*Magnify*
SPONSORED LINKS
Printed from https://www.writing.com/main/view_item/item_id/2155993-Meine-Mitbewohnerin-02
Rated: GC · Chapter · Emotional · #2155993
Sarah hilft und entdeckt Connys Geheimnis
2.)

Ein Schrei. Und dann noch einer.

Ich saß kerzengerade im Bett, mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich war in den ersten Sekunden nicht in der Lage mir zu erklären, warum ich nicht in meinem Zimmer da Heim war.

Stille.

Ich blickte auf die leuchtende Digitalanzeige meines Weckers und stellte fest, dass es 04:30 am Morgen war. Durch die leicht offen stehende Tür drang kein Licht.

Dann wieder ein Schrei: "NEIN!"

Stille.

"GEH WEG!"

Das war doch Conny!
Ohne weiter darüber nachzudenken, war ich auf den Beinen und stand an meiner Tür, riss sie auf und stürzte auf den Flur.
Auch hier war nichts zu sehen, alles dunkel und die Wohnungstür war noch immer verschlossen, die Kette hing auch noch vor. Wir waren also allein.
Ich überquerte den Flur mit zwei schnellen Schritten und öffnete ohne weiter darüber nachzudenken die Tür zu Connys Zimmer.
Sie lag im Bett, hatte die Decke von sich gestrampelt und war offenbar auf dem Höhepunkt eines schreckliche Albtraumes, ich hatte das schon ein parr mal bei meinem kleinen Bruder erlebt.
Obwohl ich Conny gerade mal ein par Tage kannte, hatte ich sofort das tiefe Bedürfnis ihr jetzt zu helfen.
Also schaltete ich das Zimmerlicht ein und sprach sie mehrmals laut an, während ich auf ihr Bett zu ging.
"Conny! Hey Conny! Ich bin doch da. Conny! Du schläfst nur! Wach auf!"
Als ich an ihrem Bett angekommen war und auf sie herabblickte, fiel mir auf, dass auch ihr Nachthemd nach oben gerutscht war. Sie musste im Schlaf unbewusst versucht haben es auszuziehen.
Ich konnte ihre lilafarbene Unterhose sehen und war von dem kindlichen Design trotz der Situation entzückt. Auf dem Höschen rankten sich Blumen und es hatte sehr breite Bündchen.

Doch etwa stimmte nicht ganz, das Höschen war viel zu dick, dass konnte ich jetzt gut sehen. Und dann wusste ich auch direkt was ich da eigentlich sah.
Ich hatte so etwas schon einige male gesehen. Und zwar immer wenn meine siebenjährige Cousine bei uns übernachtet hat. Sie hatte aufgrund einer Verletzung aus einem Autounfall eine leichte Balsenschwäche, die sich besonders Nachts zeigte.
Um die Betten bzw. Schlafsäcke zu schonen, hatte meine Tante ihr immer Windelhöschen gekauft, die wir ihr vor dem zu Bett gehen im Badezimmer angezogen haben.
Meine Familie und auch ich hatten nie ein Problem damit, waren wir doch sehr froh, dass sie den Autounfall überlebt hatte. Das Bettnässen war da aus unserer Sicht ein kleiner Preis.

Und diese Windelhöschen sahen ganz genau so aus, wie das, was Conny da gerade anhatte.
Und auch die Höschen meiner Cousine hatten am Morgen fast immer genau so ausgesehen, wenn ich ihr die ausgezogen und in den Müll geworfen hatte.
Ich hatte aber nicht viel Zeit mir darüber den Kopf zu zerbrechen, dass meine neue Mittbewohnerin scheinbar Bettnässerin war, denn jetzt fing Conny wieder an zu schreien und wand sich auf dem Bett. Dabei sah ich wie etwas Flüssigkeit aus der Beinöffnung des Windelhöschen austrat und beschloss sie jetzt zu wecken, bevor sie noch das ganze Bett nass machte.
Also griff ich ihr an die Schultern und drückte sie leicht, sprach sie wider laut an und tatsächlich öffnete sie die Augen.
"Hilf mir!" Schluchzte sie und ich konnte nicht anders, ich zog sie an mich und drückte sie ganz fest. Ich setzte mich auf die Bettkante und streichelte sie so lange, bis sich einigermaßen beruhigt hatte.

