins Bad.
„Dann setze dich bitte auf den Hocker da vor dem Spiegel.“

Steffen saß mit hängenden Ohren vor dem Wandspiegel. Mit ihm sah er Petra fragend an, die unschlüssig den großen Wolf umkreiste.
„Hm... Hast du schon irgendwelche Vorstellungen gehabt, oder soll ich einfach mal machen?“, fragte die Studentin und strich ihm dabei scheu über seine Haare. Sie unterschieden sich nicht wirklich von seinem restlichen Fell, sie waren nur etwas dunkler.
„Nicht wirklich... Es sollte nur nicht übderdreht aussehen, oder irgendwas an meiner Fellfarbe ändern. Sowas ist einfach immer nur höllisch zum heraus waschen, weißt du?“
… Außerdem sieht mein Fell von Natur gut genug aus, danke, fügte Steffen genervt in Gedanken hinzu.
„Aha.“, antwortete Petra viel sagend.
„Wir könnten dein Kopffell hier etwas raugelen und dir so was rebellisches verpassen. Aber sonst... Naja...“
Grübelnd strichen ihre Finger über sein Haar, während sie ihn auf eine Reaktion hoffend über den Spiegel beobachtete. Doch Steffen verzog seine Lefzen nur zu einem lustlosen Lächeln.
„Mach ruhig so wie du denkst, du bist ja die Spezialistin hier von uns beiden“.
Petra deutete ein Nicken an, und zauberte scheinbar aus dem nichts einen Kamm hervor. Nachdem sie ihn nass gemacht hatte, begann sie Steffens Haare aufzukämmen.
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