'Jetzt kommt der schwere Teil', dachte ich mir.

"Na komm, Conny. Jetzt sag mir doch mal wo du die anderen Windelhöschen hast." fragte ich sie und versuchte dabei möglichst verständnisvoll zu klingen.
Dabei zeigte ich mit meiner rechten Hand auf ihren Schritt.
Sie schüttelte mit hoch roten Wangen den Kopf und versuchte mit zitternden Händen ihr Nachthemd wider nach unten zu ziehen. Ich lächelte sanft und streichelte ihr durch die Haare und drückte ihr Kinn hoch, so das sie mir in die Augen sehen musste.
"Jetzt hab ich doch eh schon alles gesehen. Komm, ich hab da wirklich kein Problem mit. Aber wir müssen dich jetzt sauber machen, sonst entzündet sich deine Haut noch und du läufst auch schon aus."
"Lass mich in Ruhe!" schluchzte sie und versuchte sich wegzudrehen.
"Nein, ich mag dich wirklich, ich will dir helfen!"
"Nein! Bitte..." sie zitterte mittlerweile fast noch mehr als in ihrem Traum.
Ich hatte jetzt auch Tränen in den Augen, wollte ich ihr doch nur helfen.
Conny hatte sich aus meinen Armen gewunden und hatte sich mit dem Rücken zu mir zusammengerollt.

'Was soll ich denn jetzt nur tun?'

Und dann beschloss ich genau das zu machen, was ich auch mit meinem Bruder machte, wenn er aus seinen Angstträumen aufwachte:
ich legte mich erst neben sie und nahm sie dann von hinten in den Arm, schlug meinen Arm um ihren Oberkörper und kuschelte mich an sie. Als ich meinen Kopf anhob und sanft direkt in ihr Ohr sprach, merkte ich, dass sie sich langsam entspannte.
Schließlich drehte sie sich auf den Rücken und schaffte es sogar ein gequältes Lächeln auf ihr Gesicht zu bringen.
"Danke... dafür. Das hättest du wirklich nicht machen müssen, das war echt Lieb von dir." sprach sie leise und hatte jetzt auch etwas Farbe auf den Wangen.
Mein Gesicht brannte und ich spürte jetzt wieder die Tränen in meinen Augenwinkeln.
"Aber ich mache das wirklich gerne, ich mag dich..."

'Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür' dachte ich mir und brach dann ab.

"Jetzt komm," ich stand auf und wollte sie ebenfalls aus dem Bett ziehen, "wir müssen dich jetzt sauber machen und dann gibts ein neues Windelhöschen. Du kannst danach ach gerne bei mir schlafen, ich glaube das währe jetzt das Beste."
Conny schüttelte den Kopf, stand alleine auf und zog dabei das Nachthemd nach unten.
"Nein wirklich Sahra, danke für deine Hilfe eben, aber ich kümmere mich jetzt alleine um den Rest. Geh du wieder ins Bett." und dann leise: "du hast schon genug gesehen."
Und mit diesen Worten wies mich Conny aus ihrem Zimmer.

Urplötzlich fand ich mich auf dem Flur wieder, Connys Zimmertür vor meinem Gesicht geschlossen.
Ich versuchte wirklich mich von der Tür abzuwenden und in mein Zimmer zu gehen, aber ich konnte es nicht.
Und dann hörte ich Conny hinter der Tür schluchzen...
© Copyright 2018 Windelmacher (windelmacher97 at Writing.Com). All rights reserved.
Writing.Com, its affiliates and syndicates have been granted non-exclusive rights to display this work.
Printed from https://www.writing.com/main/view_item/item_id/2155993-Meine-Mitbewohnerin-02